Schlanker, leichter, langlebiger: Das ist die neue PlayStation Portable (PSP), die Sony Computer Entertainment auf der vergangenen E3 Media & Business Summit 2007 in Santa Monica offiziell angekündigt hat. Obwohl die Gerüchteküche schon vor Monaten brodelte, wurde jegliche Weiterentwicklung der PSP abgestritten. Im September soll es nun aber doch soweit sein: Eine überarbeitete PSP erblickt das Licht der Welt. Aber reichen zahlreiche Verbesserungen aus, um Fans rund um den Globus zu begeistern und die Verkaufszahlen anzukurbeln? Wir beleuchten das neue Modell von allen Seiten und verraten euch auch die geschichtlichen Hintergründe.

Die Historie der Handheld-Entwicklung von Sony reicht schon viele Jahre zurück: Bereits von 1998 bis 2000 arbeitete das Unternehmen an einer ersten Mini-Konsole, die auf den Projektnamen "Project E.T." getauft wurde. Zum Bedauern zahlreicher Videospieler verschwand dieser Prototyp aber bald wieder in die Aktenschränke. Verantwortlich dafür war die PlayStation 2, die im gleichen Jahr das Licht der Welt erblicken sollte. Rund sieben Jahre nach den ersten Ideen der Entwickler wagte Sony mit der PSP schließlich einen Schritt in jenes Marktsegment, das bis dato unter Nintendo-Flagge stand.

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Der Atari Lynx war der erste Handheld mit Farbbildschirm.
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Seit Anfang der neunziger Jahre darf sich das japanische Entwicklerstudio für Hard- und Software nämlich mit dem Titel "Marktführer" schmücken. Die Gründe hierfür waren vielfältig: Zum einen konnte die Entertainment-Industrie einen regelrechten Boom verzeichnen, zum anderen interessierte sich die Bevölkerung immer mehr für die "Neuen Medien".

Die endgültige Heiligsprechung der Mario-Schöpfer wurde schließlich mit der Markteinführung des Game Boy besiegelt, einer tragbaren Konsole für Jung und Alt. Dieses Prinzip faszinierte Tausende Fans ungemein, so dass Konkurrenzsysteme wie der Game Gear, der Atari Lynx oder das Neo Geo Pocket früher oder später wieder in der Versenkung verschwanden.

Mit Anbruch des 12. Dezember 2004 startete Sony dann seinen Angriff: Die PSP zierte von nun an die Regale tausender Händler in Japan. Der Andrang zur Markteinführung der Konsole war natürlich groß, so dass sich zahlreiche Fans bereits in den frühen Morgenstunden vor den Geschäften positionierten. Augenzeugen berichteten sogar von Warteschlangen mit mehr als 1300 Menschen. Kein Wunder, schließlich lag der Verkaufspreis letztendlich erstaunlich niedrig unter den Prognosen: Für 19.800 Yen (145 Euro) wechselte das Schmuckstück den Besitzer, während die Videospiele bereits für 4.300 Yen (21 Euro) zu haben waren.

Rank und schlank: Die neue PSP

Rund zweieinhalb Jahre nach diesem denkwürdigen Ereignis präsentierte Sony nun eine überarbeitete PSP, die den Kampf um die Herrschaft im Handheldsektor weiter antreibt. Dabei orientiert sich der Branchenriese wieder einmal weniger an der Zweckmäßigkeit, sondern präsentiert ein Allround-Talent, mit dem man nicht nur unterwegs daddeln kann.

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Die überarbeitete PSP wird 19 Prozent dünner sein.
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Zuerst aber zu den äußerlichen Veränderungen: Das neue Modell der PlayStation Portable ist um satte 33 Prozent leichter als der Vorgänger. Das bedeutet, dass der Handheld anstatt 280 Gramm nur noch 189 Gramm wiegen und somit fast schon so leicht wie das ein oder andere Handy sein wird. Darüber hinaus wurde auch das Gehäuse einer Schlankheitskur unterzogen. Hier konnten die Entwickler insgesamt 19 Prozent einsparen, so dass die Höhe des Handhelds von 23 Millimeter auf 18,6 Millimeter gesenkt werden konnte.

Die Gewichtsreduzierung der Konsole konnte Sony vor allem durch eine Verkleinerung des Akkus erzielen. Zu diesem Zweck wurde die Kapazität des Stromspeichers von derzeit 1800 mAh auf nur noch 1200 mAh reduziert. Da das neue Modell letztendlich 30 Prozent weniger Strom verbrauchen soll, bleibt die Laufzeit mit fünf Stunden konstant. Wer hingegen auf einen länger haltenden Akku angewiesen ist, kann unter Verwendung einer größeren Abdeckplatte einen separat erhältlichen Stromspeicher mit 2400 mAh einsetzen.

