Quake 4 (PC-Test)
von Patrick Streppel

Das Beben kehrt zurück - nach Doom 3 feiert ID Softwares zweite Kult-Serie in diesem Monat ihr Come-back. Angetrieben von einer erstklassigen Grafikengine haben die Entwickler von Raven Software mit Quake 4 einen atmosphärischen

Nachfolger geschaffen, der Elemente aus dem zweiten Teil und dritten Teil, Elite Force und Doom 3 vermischt. Dabei hält sich das Gameplay strikt an die Wurzeln der Serie: Action pur ohne Schnickschnack - und das ist zugleich die größte Schwäche.

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Als im vergangenen Jahr Doom 3 erschien, da waren viele Fans enttäuscht: Wir hatten über Jahre hinweg diese leckeren Screenshots gesehen und so die Erwartungen Stück für Stück in die Höhe geschraubt - das Ergebnis war jedoch pure Ernüchterung, denn so modern die Grafikengine war, so altbacken fiel das Gameplay von Doom 3 aus. Mal von den berechenbaren Horrorszenen abgesehen (F.E.A.R. zeigt gerade, was Horror wirklich ist), erinnerte die schlichte Ballerorgie mehr an ihre antiken Vorgänger als an aktuelle Konkurrenten wie Half-Life 2 oder Far Cry. Egal ob Versäumnis oder Absicht, so manch einer verlor das Vertrauen in ID Software, die doch über die Jahre so manchen Trend geprägt hatten.

Der schwarze Rabe
Während die Doom-Reihe in Augen vieler das Genre begründete und vor allem für simples, blutiges Geballer stand, ist man den Gebrüdern Quake vielleicht noch enger verbunden - wenn auch nicht zuletzt deshalb, weil die Titel deutlich jünger und optisch

wesentlich moderner waren. So war Teil 1 1996 der erste komplett in 3D gehaltene Shooter mit freier Sicht nach oben und unten (der Duke beispielsweise blieb trotz seines Titels in einer Semi-3D Engine mit zwei-dimensionalen Sprites).

Als ein Novum bot das Spiel nicht nur einen Level-Editor, sondern die Option zum "modden" - heute im Genre ebenfalls gang und gebe. So entstanden aber damals beispielsweise die ersten Bots, die bei den damals ebenfalls neuen Internet-Matches die Spielerzahl erhöhten. Für Teil 2 baute ID Software einen umfangreichen Solo-Modus, der im Gegensatz zum Vorgänger sogar eine Story bot und auch kooperativ gespielt werden konnte.

Das dritte Beben hingegen kehrte die Vorzeichen um und konzentrierte sich allein auf den Mehrspielermodus - die schnellen Gefechte waren zwar nicht so anspruchsvoll wie bei Konkurrent Unreal Tournament, wurden jedoch schnell zu einem Muss für Lan-Parties.

Quake 4 - Die Erde bebt wieder!

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Nicht zuletzt kennen Spieler aber auch die Quake-Engine, die über die Jahre mehrere Dutzend Ego-Shooter, Action-Adventures und Rollenspiele angetrieben hat. Ein Team, das von Anfang an auf Quake-Technologie entwickelt hat, ist das seit langem zu Activision gehörende Studio Raven Software. Obwohl in Deutschland vor allem Indizierungskandidaten, haben sich die Titel mit dem schwarzen Raben in die Herzen vieler Zocker gekämpft.

Packshot zu Quake 4Quake 4Erschienen für Xbox 360 und PC kaufen: Jetzt kaufen:

Dementsprechend wurde die Nachricht, dass nicht ID Software, sondern Raven bei Quake 4 das Ruder übernehmen würde, begeistert aufgenommen. Mit Titeln wie Star Trek: Voyager - Elite Force, Jedi Outcast und Jedi Academy hatten die Jungs bewiesen, dass sie einem Shooter Tiefgang und Atmosphäre einhauchen konnten - doch bei Quake 4 ist leider nur ein Teil dessen spürbar.

