Für viele steht Sony schon jetzt als der Sieger des Konsolen-Duells der diesjährigen E3 fest, sorgte doch die Ankündigung des Unternehmens, weder Gebrauchtspiele zu verbieten noch auf restriktives DRM zu setzen, für einen medialen Jubelsturm. Der könnte jetzt einen kleinen Dämpfer erhalten. Obwohl Sony das auch schon in der Vergangenheit andeutete, teilte Jack Tretton nun auf Anfrage mit, dass die Entscheidung über Gebrauchtspiel-DRM gänzlich beim Publisher läge.

PS4 - Jack Tretton: "Die Entscheidung über DRM liegt in den Händen der Publisher"

alle Bilderstrecken
Weitere Bilder zuPS4
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/2Bild 41/421/42
Sonys 1st-Party-Spiele werden kein DRM verwenden
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

So fragte Geoff Keighley während eines Interviews auf Spike TV, wie es sich denn mit den Publishern verhalten werde, die der Meinung sind, dass Gamestop ihnen zuviele Marktanteile entreißen würde und die daher von Sony verlangen würden, ihre Spiele auf eine Art "abzusichern".

Jack Tretton antwortete daraufhin: "Nun, wir kreieren die Plattform, wir haben haben versichert, dass wir so etwas mit unseren First-Party-Spielen nicht machen werden, aber wir heißen Publisher und ihre Geschäftsmodelle auf unserer Plattform willkommen. Es wird Free-To-Play geben...noch einmal, jedes Geschäftsmodell darauf kommt auf ihre Beziehung zum Konsumenten und darauf an, was sie denken, was ihnen die beste Position verschafft. Also werden wir es nicht diktieren, wir geben ihnen eine Plattform, auf der sie veröffentlichen können."

Auf die direkte Frage Keighleys, ob die PS4 auch kein DRM für Spiele von Drittherstellern bieten werde, sagt Tretton: "Die Entscheidung über DRM liegt in den Händen der Dritthersteller, ja. Das ist nichts, was wir diktieren, noch kontrollieren oder anordnen oder implementieren."

Das wollte Gamefront dann etwas genauer wissen und fragte direkt bei Sony an, woraufhin Dan Race, Sonys Senior Director, Corporate Communications, bestätigte, dass sich Trettons Aussagen auf den Online-Modus gebrauchter Spiele bezögen.

"Das Online-Pass-Programm für die First-Party-Spiele von Sony wird auf der Playstation 4 nicht fortgesetzt. Ähnlich wie bei der PS3, werden wir die Spiele-Strategie unserer Publishing-Partner (und die Möglichkeit, mit gebrauchten Spielen online zu gehen) nicht diktieren. Wie letzte Nacht mitgeteilt, wird die PS4 keinerlei Beschränkungen für gebrauchte Spiele haben. Wenn ein Spieler eine PS4-Disc kauft, hat er das Recht, diese Kopie des Spiels zu verwenden, es im Laden einzutauschen, es an eine andere Person zu verkaufen, es an einen Freund zu verleihen oder es für immer zu behalten."

Theoretisch behält Sony also dieselbe Marschroute bei, die das Unternehmen auch schon mit der PS3 eingeschlagen hat. Nur mit dem Unterschied, dass Sony die Methode, die es bei der PS3 mit dem Online-Pass eingeführt hat, so wie es klingt, fallen lässt und es künftig gänzlich den Drittherstellern überlässt, ob sie also etwas ähnliches wie einen Online-Pass für den Online-Modus gebrauchter Spiele einsetzen wollen oder nicht. Auf diese Weise könnte der Spieler natürlich auch die Spreu vom Weizen trennen.