Free to Play MMOs nehmen heutzutage einen immer größer werdenden Teil des Marktes und der Spieleindustrie ein. Das ehemalige Online-Magazin gamigo (das im Gegensatz zu einigen Berichten mit gamona nicht verwandt oder verschwägert ist) widmet sich mittlerweile exklusiv dem Publishing solcher Titel. Die meisten der angebotenen Titel stammen dabei aus Südkorea.

In einem einstündigen Vortrag hat nun Patrick Streppel von gamigo das Geschäftsmodell des Publishers umrissen und Möglichkeiten der Finanzierung und Ausrichtung von Free to Play MMOs aufgezeigt. Besonders wichtig sei dabei der erkennbare Unterschied zwischen verschiedenen Zielgruppen: Während Hardcore Gamer sich eher an technisch hochwertige Spiele wagen würden, die auf Client-Systemen basieren und Langzeitarbeit erforden, nähmen Casual Spieler, bei denen der Anteil älterer Menschen und auch Frauen deutlich höher ist, unkomplizierte Browserspiele mit simplen Oberflächen deutlich besser an.

Mit Spielen, die in die dazwischenliegende Kerbe der "Lightcore Gamer" schlagen und somit einen Kompromiss zwischen diesen beiden Welten versuchen, hatte gamigo in der Vergangenheit schlechte Erfahrungen. Allgemein sei es auch so, dass aufwändige Client-Spiele mit Itemselling eine tendenziell eher kleine Gruppe zahlungswilliger Spieler anlocke, die dafür aber dann umso mehr Geld ausgeben, während es bei Browserspielen eher umgekehrt sei.

Streppel betonte auch den Stellenwert des Balancings. Free to Play Spiele bestünden im Wesentlichen aus ihrer Community und es sei für den Erfolg entscheidend, dass man die Spielergeminschaft nicht spalte, indem man z.B. zahlungswilligen Usern durch ihre Käufe allzu mächtige Vorteile verschaffe. Ein Free to Play Game müsse in seinem Kern immer ohne Ausgaben spiel- und genießbar sein. Gleichzeitig verdeutlichte Streppel anhand von Beispielen, dass Pay-items deutlich besser angenommen würden, wenn sie z.B. die innere Logik des Spiels nicht verletzten. Zum Abschluss stellte er noch das nächste große Projekt von gamigo vor, den dieses Jahr erscheinenden Space Shooter "Black Prophecy".