Zum mittlerweile achten Mal findet dieses Jahr im Rahmen der Deutschen Gamestage (vom 27. bis zum 29. April) die „Quo Vadis“ statt, die größte deutschsprachige Konferenz von Spieleentwicklern und -produzenten. Seit ihrem Umzug von Essen nach Berlin im Jahr 2007 hat die Quo Vadis nun auch geographisch ihren Finger am Puls der Zeit und eine wichtige Nähe zu den Medienentwicklern und -anbietern der Hauptstadt. Grund genug für uns, euch vorab schon einmal über die Konferenz zu informieren, bevor wir in der nächsten Woche dann selbst vor Ort sind und für euch berichten.

Quo Vadis – Was das denn?

Seit 2003 von der damals frisch gegründeten Aruba Studios GmbH veranstaltet, konzentriert sich die Quo Vadis vor allem darauf, Spieleentwicklern und Publishern eine Plattform zur Kommunikation, Weiterbildung und zum kreativen Austausch zu geben. Die Aruba Studios, die als Dienstleister Unterhaltungssoftware für verschiedenste Abnehmer produzieren, mussten sich mittlerweile aufteilen, um dem Verwaltungsaufwand Herr zu werden. Nun hat die Leitung die abgespaltene Aruba Events GmbH und organisiert neben der Quo Vadis (bzw. im Rahmen derselben) auch noch die Verleihung des „Deutschen Entwicklerpreises“ und, seit 2007, das „Living Games Festival“.

Quo Vadis - In einer Woche geht's los: Deutschlands große Entwicklerkonferenz

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Im Herzen von Berlin, im bcc am Alexanderplatz, wird die Konferenz abgehalten.
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Auf der Quo Vadis selbst werden Workshops für angehende (und fortgeschrittene) Spielemacher angeboten, Referate von Veteranen der Branche gehalten, neue Methoden der Spieleentwicklung und Vermarktung vorgestellt und diskutiert, die Entwicklungen des Marktes näher beleuchtet. Zu diesem Zwecke reisen zahlreiche Größen der Industrie aus ganz Europa an, vereinzelte Gäste von jenseits des großen Teichs oder aus dem fernen Osten lassen sich ebenfalls blicken.

Ein zunehmend erfolgreiches Anliegen der Konferenz ist das sogenannte „Matchmaking“, der Versuch, geeignete Entwickler und Publisher zueinander zu führen. Zu diesem Zweck gibt es in diesem Jahr die begleitenden Veranstaltungen GAME Venture Capital Lounge Berlin und das Matchmaking Dinner. Wie Partnervermittlung, nur eben für Spielemacher.

Aber auch Neueinsteiger, die noch nicht beim „Networking“ angelangt sind, und am Medium Interessierte können die Konferenz zur Orientierung nutzen. Unter Anderem sind mit der Games Academy und der Mediadesign Hochschule zwei der renommierteren Ausbildungsinstitute für Gamedesigner, Künstler, Programmierer und Produzenten in Deutschland als Partner beteiligt und bieten mit Workshops und Beratungen eine Möglichkeit, Fuß in der Branche zu fassen.

Entwicklung und Entwickler

Die Konferenz wird am 27. April im Berliner Congress Center (bcc) im Haus des Lehrers am Alexanderplatz um 16 Uhr eröffnet, nachdem es vormittags bereits einige Matchmaking Events gegeben haben wird. Einer der vielleicht prominentesten Referenten der Veranstaltung hat angekündigt, dass er bei der Begrüßung bereits einen kleinen Beitrag als „Keynote“ beisteuern wird.

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Chris Taylor ist ein enorm einflussreicher Entwickler.
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Chris Taylor, CEO und Creative Director von Gas Powered Games, ist der kreative Kopf hinter einigen höchst erfolgreichen Spielen und Spielreihen, darunter Total Annihilation, Dungeon Siege, Supreme Commander und Demigod. Er wird im Laufe der Konferenz noch andere interessante Beiträge liefern, zum Beispiel einen Vortrag über die Stolpersteine, die in den Weg geraten können, wenn man versucht, ein Studio zu leiten.

