Viele Konsolenbesitzer kennen das Problem: Aus unerfindlichen Gründen brechen Multiplayer-Partien ab, man findet keine Mitspieler oder die Unterhaltung innerhalb einer Party wird abrupt getrennt, obwohl ihr offensichtlich online seid. Schuld daran ist in den allermeisten Fällen der sogenannte NAT-Typ eurer Konsole. NAT (Network Address Translation) ist dafür zuständig, die Datenpakete zwischen eurem Router und der Konsole auszutauschen und an die richtigen Ports weiterzuleiten. Welche Ports dafür vonnöten sind und welche anderen Möglichkeiten es gibt, eure NAT zu öffnen, haben wir hier zusammengefasst.

Es existieren hierfür drei Arten von Typen: NAT offen, NAT mittel und NAT strikt auf der Xbox – bzw. Typ 1, Typ 2, Typ 3 auf der PlayStation. Der offene Typ ist der Idealfall. Bekommt ihr diesen NAT in den Netzwerkeinstellungen eurer Konsole angezeigt, werdet ihr vom entsprechenden Spiel öfter als Host gewählt und könnt mit mehr Spielern, die unterschiedliche NAT haben, spielen, als es beispielsweise ein Spieler mit einem strikten NAT kann. Leider hängt es aber nicht nur von euren offenen Ports im Router ab, ob alle Multiplayer-Spiele problemlos laufen, denn einige Titel benötigen mitunter Ports, die abgesehen von diesem Spiel von keinem anderen Titel genutzt werden.

In diesem Guide konzentrieren wir uns auf die größten Probleme; auf einzelne Titel wird hier nicht eingegangen. Wichtig! Jede Änderung der nun folgenden Einstellungen in eurem Router werden erst aktiv, wenn ihr den Router anschließend neu startet, ihn also komplett vom Strom nehmt und anschließend mindestens 30 Sekunden wartet, bevor ihr diesen wieder an den Strom hängt. Zur kompletten Sicherheit solltet ihr währenddessen auch eure Konsole neustarten. Nun folgen mehrere unterschiedliche Möglichkeiten, in eurer Konsole den NAT zu öffnen. Sortiert sind die Möglichkeiten nach der Einfachheit, also dem schnellstmöglichen Effekt mit dem kleinstmöglichen Aufwand.

NAT-Typ ändern PS4 & Xbox One - Ports öffnen, Router und Firewall konfigurieren

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Um bei Online-Spielen wie Destiny die bestmögliche Leistung abrufen zu können, muss auch die Technik mitspielen.
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Sollte also einer der ersten Vorschläge schon funktionieren, ist das natürlich toll und der Idealfall. Alle anderen bekommen dann aber im Verlauf weitere Lösungsvorschläge für die ganz harten Fälle. Bedenkt bitte, dass sich Menü-Vorgehensweisen trotz gleichem Router aufgrund von unterschiedlichen Firmware-Versionen leicht unterscheiden können, Einstellungsbeschreibungen in eurem Router-Menü eine anderslautende Menübezeichnung haben oder sich nach einem Firmware-Update auf einmal an anderer Stelle im Menü befinden.

NAT für Games ändern: Router, Firewall, Einstellungen

Nachfolgend findet ihr verschiedene Lösungsmöglichkeiten.

Teredo-Filter für Fritzbox deaktivieren
Zu Beginn muss man zwischen zwei Arten von Routern unterscheiden. Das sind zum einen die Fritzboxen und alle anderen. Fritzboxen besitzen im Gegensatz zu anderen Routern einen sogenannten Teredo-Filter. Dieser Teredo ist ein Tunnelmechanismus, der IPv4-Adressen auf das neue IPv6 vereinfacht und weiterleitet. Das kann vor allem bei Microsofts Xbox-Konsolen zu Problemen führen. Um diesen Filter in eurem Fritz-Router zu deaktivieren, öffnet ihr in eurem Browser die Benutzeroberfläche eurer Fritzbox. In den meisten Fällen ist das entweder fritz.box oder die direkte IP-Adresse „169.254.1.1“. Klickt nun auf die folgenden Menüpunkte: „Internet“ → „Filter“ → Registerkarte „Listen“. Deaktiviert nun die Option „Teredo-Filter aktiv“. Klickt abschließend zum Speichern auf „Übernehmen“

