Gut ein Jahr ist es nun her, als uns Puzzle Quest: Challenge of the Warlords überraschte. Mit einer nahezu perfekten Symbiose aus Puzzle- und Rollenspielelementen entwickelte der Titel ein Suchtpotenzial, wie man es nur von ganz wenigen Spielen kennt. Nun setzen die Entwickler mit Galactrix auf ein völlig neues Science-Fiction-Szenario. Ob das geniale Spielprinzip dem Vakuum des Raumes zum Opfer fällt oder zu alter Höchstform aufläuft, erfahrt ihr im Test.

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Dynamische Charakterentwicklung

Challenge of the Warlords überzeugte nicht nur mit einem gut durchdachten Spielkonzept, es bot sogar jede Menge Spielzeit und Komplexität. Was also kann man an einem Nachfolger denn noch verbessern? Mit dieser Frage haben sich die Entwickler vermutlich lange Zeit auseinander gesetzt. Verändert wurde zunächst einmal das Szenario. Puzzle Quest findet nicht länger in einer Fantasy-Welt statt, sondern startet zu großen Weltraumabenteuern durch.

Puzzle Quest: Galactrix - Das Kultspiel hebt ab

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Raumschlachten statt Fantasyduelle – Spaß macht es trotzdem.
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Ob das neue Szenario nun „besser“ ist, hängt sicherlich vom persönlichen Geschmack des Spielers ab. Wie schon beim Vorgänger sorgt auch diesmal ein gelungener Musikscore für sehr viel Atmosphäre und einen hohen Wiedererkennungswert. Ungewohnt ist, dass ihr euch zu Beginn des Spiels zwar noch für ein Geschlecht, nicht aber für eine Charakterklasse entscheiden müsst. Stattdessen steuert ihr die Stärken eures Charakters einzig über das Verteilen von Attributpunkten nach jedem Levelaufstieg, den ihr durch das Sammeln von Erfahrungspunkten regelmäßig erreicht.

Gelungen ist erneut die Story des Spiels, die uns beim neusten Puzzle Quest sogar noch ein wenig besser gefallen hat als beim Vorgänger. Zahlreiche Wendungen und ein deutliches Plus an Spannung und Dramatik lassen die zahlreichen Storydialoge zu einem echten Mehrwert avancieren. Plattformtypisch wird erneut auf Videosequenzen und Sprachausgabe verzichtet. Atmosphärische Hintergrundbilder und fantasievoll gezeichnete Charaktere stimmen euch jedoch trotzdem ausreichend auf bevorstehende Aufgaben ein.

(Welt-)Raum für frische Spielelemente

Mit einem Raumschiff reist ihr zwischen den zahlreichen Himmelskörpern umher. Missionen werden erneut durch Ausrufezeichen angezeigt, so dass ihr eigentlich nie lange suchen müsst, wenn es darum geht, die Story voran zu treiben. Waren die Wege zwischen den verschiedenen Orten im Vorgänger häufig durch Kreaturen versperrt, die zunächst besiegt werden mussten, so habt ihr in Galactrix meistens freie Bahn, was für ein flüssigeres Gameplay sorgt.

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Viele Dialoge treiben die größtenteils gelungene Story voran.
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Schade ist nur, dass die Steuerung im Kartenbildschirm auf dem DS teilweise durch Fehlinterpretationen eurer Touchpeneingaben getrübt wird. Da fliegt euer Raumschiff schon mal eine unmotivierte Ehrenrunde, statt den Zielplaneten anzusteuern.

Viele der alten Spielelemente wurden auch in das Weltraumszenario übernommen, werden jedoch auf unterschiedliche Weise präsentiert. So könnt ihr natürlich keine mittelalterlichen Festungen mehr erobern, doch dafür lassen sich nun Rohstoffe auf Asteroiden abbauen. Reittiere sind ebenfalls Schnee von gestern und werden durch hoch technisierte Raumschiffe ersetzt. Insgesamt lässt sich sagen, dass die Komplexität des Vorgängers erhalten bleibt, das Szenario jedoch gleichfalls frischen Wind ins Universum bringt.

