Quake 4 (Xbox 360 Review)
von Nedzad Hurabasic

Die PC-Version des Shooters Quake 4 hinterließ in unserem Test einen größtenteils guten, wenn auch etwas zwiespältigen Eindruck, und konnte vor allem hinsichtlich der Solokampagne überzeugen.

Mit Erscheinen der Xbox 360 wurde auch eine speziell für die neue Microsoft-Konsole angepasste Version veröffentlicht, die den Konsoleros unter euch zu ebenso viel Spaß verhelfen soll wie den PC-Fans. Warum es leider nicht ganz so kommt, wie vielleicht erhofft, sagt euch dieser Artikel.

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Um es vorweg zu nehmen: Das größte Manko des Spiels, das inhaltlich im Vergleich zur PC-Version keine Veränderungen erfahren hat, findet sich auf der technischen Seite. Das ist jetzt, nachdem über ein Dutzend Spiele für die Xbox 360 veröffentlicht und von uns gespielt wurden, leider keine große Überraschung mehr.

Das liegt aber vermutlich nicht an dem Gerät, sondern an der Software, die unter scheinbar großem Zeitdruck entwickelt werden musste und daher noch teilweise deutliche Schwächen aufweist.Wie auch schon die Sportspiele FIFA 06 und NBA Live 06 (um nur zwei Beispiele zu nennen), kämpft auch Quake 4 mit ähnlichen Problemen, die sich in gelegentlichen Rucklern, aber vor allem einer instabilen Framerate äußern. Die Ursache kennen wir nicht, wohl aber die Auswirkungen aufs Gameplay: stark verlangsamte Darstellung, Bewegungen wie in Zeitlupe und ähnliche "Gimmicks". Gerade bei Actionspielen sind solche Probleme natürlich Gift für den Spielspaß. Sie treten vor allem dann auf, wenn am meisten Action über den Screen flimmert oder besonders viele Figuren zu sehen sind.

Quake 4 - Verschenktes Potential? Wie gut ist Quake 4 auf der Xbox 360?

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Dabei hätte das Spiel eigentlich das Zeug, zu einer sehr guten Wertung gehabt. Auch wenn die Grafik selbst im HD-Modus der Konsole nicht ganz an die hervorragende Darstellung des PC-Pendants heranreicht, weil die Texturen nicht auf ganz so hohem Niveau und detailliert erscheinen, so kann vor allem die Einzelspielerkampagne mit einer gehörigen Portion Spielspaß überzeugen.

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Für diejenigen, die unser PC-Review nicht gelesen haben, hier eine Zusammenfassung: Storytechnisch knüpft Quake 4 dort an, wo Quake 2 aufgehört hat (Quake 3 bestand praktisch nur aus einem Multiplayer-Modus). Damals noch als namenloser Soldat, hat unser Held diesmal einen Namen erhalten: Matthew Kane, gerade erst der Rhino Squad zugeteilt.

Ohne lange Vorreden befindet sich der Protagonist mit seinen Teamkameraden, von denen einige Wetten darauf annehmen würden, dass er den ersten Tag nicht überlebt, im Anflug auf Stroggos, dem Heimatplaneten der Erzfeinde der Menschheit.Die Stroggs sind nämlich noch lange nicht besiegt, auch wenn es am Ende von Quake 2 vielleicht so ausgesehen haben mag. Doch während des Landeanflugs wird das Schiff - natürlich - abgeschossen und das halbe Team dabei vernichtet. Dumm gelaufen, wenigstens können wir im Anschluss daran sofort zur Action übergehen, wenn auch zunächst nur mit einem kleinen Handblaster ausgestattet. Das soll sich aber schnell ändern.

Glücklicherweise finden wir schnell das Standard-Maschinengewehr, das uns im weiteren Spielverlauf treue Dienste leisten wird. Es ist die vielseitigste aller Waffen im umfangreichen Arsenal des Spiels, bei dem die meisten alten Bekannten wie Schrotflinte, Granatwerfer, der Hyperblaster, der Raketenwerfer und natürlich auch die Nail- und Railgun genauso wenig fehlen dürfen, wie die BFG, die Dark Matter-Kanone. Allerdings sind die beiden ersten Waffen mit einer Taschenlampe ausgestattet, was gerade in den eher dunklen Innenräumen von Vorteil ist.Wie bei der PC-Fassung sucht der Spieler aber auch bei all diesen Waffen eine Sekundärfunktion leider vergeblich. Dafür erhalten einige Waffen im Spielverlauf Upgrades, die von befreundeten Marines an die eigenen Waffen geschraubt werden. Die Schrotflinte wird dadurch deutlich effizienter, weil das Nachladen dann viel schneller geht. Etwas umständlich ist nicht nur die Konsolentypische Shootersteuerung (linker Stick für die Fortbewegung, rechter Stick für das Ausrichten des Charakters bzw. des Fadenkreuzes; rechte Schultertaste zum Feuern), auch das Wechseln der Waffen ist Vergleich zum PC zeitraubend und kann im Notfall den Tod bedeuten. Will man etwa vom dem Maschinengewehr auf den Raketenwerfer wechseln, müssen immer mehrere Tasten hintereinander gedrückt werden, um durch die Waffen zu scrollen. Da hilft auch der Schnellzugriff per D-Pad nicht, denn auch das erweist sich in der Praxis als zu langwierig. Doch wer Shooter an der Konsole zockt, kommt um diesen Malus nunmal nicht herum, es sei denn, er besorgt sich Tastatur und Maus.

