Wer kennt die International Solid-State Circuits Conference (ISSCC)? Niemand? Macht nichts: Laienhaft ausgedrückt treffen sich auf dieser Messe Experten in Sachen Mikroprozessoren, dieses Jahr vom 11. bis 15. Februar. Veranstaltungsort ist San Francisco. Die Seite Spong.com hat allerdings bei Durchsicht des Programms einen interessanten Tagesordnungspunkt entdeckt. Für Dienstag, den 13.2., findet sich dort folgendes:

18.1 Implementation of the CELL Broadband Engine in a 65nm SOI Technology" [...] The chip operates at 6GHz at 1.3V and is fabricated in a 65nm CMOS SOI technology.

Mit "Cell Broadband Engine" ist der Cell-Prozessor gemeint, der unter anderem in der PS3 eingesetzt wird. "65nm SOI Technology" bezeichnet den Herstellungsprozess, der einen Fortschritt gegenüber der aktuellen Fertigung in 90nm Strukturen bedeutet. Weiterhin ist zu lesen, diese neue Chip-Version wäre zu Taktraten von 6 (!) Ghz fähig, und zwar bei beeindruckend niedriger Spannung.

Untechnisch ausgedrückt: Es geht um einen verbesserten PS3-Prozessor, der bei weniger Hitzeentwicklung (bedingt durch den Schritt von 90 auf 65nm) nahezu die doppelte Taktrate erreicht wie der aktuell verbaute (3,2Ghz).

Fast unvorstellbar, was Sony mit einem solchen 6Ghz-Prozessor anfangen könnte: Die PS3 würde kleiner, leiser, und nebenbei noch fast doppelt so leistungsfähig. Die Zeichen für eine solche "PS3 V2" stehen dennoch eher schlecht - nach Releaseverschiebungen und viel Ärger mit der Blu-Ray Technik wird Sony vor weiteren Abenteuern wohl Abstand nehmen. Ganz abgesehen von den Problemen mit verärgerten Kunden, die auf einmal fast 600€ für eine bereits veraltete Konsole ausgegeben hätten.

Zum Einsatz könnte der neue Chip dennoch kommen. Durchaus vorstellbar, dass man bei Sony "nur" von den Vorteilen in Sachen Stromaufnahme Gebrauch macht, den Chip weiterhin mit 3,2 Ghz taktet und in zukünftig produzierte Exemplare steckt. Dadurch würde die Konsole deutlich leiser und kühler. Schneller wäre der Prozessor auch ohne Taktraten-Vorteil übrigens immer noch, Vorteile beim Speicherinterface machens möglich. Zweite Möglichkeit: Sony packt den Wunderchip in die auf Audio/Video-Verarbeitung spezialisierte PS3-Version, die Ken Kutaragi im Dezember ankündigte.

Wie auch immer das Unternehmen damit umgeht: Die Käufer können wohl zumindest mittelfristig auf eine leisere und kühlere PS3 hoffen.