Kern des Spiels sind natürlich auch in Galactrix die Gefechte. Ausgetragen werden diese wie gewohnt durch die geschickte Kombination von farbigen Elementen. Per Touchpen tauscht ihr die Position von zwei benachbarten Elementen auf dem stets bunt gefüllten Spielfeld. Kombiniert ihr auf diese Weise mindestens drei rote, gelbe oder grüne Elemente, füllen sich eure Energieleisten. Diese drei Leisten dienen zur Verwendung spezieller Bordsysteme.

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Nach jedem Levelaufstieg könnt ihr eure Fähigkeiten verbessern.
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Habt ihr genug Energie in den entsprechenden Bereichen gesammelt, könnt ihr beispielsweise eine Bordkanone abfeuern und eurem Gegner dadurch zusätzlichen Schaden zuführen. Die Bordsysteme sind also das Gegenstück zu den Zaubersprüchen des Vorgängers. Neben den farbigen Elementen finden sich natürlich auch wieder Schadensfelder, die ihr ebenfalls kombinieren könnt, um eurem Gegner Schaden zu zuführen.

Nach wie vor ein Hit! Puzzle Quest meistert den Sprung ins Weltall mit Bravour und entfaltet erneut sein Suchtpotenzial.Fazit lesen

Gänzlich neu sind die blauen Elemente, die euren Schutzschild aufladen. Verfügt euer Schutzschild über Energie, werden Angriffe eures Gegners zunächst auf das Schutzschild umgeleitet, bevor es an die Substanz eures Schiffrumpfes geht. Auf diese Weise habt ihr nun auch die Möglichkeit eher defensiv vorzugehen.

Galaktisch forderndes Gameplay

Die wohl wichtigste Neuerung ist jedoch das Layout des Spielfeldes. Statt das Spielfeld einfach wie bisher in ein Raster aus horizontalen und vertikalen Linien aufzuteilen, spielt ihr neuerdings auf einem Hex-Feld.

Das alleine wäre sicherlich recht unspektakulär, doch kommt noch ein wesentlicher Faktor hinzu. Sobald ihr drei oder mehr gleichfarbige Hexagone kombiniert habt, lösen sich diese auf. Früher war es so, dass die Lücke nun einfach durch von oben nachrutschende Elemente gefüllt wurde. Das ist bei Galactrix anders. Je nachdem von welcher Seite ihr den letzten Stein, der zum Auflösen der Elemente geführt hat, gezogen habt, rutschen die Hexagone von eben dieser Seite nach. Zieht ihr also einen Stein nach links und kombiniert dadurch drei gleichfarbige Elemente, wird die resultierende Lücke von Steinen gefüllt, die ebenfalls von rechts reinrutschen.

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Nach erfolgreichen Raumschlachten könnt ihr die Bordsysteme eures Gegners nachbauen.
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Diese Gameplayänderung führt dazu, dass sich das Spiel deutlich komplexer spielt und es viel schwieriger ist, die Auswirkungen eines Zuges und die verschiedenen Möglichkeiten abzuschätzen. Immer wieder kommt es gerade zu Beginn somit zu Kettenreaktionen, die gar nicht beabsichtigt waren.

Von diesem Umstand profitieren auch die Mehrspielerpartien, bei denen ihr euch erneut mit anderen Spielern messen könnt. Wer hier gewinnen möchte, muss sich wirklich intensiv mit dem Spiel beschäftigen und seine Wahrnehmung der Spielfeldkonstellationen gezielt trainieren. Ein Zeitlimit bei der Ausführung der Spielzüge trägt ebenfalls dazu bei, dass ihr euch sehr stark konzentrieren müsst, um gute Gelegenheiten nicht zu verpassen.