UPnP (Universal Plug and Play) aktivieren
Das UPnP ist eine der offensichtlichsten und einfachsten Lösungsmöglichkeiten zum Öffnen eurer notwendigen Ports. Geht in eurem Fritz-, Speedport- oder anderem Router im Routermenü in die Einstellungen und achtet zumindest bei Fritzboxen darauf, dass bei „Ansicht“ die Experteneinstellung mit einem Häkchen versehen ist. Geht nun auf „System“ → „Netzwerkeinstellungen“ → „UPnP“. Aktiviert hier nun die beiden Optionen „Statusinformationen über UPnP übertragen“ und „Änderungen der Sicherheitseinstellungen über UPnP gestatten“, übernehmt und speichert somit die Einstellungen und startet euren Router neu.

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DMZ/Exposed Host aktivieren
Eine weitere Möglichkeit, eure Ports mit einem simplen Klick zu öffnen, ist das Definieren eurer Konsole als „Exposed Host“ oder DMZ. DMZ (Demilitarized Zone) befreit eure Konsole von jeglicher Porteinschränkung.

Exposed Host (Fritzbox)
Der „Exposed Host“ macht im Grunde dasselbe, heißt aber nur anders und betrifft wieder mal nur die Fritzboxen. Einige Fritzboxen weisen eurer Konsole mit jedem Neustart eine dynamische IP – also jedes Mal eine neue IP – zu. Da wir aber unserem Router bei dieser Lösung ein Gerät/eine IP vorschreiben, die er permanent von Portbeschränkungen freihalten soll, würde der Effekt ja flöten gehen. Weist als Fritzbox-Nutzer eurer Konsole eine feste IP zu. Geht in die Netzwerkeinstellungen eurer Konsole und schreibt euch hier die IP-Adresse, die Subnetzmaske, den Gateway und die primäre und sekundäre DNS irgendwo auf. Nun wechselt ihr in den Konsoleneinstellungen auf manuelle Einstellungen und gebt diese Angaben noch einmal per Hand ein.

Im Endeffekt hat sich dann logischerweise nichts für die Konsole geändert – nur dass diese jetzt eine feste IP hat, worum es im Endeffekt nur geht, damit wir diese IP im Folgenden nutzen können und der Router somit sofort weiß, dass es hier wohl um eure Konsole geht. Geht in euer Fritzbox-Routermenü und klickt euch dann wie folgt vor: „Internet“ → „Freigaben“ → „Neue Portfreigabe“. Wählt nun in der ausklappbaren Liste „Portfreigabe aktiv für“ den Eintrag „Exposed Host“. Nun wählt ihr die betreffende Konsole aus, speichert und startet den Router neu. Wenn ihr allerdings wie eingangs beschrieben eurer Konsole eine feste IP zugeteilt habt, geht ihr in der ausklappbaren Liste auf „an Computer“ und klickt auf „manuelle Eingabe der IP-Adresse“, wo ihr die IP eurer Konsole eintragt, abspeichert und den Router und die Konsole neu startet.

DMZ
Alle anderen Router besitzen größtenteils in den erweiterten Einstellungen des Heimnetzwerks, in denen man auch die Portweiterleitungen findet, einen Menüpunkt mit der Abkürzung DMZ. Da eure Konsole bei eurem Router in dem Fall sicherlich immer dieselbe IP besitzt, müsst ihr diese nur in den Netzwerkeinstellungen eurer Konsole aufrufen und diese in diesem Menüpunkt eintragen. Somit befreit euer Router diese IP (in dem Falle dann eure Konsole) von allen Portbeschränkungen und ihr könnt abspeichern und den Router neustarten.