Assimiliert
Unter Ravens Regie wird das Vorzeichen erneut umgekehrt, denn bei Quake 4 steht wiederum die Singleplayer-Kampagne im Vordergrund. Die Geschichte setzt dabei unmittelbar nach Teil 2 an: Der einsame Marine hat das Verteidigungssystem der Strogg sowie deren Anführer, den Makron, erlegt, so dass die Menschheit zu ihrem großen Angriff blasen kann. In der Hoffnung den Krieg zu beenden, landet das Militär auf dem Heimatplaneten der halb-

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organischen, halb-mechanischen Fieslinge. Einer der Glücklichen ist Corporal Kane, der soeben dem Rhino-Squad zugeteilt wurde. Das Team soll den Platz für eine mobile Kommandobasis frei räumen, doch schon beim Landeanflug geschieht das unerwartete: Das Shuttle wird abgeschossen und Kane erwacht erst Stunden darauf inmitten der Trümmer.

Hat der Spieler seine Kameraden wieder gefunden und den Landeplatz für das eigene Schiff gesichert, kehrt erst mal etwas Ruhe ein. Wie bei Ravens Elite Force laufen wir gemütlich durch die Korridore, lauschen den Plaudereien der Crew oder beobachten durch die Scheibe der Krankenstation, was die Borg-ähnlichen Widersacher mit Menschen anstellen. Im Briefing-Raum angekommen erhalten wir unsere zweite Aufgabe: Wir sollen die Speerspitze bei jenem Einsatz bilden, der den Krieg entscheiden wird.

Denn wird das kollektive Bewusstsein der Strogg ausgeschaltet, ist der Feind plötzlich planlos - dazu müssen wir lediglich im Herzen des Feindes eine EMP-Waffe zünden. An dieser Stelle soll nicht zu viel verraten werden, doch der größte Wendepunkt des Spiels wurde in sämtlichen Trailern und Previews im Grunde schon verraten: Kane gerät in Gefangenschaft und wird von den Strogg "assimiliert". Naja, fast zumindest, denn nach den äußeren (äußerst blutigen) Modifikationen befreit man ihn, bevor der Kortikal-Chip aktiviert werden kann. Kane sieht aus wie ein Strogg, hört deren Stimmen in seinem Kopf und hat dennoch die volle Kontrolle - haben wir das nicht schon mal irgendwo gesehen?

Computerlogbuch der Voyager…
Wer jetzt die ersten Quake 4-Screenshots vor Augen hat, der darf aufatmen: Mit Doom 3 hat Ravens Werk trotz der optischen Ähnlichkeiten nicht viel gemein. Zugegeben, die Waffen sind relativ ähnlich (der übliche Genre-Brei aus Pistole, Maschinengewehr, Raketen- und Granatwerfer, Railgun, Energiewaffe und einer Super-Wumme) und

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auch einige der Gegner könnten vom Mars stammen, doch ist Quake 4 wesentlich schneller und heller. Es gibt kaum dunkle stellen und selbst wenn dienen sie nur der Atmosphäre, nicht aber um irgendwelche Monster zu verstecken. Auf Stroggos wird auch kein Mutant aus dem Schrank springen oder sich überraschend hinter dem Rücken des Spielers materialisieren, Lebensenergie und Munition können unbesorgt eingesammelt werden. Der Horror aus Doom 3 ist purer Action gewichen, wie wir sie aus Ravens Titeln kennen.

In der Tat erinnert vieles an Elite-Force - kein Wunder, es ist zu großen Teilen das gleiche Team, das auch an Quake 4 arbeitete. Das geradlinige Leveldesign sowie die zahlreichen Scripts und wechselnden Missionsziele erinnern an die Einsätze des Hazard-Teams: Wir dringen mit unserem Squad in eine Anlage ein bis wir vor einer versperrten Tür zu stranden.

Also geht es zurück um einen Ingenieur abzuholen, der natürlich gerade unter Feuer steht. Wir pauken den Kolbenschwinger da heraus, eskortieren ihn durch die Anlage und die Tür ist bald kein Problem mehr. Manche Kollegen sind Sanitäter oder Ingenieure was bedeutet, dass sie entweder die Lebensenergie oder die Panzerung wieder auffrischen können. Letztere rüsten zudem an festgelegten Stellen unsere Waffen auf, wodurch z.B. die Ladezeiten verringert oder zielsuchende Geschosse hinzugefügt werden. Obwohl ihr Vorgehen stark von Scripts abhängt, verhalten sich die Kameraden äußerst clever. Sie stecken einiges ein, teilen ordentlich aus und sind im Kampf eine gleichwertige Unterstützung. Schade nur, dass wir keine Teamkommandos geben dürfen. Ein rudimentäres System wie bei Republic Commando wäre klasse gewesen, entspricht aber auch nicht dem Anspruch des Spiels.

