Heute wurden nach langer Erwartung (und leichter Verzögerung) die 4. deutschen Gamestage und die dazugehörige Entwicklerkonferenz Quo Vadis im bcc in Berlin eröffnet. Medienboard-Geschäftsführerin Petra Müller fand einige warme Worte zu den Besucherzahlen und der Medienbeachtung, die die Gamestage mittlerweile vorzeigen können. Danach übergab sie das Wort an Stephan Reichart, den Geschäftsführer des Veranstalters Aruba Events. Reichart betonte die notwendige Reife, mit der man an Games herangehen müsse, dass es Zeit sei, Pauschalisierungen in den Debatten um Spiele außen vorzulassen und stattdessen das Feld ernsthaft und gründlich anzugehen. So müsse man z.B. auch innerhalb der Industrie einmal zugeben können, wenn ein Spiel wirklich schlecht gelungen sei.

Der Berliner Bürgermeister und Senator für Wirtschaft, Technologie und Frauen Harald Wolf prognostizierte die große Rolle, die Games in der Zukunft spielen werden und verwies auf Berlin als einen der zentralen Knotenpunkte der Spieleindustrie in Deutschland. In der anschließenden Podiumsdiskussion ging es um die Marktsituation der Spielemacher, die Wechselwirkung zwischen Games und anderen Medien und die verschiedenen Strategien und Tendenzen, die momentan den Markt bestimmen und in Zukunft beeinflussen werden.

Die Vertreter der Spieleindustrie (Rainer Markussen von Gamigo und Dr. Jan Wergin von Bigpoint) betonten, dass die Wirtschaftskrise dem Gamesmarkt nicht geschadet habe, Martin Moszkowicz von Constantin Film und Jin Choi von MTV Networks Germany sprachen von der immensen Wichtigkeit von Games für die Felder Film und Fernsehen. Weitere Themen waren die Bedeutung von 3D für Gaming und ob Großkonzerne die notwendige Flexibilität zur Herstellung von Spielen und Förderung von Kreativität hätten.

Zum Abschluss des ersten Tages präsentierten Simon Krätschmer und Daniel Budiman (MTV Game One) einen Rückblick auf die Spiele vergangener Tage und der letzten Zeit. Sie zeigten hierbei den großen emotionalen Wirkungsbereich der Spiele auf, lieferten Beispiele für die Vielseitigkeit von Games, sprachen Probleme in der Industrie an und bewiesen, wie sehr sich selbst Spiele des gleichen Genres durch kleine Nuancen und große Eigenheiten voneinander unterscheiden, indem sie God of War III, Dante's Inferno und Bayonetta näher betrachteten. Darüber hinaus spekulierten sie über die Rolle von Social Games und Augmented Reality in der Zukunft.