Es gibt Paare, die passen einfach nicht zusammen. Angelina Jolie und Brad Pitt, Orangensaft und Zahnpasta, die Beatles und Yoko Ono, Fußballspieler und Gesang, BP und Ökoimage. Die Liste könnte endlos fortgesetzt werden. Bis vor drei Jahren war man auch noch davon überzeugt, dass Puzzlespiele und Rollenspiele einfach nicht zusammen gehören.

Puzzle Quest hat mit diesem Vorurteil jedoch gehörig aufgeräumt, eigenhändig ein neues Genre geschaffen – und sich dann erst einmal schlafen gelegt. Bis auf das eher durchwachse Pedant Puzzle Quest Galactrix wurde es sehr ruhig um die Reihe, die soviel Staub aufgewirbelt hat.

Puzzle Quest 2 - Press Hits Trailer3 weitere Videos

Durchsichtige Konstruktion

Nun also erscheint endlich der offizielle zweite Teil. Die lange Wartezeit schürt natürlich Erwartungen: Wurde das Spielprinzip erweitert, aufgemöbelt, verbessert? Konnte man den Charme des simplen Ansatzes bewahren und trotzdem ein neues Spielgefühl liefern? Leider ist die Antwort auf beide Fragen ein eher enttäuschtes „Nicht so wirklich“. Es gibt Neuerungen, sicher – aber sie gehen einfach nicht weit genug.

Puzzle Quest 2 - Ein würdiger Nachfolger zum genialen Rollenspiel-Strategie-Knobel-Mix?

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/4Bild 17/201/20
Alles wie gehabt: Puzzle das Monster zu Tode! (Screenshots von der Xbox 360)
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

So wollte man das Rollenspiel-Feeling erhöhen und hat nun die Mechanik verändert, mit der der Spieler von einem Puzzle-Kampf zum nächsten geleitet wird. Klickte man sich im ersten Teil noch auf einer Landkarte durch die Questen, ist man nun als einer von drei wählbaren Charaktere in einer Landschaft unterwegs. Frei bewegen kann man sich allerdings nicht, sondern lediglich die vorhanden Hot-Spots auswählen, um bestimmte Aktionen auszulösen.

Das Prinzip ist dabei recht ernüchternd: Eine Person anklicken, den Auftrag erhalten und dann auf die Location klicken – Puzzle Quest will verschleiern, dass die Verpackung für die spannenden Puzzle-Spiele eben nur eine recht dünne und durchsichtige Konstruktion ist. Was beim ersten Teil jedoch durchaus OK und auch nicht störend war, wird hier mit Charakteren und einer drögen Geschichte ausgewalzt. Das Ganze spielt sich im Endeffekt zäh und anstrengend. Die zahlreichen Bildschirmbotschaften, die man sich nach jedem Klick durchlesen muss, behindern ebenfalls den Spielfluss.

Puzzle Quest 2 - Ein würdiger Nachfolger zum genialen Rollenspiel-Strategie-Knobel-Mix?

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/4Bild 17/201/20
Statt einer Karte gibt es nun Dungeons und Ortschaften. (Screenshots von der Xbox 360)
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Am eigentlichen Kern des Spiels, den Puzzle-Kämpfen, wurde hingegen recht wenig geändert. Das ist gut, denn so bleibt der Charme des Vorgängers erhalten, und schlecht, denn so unterscheidet sich der zweite Teil kaum davon. Es gilt also, Perlen in waagrechte oder senkrechte Dreier-Ketten zu bringen. Bei Totenschädeln erhält der Gegner Schaden, bei farbigen Perlen erhält man Punkte für das entsprechende Mana.

Der Überraschungserfolg tritt auf der Stelle: Von notwendigen Innovationen keine Spur. Dennoch Pflichtprogramm für Fans von Puzzle-RPGs.Fazit lesen

Hat man genug Mana gesammelt, kann man Zaubersprüche wirken, die entweder Schutz bieten, den Gegner schädigen oder andere Effekte besitzen – die kluge Kombination der Zaubersprüche entscheidet oftmals über Sieg oder Niederlage. So sollte schon vor dem Kampf die Auswahl an Zaubersprüchen festgelegt werden.

Zahnlose Gegner

Niederlagen gibt es jedoch auch bei ungeschickten Zauberspruchkombinationen sehr selten und es verlangt schon einiges an Pech, um wirklich gegen ein Monster die Waffen zu strecken. Die Gegner sind sehr einfach, der Schwierigkeitsgrad lächerlich gering. Echte „Puzzle Quest“-Fans werden hier leider nicht wirklich gefordert – Einstellungen, um dies zu beheben, gibt es leider nicht.

Puzzle Quest 2 - Ein würdiger Nachfolger zum genialen Rollenspiel-Strategie-Knobel-Mix?

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/4Bild 17/201/20
Die Story darf getrost ignoriert werden. (Screenshots von der Xbox 360)
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Neu in den Puzzles ist die Möglichkeit, mit einer Waffe direkten Schaden zu verursachen. Dazu muss man die blauen Fäuste in eine Reihe bringen und erhält damit Punkte für die Nutzung der Waffen. Natürlich gibt es damit auch die Möglichkeit, neue Schwerter oder Äxte zu kaufen und zu sammeln, Ausrüstungsgegenstände zu erwerben und generell den Charakter aufzuleveln.

Leider ist das Aufleveln sehr einfach ausgefallen – nach jedem Aufstieg erscheint ein Bildschirm, in dem man einen Punkt auf eine Charaktereigenschaft vergeben kann. Man erfährt zwar, was der Vorteil von dem Aufstieg in den nächst höheren Rang ist, kann jedoch nicht direkt Punkte auf bestimmte Zauber vergeben.