„Es ist mir eine große Freude Deutschlands wichtigste Entwicklerkonferenz zu eröffnen“, so Chris Taylor. „Die Spieleindustrie ist bekannt für ihre halsbrecherische Geschwindigkeit und die rasanten Entwicklungen, die in ihr stattfinden. Neue Plattformen und daraus resultierende Vertriebswege bieten den Entwicklern zahlreiche vielversprechende Möglichkeiten, Spieler auf der ganzen Welt zu erreichen. Ich freue mich auf viele interessante Vorträge und den Ideenaustausch mit den wichtigsten Entwicklern aus Deutschland und Europa.“

Am gleichen Abend ab 18 Uhr sorgen zwei alte Bekannte für eine höchstwahrscheinlich informative und unterhaltsame Veranstaltung: Ab 18 Uhr halten Simon Krätschmar und Daniel Budimann, besser bekannt als Simon und Budi von MTVs „Game One“, einen Vortrag, der sicherlich vor allem für angehende Gamesjournalisten lohnend sein wird.

Marktwirtschaftssimulator

Inhaltlich stürzt sich die Quo Vadis vor allem auf jene Themen, die im letzten Jahr besonders an Bedeutung gewonnen haben und in Zukunft einen einigermaßen lukrativen Markt zu bieten scheinen. Im Fall 2009/10 bedeutet das natürlich vor allem: Casual Gaming, Social Games, weibliche Spieler als Zielgruppe und Browsergames. Doch auch, wenn man hier großes Potential wittert, werden vielfältige Themen diskutiert und angeboten.

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Auch Jan Müller-Michaelis, Schöpfer von "Edna bricht aus", wird sich die Ehre geben.
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Natürlich sind auch Onlinespiele und MMOGs nach wie vor ein heißes Eisen, neben den Mechaniken dieser Spiele selbst werden vor allem Probleme wie Onlinesicherheit und Community Management aufgegriffen und es wird versucht, Problemlösungen zu erarbeiten. Genrespezifische Veranstaltungen können auch gefunden werden, vor allem der weiterhin in der Renaissance befindliche Adventuremarkt in Deutschland wird einige Beachtung finden. So wird zum Beispiel die Evolution der Dialogsysteme von Zork bis Mass Effect präsentiert oder die Zukunft des Genres diskutiert, woran sich unter anderem Jan Müller-Michaelis („Edna bricht aus“) beteiligen wird.

Auch werden Erfolgsgeschichten präsentiert und die Firmenstrategien auf dem Weg dahin portraitiert, lukrative Modelle wie Download-Spiele und -Inhalte erläutert und letzten Endes auch das gute althergebrachte Handwerk näher betrachtet: Wie macht man einen guten Soundtrack? Welche Möglichkeiten stehen jungen Grafikern zur Verfügung? Wie lässt sich „Immersion“, also der Sogeffekt eines Spiels, kreieren?

Interessant werden weiterhin Fragen sein wie der Vergleich zwischen dem deutschen Spielemarkt und dem Rest der Welt oder die Rolle, die deutsche Entwickler in Europa einnehmen. Obgleich nicht direkt der Quo Vadis, sondern eher der dazugehörigen Gamestage angehörig, wird das Higlight wohl die Verleihung des Deutschen Computerspielpreises sein, der mit 500000 Euro höchstdotierte und renommierteste Preis der Branche in Deutschland, der in zehn Kategorien vergeben wird. Man merkt: Drei Tage sind eigentlich kaum genug, einem so umfangreichen Thema gerecht zu werden. Nichtsdestotrotz freuen wir uns auf eine informative und unterhaltsame Konferenz und werden in der nächsten Woche für euch von dort berichten.

Besuchen kann die Konferenz übrigens jeder, obgleich der normale Ticketpreis mit 189 Euro sehr hoch ist. Ein Studententicket kostet immerhin noch 49 Euro. Sollte euch das nicht abschrecken, dann könnt ihr euch auf der offiziellen Seite registrieren und ein Ticket erwerben. Wir sehen uns dort!