Masse statt Klasse
Denn Quake 4 ist ein ungewohnt simpler Shooter: Wir stürmen in

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einen Raum voller Gegner, visieren den ersten Strogg an und schießen. Außer hektischem zielen und strafen ist nicht viel zu tun, Deckung wird nur selten benötigt und zur Seite lehnen darf man sich ohnehin nicht.

Die Waffen haben keinen sekundären Feuermodus (es wird bei einigen Modellen marginal gezoomt) und zielen ist bei der meist immensen Streuweite ein Kinderspiel - Trefferzonen oder die Physikengine sind eher Gimmicks als spielerisch von Bedeutung. Mal fällt eine Kiste, mal explodiert ein Fass - das verleiht den Kämpfen aber keinen Tiefgang. Rätsel, anspruchsvolle taktische Manöver oder Szenen, in denen man gespannt hinter einer Kiste ausharrt, um die Ecke lugt und vorsichtig den Kopf anvisiert, wird man hier nicht finden. Im Gegensatz zu den packenden Feuergefechten von Far Cry oder jüngst F.E.A.R. ist Quake 4 eben nur ein oberflächlicher Action-Titel.

Die Gegner überzeugen dementsprechend eher durch Masse als durch ihre Intelligenz. Ausgelöst von Scrpts stürmen sie durch die Türen in einen Raum und beginnen sofort zu feuern. Manche Feinde springen oder strafen zur Seite, Deckung suchen die Jungs jedoch selten auf. Taktische Überlegungen, wie den Spieler zu umrunden und von hinten zu überraschen, sollte man der rudimentären KI nicht ankreiden - in höheren Schwierigkeitsgraden bekommen die Herren lediglichmehr Feuerkraft und Lebenspunkte spendiert. Zur reinen Moorhuhnjagd verkommen die Fahr- und Geschützsequenzen: Von einem Konvoi aus halten wir Unmengen an Strogg fern, düsen mit einem schlagkräftigen Hovertank durch die Lande oder steigen in einen Walker.

Durch unendliche Munition und regenerative Lebensenergie (witzigerweise werden Schilde und Panzerung wieder aufgebaut) sind diese Szenen zwar spaßig, aber doch wenig anspruchsvoll.

Vom Mars auf die Voyager
Das Leveldesign ist erstaunlich abwechselungsreich und zeigt, dass die Doom 3-Engine mehr drauf hat als bisher zu sehen war. Zwar erinnern vor allem die ersten Level mit ihren metallischen Korridoren und dunklen Ecken an IDs Marsstation, doch sind wir schnell auch in anderen Umgebungen wie Schützengräben unter freiem Himmel, einer blutigen Fleischverarbeitungsanlage oder einem miefigen Entsorgungskomplex unterwegs. Andere Stellen erinnern hingegen mit ihrem technologischen

Design an Borg-Kuben - ja sogar die späteren Lebensenergiespender könnten von einem Voyager-Set stammen.

Technisch ist Quake 4 hervorragend gelungen: Die verwendete Doom 3-Engine ist zwar nicht mehr so beeindruckend wie vor einem Jahr, gehört aber noch immer zum optisch besten, was der PC zu bieten hat - in Puntko Leveldesign und Texturen sogar noch einen Tick hübscher als Half-Life 2 und F.E.A.R., auch wenn das Spiel dafür bei den Charakteren bzw. Effekten den Kürzeren zieht. Quake 4 ist wesentlich heller als der ältere Bruder, wodurch ein wenig von der Faszination verloren geht - die Texturen sind hoch detailliert, doch das Echtzeit-Licht trägt halt viel zur Atmosphäre bei. Wie gehabt sind die kargen Außenlevel eher enttäuschend. Gute Nachricht: Wer Doom 3 anständig zum Laufen gebracht hat, der braucht sich bei Quake 4 nicht zu sorgen.