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Unter der Abdeckplatte verbirgt sich der neue Akku, der auch durch eine stärkere Variante ersetzt werden kann.
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Der ist dann so groß wie beim alten Modell, verdoppelt die Einsatzbereitschaft aber auf satte zehn Stunden. Der Akku wird mit dem neuen Modell erstmals auch über den USB-Anschluss aufgeladen werden können. Ein Ladegerät ist zukünftig also nicht mehr nötig, wird aber trotzdem im Lieferumfang des überarbeiteten Handhelds enthalten sein.

Das Design des neuen Modells orientiert sich aber weiterhin am großen Bruder: Altbekannte Tasten wie X, Kreis, Dreieck und Viereck sind natürlich ebenso zu finden wie ein Steuerkreuz und Analogstick. Wie Sony allerdings bei der Ankündigung der überarbeiteten Version auf der E3-Pressekonferenz verlauten ließ, sollen die Steuerungstasten knackiger reagieren. Darüber hinaus werden die Lautsprecher jetzt am oberen Gehäuserand liegen, so dass sie nicht mehr mit den Händen verdeckt werden können. Die letzte äußerliche Optimierung wird schließlich am UMD-Laufwerk selbst zu finden sein: Hier wurde die Klappe überarbeitet, um ein leichteres Einlegen des UMD-Speichermediums zu ermöglichen.

Die größten Neuerungen befinden sich aber im Inneren der Mini-Konsole. Zwar veränderte Sony nichts an der Rechenleistung des Prozessors oder an dem UMD-Laufwerk selbst, stockte den Arbeitsspeicher aber von 32 MByte auf 64 MByte auf. Somit soll vor allem Ladeunterbrechungen entgegengewirkt werden, die bis heute noch auftreten, wenn beispielsweise das Menü gewechselt wird.

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Sonst hat sich an dem Handheld äußerlich fast nichts verändert.
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Um endlich mit dem Video-iPod gleichziehen zu können, wird das neue PSP-Modell zusätzliche über einen Video Out-Anschluss verfügen, der zahlreiche Anschlüsse wie AV-Kabel, S-VIDEO-, D-Terminal- und Komponenten-AV-Kabel unterstützen wird. Der Anschluss ermöglicht es, qualitativ wertvolle UMD-Videos sowie auf dem Memory Stick gespeicherte Bilder und Filme auf dem eigenen Fernseher anzusehen.

Dank dem Komponenten-Kabel funktioniert das dann mit einer Auflösung von bis zu 480p (Vollbilder mit 720 x 480 Bildpunkten). Die Composite- und S-Video-Anschlüsse erlauben indes nur eine Interlaced-Ausgabe (Halbbilder mit 720 x 480 Bildpunkten). PSP-Spiele laufen hingegen mit 480 x 272 Bildpunkten auf dem LCD-Display. Mit einem TV-Gerät mit Progressive Scan und einem speziell für PSP entwickelten Kabel - das natürlich separat erhältlich sein wird - kann das Gameplay auch auf die heimische Mattscheibe übertragen werden.

Ausblick

Eigentlich war die Ankündigung einer überarbeiteten PSP auf der Sony-Pressekonferenz anlässlich der E3 Media & Business Summit 2007 in Santa Monica nicht wirklich überraschend. Erste Quellen berichteten schließlich schon vor Wochen, dass der Entertainment-Hersteller an einem neuen Modell arbeitet. Dass der Preis in den USA dann aber auch noch gleich bleiben wird, verwunderte schon etwas mehr. Dort soll das Modell mit der Bezeichnung PSP-2000 nämlich bereits am 10. September 2007 zu einem Preis von 170 US-Dollar veröffentlicht werden. In Europa und Japan wird ein zeitgleicher Release angestrebt. Zum Preis gibt es aber noch keine Informationen.

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Jetzt auch in edlem weiß.
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Trotz dieser zahlreichen Veränderungen und des moderaten Preises bleibt aber dennoch abzuwarten, ob diese Maßnahmen neues Leben in den UMD-Markt bringen können. Darüber hinaus besteht noch die Gefahr, dass die Vergrößerung des Arbeitsspeichers zu einer ungeahnten Flut an PlayStation 2-Portierungen führt. In Sachen Leistung steht die überarbeitete PSP dem großen Konsolen-Bruder nämlich in fast nichts mehr nach. Und wir wissen schon lange: Selbst mit einer überlegenen Hardware wird Sony dem Nintendo DS nicht den Rang ablaufen können, sofern das Spiele-Portofolio nicht stimmt. Wir dürfen also gespannt sein.