Es hat sich für Sony gelohnt, auf Blu-ray zu setzen. Denn auch wenn man geteilter Meinung darüber sein kann, welches Gerät die bessere Spielekonsole ist, die Playstation 3 oder die Xbox 360, so hat sich die große Schwarze des japanischen Elektronik-Giganten doch als bessere Home-Entertainment-Plattform herausgestellt.

Ausschlaggebende Argumente dafür waren bisher das Blu-ray Laufwerk und die simple Datenübertragung auf das Handheld PSP. Nun legt Sony mit einer Online-Videothek für das Playstation Network nach. Der „Video Delivery Service“ startete am 19. November, hat knapp 2000 Filme im Repertoire und erscheint als durchaus logische Erweiterung auf nicht-interaktive Inhalte.

PS3 - Playstation Masters Finale Teaser2 weitere Videos

Auf den ersten Blick hat sich eigentlich nichts verändert. Nach einem kurzen Update der Firmware ist der Benutzeroberfläche nur ein Symbol hinzugefügt worden, das unter dem Menüpunkt „Videos“ auf den Online-Store verweist. Auch die Navigation im Store verläuft wie gewohnt. Neuheiten und der Unterpunkt „Top Videos“ führen das Menü an. „Unser Primärziel ist es, einen umfangreichen Katalog mit Filmen aufzubauen“, so Mark Hardy, Marketing-Chef des Playstation Networks. „Deswegen werden pro Woche mehr als 50 Filme neu dazukommen.“

PSN Video Delivery Service - Video-Download auf der PlayStation: Funktioniert's?

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Bereits zum Launch bitet der Video Store eine erstaunliche Auswahl.
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Die Filme lassen sich sowohl nach elf Genre-Kategorien wie „Action/Abenteuer“, Family und Kids“ und „Science-Fiction“ suchen als auch nach den Studios, denen sie entstammen. Ob jedoch gerade in Deutschland die Studios als so eng mit den Filmen verknüpft gesehen werden, dass diese Suchoption ihren eigenen Unterpunkt verdient (vielleicht abgesehen von Disney), sei dahingestellt.

In den Sonderangeboten befindet sich zum jetzigen Zeitpunkt nur ein kleines Lockangebot zum Einstieg. Wer sich „Illuminati“ ausleiht, erhält „Sakrileg“ kostenlos dazu. Aber allein zu Promotionszwecken aktueller Kinofilme wird sich dieser Kanal auf dem Netzwerk noch als sehr nützlich erweisen. Unter Sammlungen werden ausgewählte Filme unter Mottos wie „Superhelden“ oder „Videospiel inspirierte Filme“ (sic!) zusammengefasst. Man kann die Videothek aber auch nach einzelnen Titeln, Darstellern oder Stichworten durchforsten.

HD kostet zusätzlich

Alle in HD erhältlichen Filme sind zusätzlich einzeln aufgeführt. Bislang sind es leider erst zwölf, darunter die Graphic-Novel-Verfilmung „Watchmen“, „X-Men Origins: Wolverine“ und „Drag me to Hell“ von „Spiderman“-Regisseur Sam Raimi. Aber es dürfte nicht lange dauern, bis das Angebot breiter wird. Allerdings muss man für den Vorzug, einen Film in hoher Auflösung zu schauen, etwas mehr zahlen als für die normale DVD-Qualität. Ein Film kostet normalerweise 2,99 Euro, in HD 3,99 Euro.

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Wer HD-Qualität genießen möchte, muss draufzahlen.
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Dafür kann man die Daten, die als Download und nicht als Live-Stream bereitgestellt werden, 14 Tage auf der Festplatte behalten. Innerhalb dieses Zeitraums hat man wiederum an Wiedergabestart 48 Stunden Zeit, um den Film zu schauen. Man kann jeden Film zusätzlich auf drei weiteren Endgeräten abspeichern, die allerdings unter dem selben Account laufen müssen. Ein Account-übergreifendes Sharing ist nicht vorgesehen.

Neben der Möglichkeit, sich Filme auszuleihen, können sie in den meisten Fällen auch gekauft werden, dann für 7,99 Euro respektive 14,99 für die HD-Qualität. Nicht angeboten werden alternative Audiospuren und Untertitel sowie Bonusmaterial, was den guten Eindruck trübt, den die übersichtliche Nutzerführung und die von Beginn an große Auswahl an Filmen gemacht haben.

Dafür sind jedoch 500 Filme erhältlich, die explizit für den deutschsprachigen Raum von deutschen Filmverleihen ausgewählt wurden. Denn so international das Online-Netzwerk von Playstation auch sein mag, so beliebt sind doch jeweils lokale Inhalte, ob nun deutsche „Buzz“-Quizrunden oder Filme aus der Heimat.