Old School
Ist schon das Singleplayer-Gameplay ein wenig altbacken, so ist der

Mehrspielermodus von Quake 4 ein Tripp in die Vergangenheit. Das Spiel bietet lediglich Deathmatch und Capture the Flag für bis zu 16 Spieler, liefert lediglich 9 Karten mit und verzichtet auf Bots - ganz schön mager für heutige Verhältnisse.

Schwerwiegender ist jedoch, dass sich die schnellen Deathmatches nahezu identisch zum dritten Teil der Serie spielen - wir haben die gewohnten Sprungplattformen, ähnliche Waffen und ein Gameplay, das bis auf die Knochen reduziert wurde: Strafen, zielen, schießen, möglichst alles so schnell wie möglich. Das muss nicht unbedingt schlecht sein: Wer seit jeher Quake 3 spielt und gerne ein Update möchte, der bekommt genau das.

Wenn auch nicht grafisch: Obwohl auf der selben Engine basierend sehen die mitgelieferten Karten (wohl aus technischen Gründen) deutlich schlechter aus als die Solo-Einsätze - Echtzeit-Licht oder schattige Gebiete haben wir beispielsweise nicht wahrgenommen. Kurzfristig machen die Matches aber eine Menge Spaß, langfristig muss die Community aushelfen.mehr Feuerkraft und Lebenspunkte spendiert. Zur reinen Moorhuhnjagd verkommen die Fahr- und Geschützsequenzen: Von einem Konvoi aus halten wir Unmengen an Strogg fern, düsen mit einem schlagkräftigen Hovertank durch die Lande oder steigen in einen Walker.

Durch unendliche Munition und regenerative Lebensenergie (witzigerweise werden Schilde und Panzerung wieder aufgebaut) sind diese Szenen zwar spaßig, aber doch wenig anspruchsvoll.

Vom Mars auf die Voyager
Das Leveldesign ist erstaunlich abwechselungsreich und zeigt, dass die Doom 3-Engine mehr drauf hat als bisher zu sehen war. Zwar erinnern vor allem die ersten Level mit ihren metallischen Korridoren und dunklen Ecken an IDs Marsstation, doch sind wir schnell auch in anderen Umgebungen wie Schützengräben unter freiem Himmel, einer blutigen Fleischverarbeitungsanlage oder einem miefigen Entsorgungskomplex unterwegs. Andere Stellen erinnern hingegen mit ihrem technologischen

Design an Borg-Kuben - ja sogar die späteren Lebensenergiespender könnten von einem Voyager-Set stammen.

Technisch ist Quake 4 hervorragend gelungen: Die verwendete Doom 3-Engine ist zwar nicht mehr so beeindruckend wie vor einem Jahr, gehört aber noch immer zum optisch besten, was der PC zu bieten hat - in Puntko Leveldesign und Texturen sogar noch einen Tick hübscher als Half-Life 2 und F.E.A.R., auch wenn das Spiel dafür bei den Charakteren bzw. Effekten den Kürzeren zieht. Quake 4 ist wesentlich heller als der ältere Bruder, wodurch ein wenig von der Faszination verloren geht - die Texturen sind hoch detailliert, doch das Echtzeit-Licht trägt halt viel zur Atmosphäre bei. Wie gehabt sind die kargen Außenlevel eher enttäuschend. Gute Nachricht: Wer Doom 3 anständig zum Laufen gebracht hat, der braucht sich bei Quake 4 nicht zu sorgen.

Old School
Ist schon das Singleplayer-Gameplay ein wenig altbacken, so ist der

Mehrspielermodus von Quake 4 ein Tripp in die Vergangenheit. Das Spiel bietet lediglich Deathmatch und Capture the Flag für bis zu 16 Spieler, liefert lediglich 9 Karten mit und verzichtet auf Bots - ganz schön mager für heutige Verhältnisse.