Portforwarding / Portweiterleitungen
Sollte es wider Erwarten mit keiner der vorangegangenen Möglichkeiten funktioniert haben, eure NAT zu öffnen oder wenigstens zu verbessern, dann müsst ihr eurem Router per Hand einzeln erklären, welche Ports er doch bitte dauerhaft für eure Konsole offenhalten soll. Das klingt komplizierter als es eigentlich ist. Wichtig ist nur, dass ihr eurer Konsole vorher eine statische, also eine feste IP-Adresse gebt, da jede Portweiterleitung eine IP-Adresse braucht, bei der sie die einzelnen Regeln für die Ports auch anwenden kann.

NAT-Typ ändern PS4 & Xbox One - Ports öffnen, Router und Firewall konfigurieren

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Moderne Konsolen gleichen bereits viele Dinge aus, die früher noch mühsam von Hand eingestellt werden mussten. Um ein paar Handgriffe kommt ihr aber auch mit PS4 und Xbox One nicht herum.
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Begebt euch nun wieder in das Menü eures Routers und geht auf „Internet“ → „Freigaben“, wenn ihr eine Fritzbox besitzt. In anderen Routern findet ihr diese Option im Heimnetz in den erweiterten Einstellungen. Je nach Hersteller und Firmware heißt der Menüpunkt Portweiterleitungen oder Portforwarding. Nicht zu verwechseln mit dem Port-Triggering – das sind zwei verschiedene Paar Schuhe. Nun erstellt ihr für die folgend aufgelisteten Ports jeweils eine Weiterleitung. Auf der Fritzbox wählt ihr unter „Portfreigabe aktiv für“ den Punkt „Andere Anwendungen“.

Start- und Endpunkt der Ports ist bis auf die eine Ausnahme bei der Portfreigabe der PS4 immer derselbe Port. Beispiel: Port 88 auf der Xbox 360 ist der Startport und auch der Endport. Das übernehmt ihr bei allen Ports so bis auf besagte Ausnahme bei der PS4. Manche Ports verwenden sowohl TCP als auch UDP gleichzeitig, achtet also darauf. Am wichtigsten ist natürlich, dass ihr die IP-Adresse eurer Konsole angebt, damit der Router weiß, für wen die ganzen Weiterleitungen überhaupt gelten sollen. Habt ihr alle Portweiterleitungen definiert, speichert ihr und startet euren Router und eure Konsole neu. Folgend nun die Ports für die entsprechenden Konsolen, die freigegeben werden müssen:

NAT Typ ändern Xbox 360

TCP: 53, 80, 3074 / UDP: 53, 88, 3074

NAT Typ ändern Xbox One

TCP: 53, 80, 3074 / UDP: 53, 88, 500, 3074, 3544, 4500

NAT Typ ändern PS3

TCP: 80, 443, 3478, 3479, 3480, 5223, 8080 / UDP: 3074, 3478, 3479, 3658

NAT Typ ändern PS4

TCP: 80, 443, 465, 983, 1935, 3478-3480, 5223, 10070-10080 / UDP: 3074, 3478, 3479, 10070

Sollte auch das nicht funktioniert haben, kann es noch etliche andere Faktoren geben, die eurer Konsole im Weg stehen. Mitunter sind es auch ganz grundsätzliche Probleme wie eine veraltete Firmware eures Routers, falschen Zugangseinstellungen eures Anbieters oder schlichtweg einer schlechten Internetanbindung. Kontaktiert also auch ruhig euren Anbieter, denn deren Techniker werden mit dem Spiele-spezifischen Problem dann für gewöhnlich nicht das erste Mal konfrontiert und können euch möglicherweise weiterhelfen.

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