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Die typische "Rette die Menschheit"-Story wird zum Glück durch abwechlunsgreiche Missionen aufgepeppt und wird daher so schnell nicht langweilig. Immerhin dauert es im Schnitt etwa 12 Stunden, bis der Spieler die Endsequenz zu sehen bekommt. Zum einen läuft der Gamer nicht immer allein mit seiner Spielfigur durch die vielen Gänge, immer wieder wird er von Team-Kameraden begleitet, die munter drauflos feuern, wenn sich Stroggs blicken lassen. Sie machen ihren Job auch gar nicht schlecht, sodass es durchaus Spaß macht, sie an seiner Seite zu haben. Zumal einige von Ihnen auch als Sanitäter oder Ingenieure unterwegs sind und den Spieler auf Anfrage heilen, bzw. seine Rüstung reparieren können.

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Die Missionsaufträge sind vielfältig: Zum einen müssen natürlich viele Zielorte erreicht bzw. Objekte wie Kommunikationsseinsrichtungen, Verteidigungsanlagen, Hangars und natürlich Endbosse vernichtet werden. Zum anderen erhält der Spieler auch gelegentlich den Auftrag, KI-Soldaten wie Ärzte abzuholen und sicher zum Zielort zu geleiten.

Das sorgt zwar einerseits dafür, dass viele Orte mehrfach besucht werden müssen, andererseits wird dem Spieler so "Verantwortung" übertragen, die ihn ins Spielgeschehen integriert.Im Gegensatz zu unseren relativ "intelligenten" Kameraden, verhalten sich unsere Gegner aber höchstens durchschnittlich kreativ, was ihre Bemühungen betrifft, uns ins Jenseits zu befördern. Oft agieren sie sich zu berechenbar und suchen zudem so gut wie nie Deckung vor unserem tödlichen Beschuss.

Als störend fällt dabei aber die leider zu leise Kommunikation auf, die im Verhältnis zu den anderen, sehr gelungenen Umweltgeräuschen, zu schwer zu verstehen ist. Selbst wenn die Spielfiguren an ruhigen Orten wie Raumschiffen miteinander reden, sind die Dialoge häufig schwer zu verstehen. Erschwerend kommt hinzu, dass die Vertonung zwar wirklich sehr gut gelungen ist, sie aber komplett auf Englisch vorliegt und daher für viele noch schwerer verständlich sein dürfte. Obwohl das Gameplay an sich sehr linear abläuft und wir einen Wegpunkt nach dem anderen abklappern, bzw. die Türen passieren, die freigegeben sind, werden zwischendurch immer wieder interessante Aufgaben gestellt.So dürfen wir uns zur Abwechslung auch als Panzerfahrer (SMC Hovertank) betätigen oder als Mech-Walker durch die feindlichen Reihen mähen. Das macht Spaß, schließlich müssen wir dabei beispielweise einem Transport Geleitschutz geben und dadurch kommt noch ein bisschen mehr Spannung auf. Den größten Wendepunkt in der Story gibt es etwa zur Hälfte des Spiels, wer bisher noch nicht über diesen "Spoiler" gestolpert ist, soll an dieser Stelle auch nicht mehr darüber erfahren ...

Aufgrund der strikten Linearität des Spielgeschehens fällt auch die Tatsache, dass dem Spieler keine Map/Radar zur Verfügung steht, um sich zu orientieren, nicht weiter ins Gewicht. Nur selten entsteht das Gefühl, dass man nicht so recht weiter weiß. Dafür ist die Speicherfunktion absolut vorbildlich. Dem Spieler steht es zu jeder Zeit frei, selbst Speicherstände anzulegen.

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Die Waffensounds sind aber schön knackig und nerven auch nach einigen Stunden Dauergeballer nicht, was durchaus als Lob zu verstehen ist!

Der Multiplayer-Modus der Xbox 360-Version ist leider genauso enttäuschend wie bei der PC-Fassung und besteht nur aus einem lauen Aufguss des Quake 3-Vorgängers. Zudem sind die Maps auf acht Spieler beschränkt (PC 16). Die oben beschriebenen technischen Probleme des Spiels wirken sich natürlich im Mehrspielermodus erheblich schlimmer aus, als im Singleplayer-Teil, da hier in der Regel jede Verzögerung mit dem virtuellen Tod bestraft wird.

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