Schwerwiegender ist jedoch, dass sich die schnellen Deathmatches nahezu identisch zum dritten Teil der Serie spielen - wir haben die gewohnten Sprungplattformen, ähnliche Waffen und ein Gameplay, das bis auf die Knochen reduziert wurde: Strafen, zielen, schießen, möglichst alles so schnell wie möglich. Das muss nicht unbedingt schlecht sein: Wer seit jeher Quake 3 spielt und gerne ein Update möchte, der bekommt genau das.

Wenn auch nicht grafisch: Obwohl auf der selben Engine basierend sehen die mitgelieferten Karten (wohl aus technischen Gründen) deutlich schlechter aus als die Solo-Einsätze - Echtzeit-Licht oder schattige Gebiete haben wir beispielsweise nicht wahrgenommen. Kurzfristig machen die Matches aber eine Menge Spaß, langfristig muss die Community aushelfen.mehr Feuerkraft und Lebenspunkte spendiert. Zur reinen Moorhuhnjagd verkommen die Fahr- und Geschützsequenzen: Von einem Konvoi aus halten wir Unmengen an Strogg fern, düsen mit einem schlagkräftigen Hovertank durch die Lande oder steigen in einen Walker.

Durch unendliche Munition und regenerative Lebensenergie (witzigerweise werden Schilde und Panzerung wieder aufgebaut) sind diese Szenen zwar spaßig, aber doch wenig anspruchsvoll.

Vom Mars auf die Voyager
Das Leveldesign ist erstaunlich abwechselungsreich und zeigt, dass die Doom 3-Engine mehr drauf hat als bisher zu sehen war. Zwar erinnern vor allem die ersten Level mit ihren metallischen Korridoren und dunklen Ecken an IDs Marsstation, doch sind wir schnell auch in anderen Umgebungen wie Schützengräben unter freiem Himmel, einer blutigen Fleischverarbeitungsanlage oder einem miefigen Entsorgungskomplex unterwegs. Andere Stellen erinnern hingegen mit ihrem technologischen

Design an Borg-Kuben - ja sogar die späteren Lebensenergiespender könnten von einem Voyager-Set stammen.

Technisch ist Quake 4 hervorragend gelungen: Die verwendete Doom 3-Engine ist zwar nicht mehr so beeindruckend wie vor einem Jahr, gehört aber noch immer zum optisch besten, was der PC zu bieten hat - in Puntko Leveldesign und Texturen sogar noch einen Tick hübscher als Half-Life 2 und F.E.A.R., auch wenn das Spiel dafür bei den Charakteren bzw. Effekten den Kürzeren zieht. Quake 4 ist wesentlich heller als der ältere Bruder, wodurch ein wenig von der Faszination verloren geht - die Texturen sind hoch detailliert, doch das Echtzeit-Licht trägt halt viel zur Atmosphäre bei. Wie gehabt sind die kargen Außenlevel eher enttäuschend. Gute Nachricht: Wer Doom 3 anständig zum Laufen gebracht hat, der braucht sich bei Quake 4 nicht zu sorgen.

Old School
Ist schon das Singleplayer-Gameplay ein wenig altbacken, so ist der

Mehrspielermodus von Quake 4 ein Tripp in die Vergangenheit. Das Spiel bietet lediglich Deathmatch und Capture the Flag für bis zu 16 Spieler, liefert lediglich 9 Karten mit und verzichtet auf Bots - ganz schön mager für heutige Verhältnisse.

Schwerwiegender ist jedoch, dass sich die schnellen Deathmatches nahezu identisch zum dritten Teil der Serie spielen - wir haben die gewohnten Sprungplattformen, ähnliche Waffen und ein Gameplay, das bis auf die Knochen reduziert wurde: Strafen, zielen, schießen, möglichst alles so schnell wie möglich. Das muss nicht unbedingt schlecht sein: Wer seit jeher Quake 3 spielt und gerne ein Update möchte, der bekommt genau das.

Wenn auch nicht grafisch: Obwohl auf der selben Engine basierend sehen die mitgelieferten Karten (wohl aus technischen Gründen) deutlich schlechter aus als die Solo-Einsätze - Echtzeit-Licht oder schattige Gebiete haben wir beispielsweise nicht wahrgenommen. Kurzfristig machen die Matches aber eine Menge Spaß, langfristig muss die Community aushelfen.