Mit „Puzzle Quest“ schafft es nun einer der größten Überraschungshits des vergangenen Jahres endlich auch in der Retailfassung nach Deutschland, nachdem der Titel hierzulande bislang lediglich über Xbox Live Arcade vorstellig wurde. Wir haben uns die PS2-Fassung der Rollenspiel-Puzzle-Mixtur zu Gemüte geführt. Warum das Spielprinzip auch in dieser süchtig macht und wann Ihr dennoch zu einer anderen Fassung greifen solltet, lest Ihr im Test.

Puzzle Quest: Challenge of the Warlords - Gameplay - Trailer

Es gibt diese Erfindungen, die einen immer wieder zu der Frage bringen: Warum ist mir das nicht vorher eingefallen? Ob eine Suchmaschine wie Google, ein Videoportal wie Youtube oder ein Netzwerk wie Myspace – sie alle haben eine Gemeinsamkeit: Die Idee dahinter ist so naheliegend wie genial. Und weiter: Sie hat ihre Erfinder steinreich gemacht.

Puzzle Quest: Challenge of the Warlords - Geniale Mischung aus Puzzle und Rollenspiel!

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Steinreich durch Stein im Brett: Puzzle Quest bietet ein innovatives Spielprinzip.
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Steinreich sind die Entwickler von „Puzzle Quest“, die Australier Infinite Interactive, mit ihrem Titel vermutlich nicht geworden, dennoch war auch ihre Idee, ein Rollenspiel mit einer Puzzlepartie zu vereinen, grandios. Da der Titel, wie einleitend erwähnt, in Deutschland bislang nur wenig bekannt ist, wollen wir Euch zunächst das Spielprinzip näher bringen.

Krieger beim Puzzlen

Der Einstieg in „Puzzle Quest“ ähnelt dem in beinahe jedem Rollenspiel. Zu Beginn wird die Klasse – zur Wahl stehen Krieger, Magier, Ritter und Druide -, der Name und das Geschlecht des Helden in spe gewählt, dann geht es auch schon los. Auf einer hübschen Übersichtskarte lässt sich der Held von nun an zwischen verschiedenen vorgegebenen Orten wie etwa Städten, Ruinen oder Höhlen verschieben.

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Trotz Puzzle-Gameplay bereist ihr typische Fantasy-Welten.
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Der erste Besuch gilt der Königin der Hauptstadt. Der Einstieg in die klassische RPG-Story (Untote greifen unter der Führung eines finsteren Lords die Ländereien der Guten an) geschieht über die erste Quest, in der man angewiesen wird, den eigenen Vater in seiner nahen Burg zu besuchen. Dort angekommen erhält man von ihm ein paar warme Worte sowie einen zerbrochenen Schild und wandert wieder zurück zur Hauptstadt. Dort wird man anhand der nächsten Aufgabe schließlich in das tolle Kampfsystem des Spiels eingeführt.

Dieses setzt vollständig auf das Köpfchen des Spielers, indem es ihn die Gefechte durch Puzzlen lösen lässt. Die Mitte des Bildschirms ist dabei mit verschiedenfarbigen Münzen gefüllt, die es mindestens zu Dreierkombinationen zu verschieben gilt. Stehen etwa zwei gelbe Münzen neben einer roten Münze, neben der sich wiederum eine gelbe Münze befindet, tauscht man den roten gegen den gelben Kreis und das so entstandene Trio löst sich in Luft auf. Im Gegenzug erhält man dafür gelbes Mana.

Schafft man es, vier oder gar noch mehr Münzen zu kombinieren, verstärkt sich die Wirkung, zudem erhält man Erfahrungsboni und freie Spielzüge. Neben den Manamünzen befinden sich zudem Erfahrungs-, Gold- und Totenkopfplättchen auf dem Spielbrett. Während die beiden erstgenannten Arten wenig überraschend Erfahrungspunkte und Gold geben, fügen kombinierte Totenköpfe dem Gegner Schaden zu.

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Setzt man seine Zauber und seine Spielzüge auf dem Puzzlefeld geschickt ein, sind mächtige Kombinationen möglich.
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Außer Totenkopfgruppen hat man jedoch auch Spezialangriffe und Zaubersprüche im Gepäck. Diese setzen wiederum auf die farbigen Manasorten, die man sich zuvor mit den entsprechenden Münzen verdienen muss. Neben Schaden beim Gegner lassen sich so zusätzliche Züge oder eine stärkere Verteidigung gegen feindliche Angriffe herbeiführen. Im späteren Spielverlauf erhält man gar Gefährten und Reittiere, die gerade bei der Kampferöffnung diverse Boni für den Spieler bereit halten.

Wo finde ich dieses schwedische Möbelhaus?

Gefährten, Reittiere – damit ist schon angeklungen, dass „Puzzle Quest“ auch im weiteren Spielverlauf Einiges an Tiefgang und Abwechslung zu bieten hat. So lässt sich die eigene Burg ausbauen, was wiederum viele neue Möglichkeiten eröffnet. Errichtet man etwa Zaubertürme, kann man mehrfach besiegten Gegnern ihre Zaubersprüche abluchsen. Baut man hingegen Stallungen, lassen sich geeignete Tiere und Gegner als Reittiere gefangen nehmen.

Darüber hinaus darf so ziemlich jede Stadt belagert und so in Besitz genommen werden, was in den weiteren Spielrunden Steuereinnahmen bringt. Doch nicht nur am eigenen Grund und Boden darf gewerkelt werden, auch der Held wird selbstredend rollenspielgerecht zum Superstar gelevelt. Dies bringt je nach Klasse und Punkteverteilung neue Zauber und Angriffe, mehr Leben oder eine bessere Manaausbeute auf dem Spielfeld.

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Die Grafik ist nicht zeitgemäß, aber schön.
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Dieses sieht übrigens wie die gesamte Spielwelt absolut nicht mehr zeitgemäß aus – und das ist auch gut so. Denn der komplett handgezeichnete Look des Spiels ist einfach toll geraten, wenngleich viele 3D-verwöhnte Zocker hier vermutlich die Hände über dem Kopf zusammen schlagen werden. Einziges Manko: Das kleinere Spielfeld der Puzzle-Sequenzen in der PS2-Version sieht deutlich schlechter und unübersichtlicher aus als in den anderen Fassungen.

Beim Sound hat sich im Vergleich zu den anderen Versionen hingegen nichts getan. Die Soundeffekte sind weiterhin zwar selten, aber ordentlich, und der epische Soundtrack ist genauso stark wie auf PC, DS und Co., auch wenn ein paar Stücke mehr dem Titel gut getan hätten.

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Wer auch unterwegs puzzlen will, greift zur DS-Version.
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Letztlich macht also auch die PS2-Fassung von „Puzzle Quest“ nur wenig falsch und eine Menge richtig. Auch wenn man im Verlauf des Spiels – und das gilt auch für die anderen Varianten – immer wieder auf zu starke Gegner trifft, stört dies eigentlich nie, da man bei Niederlagen auf dem Puzzlefeld nicht stirbt, sondern den Kampf immer wieder neu aufnehmen kann.

Wer also an einer Stelle nicht weiter kommt, kann in unzähligen Nebenquests und dank vieler zufällig auf der Karte erscheinender Feinde seinen Charakter verbessern und sich dann erneut der Herausforderung stellen. Das einzige Problem dabei: Die Zeit beim Spielen vergeht wie im Flug und währenddessen haben erneut irgendwelche Fremden die Ideen zu Geld gemacht, die man selbst hätte haben können …