Willkommen im Land... äh... Spiel der unbegrenzten Möglichkeiten. Project Spark kann einfach alles für euch sein – und zwar immer genau das, worauf ihr gerade Lust habt. Ihr wolltet schon immer mal selbst ein Spielemacher sein? Dann ist das hier eure Editor-Offenbarung. Für alle anderen ist es ein riesiger Fabelwelt-Sandkasten, den man mit der ganzen Welt teilen kann.

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Bereits während der Beta im März 2014 haben sich uns zwei Fragen gestellt: Wer oder was ist Spark? Und warum ist das Ganze ein „Project“? Damals waren die Antworten in Ansätzen erkennbar, und jetzt, nach Veröffentlichung, ist die Angelegenheit klar. Spark steht für den (Spaß-)Funken, der im Intro durch eine wunderbare Fabelwelt fliegt – und nicht sofort, dann aber dauerhaft überspringt. Und das Projekt ist ein Vorhaben, ein stetig andauernder Versuch ohne feste Deadline, etwas Neues im Sandkasten-Genre zum Leben zu erwecken.

Denn in Projekt Spark bekommt ihr nicht einfach einen Titel mit zu absolvierenden Missionen vorgesetzt. Nein, im Grunde genommen habt ihr die Kontrolle über etwas, das mehr als ein bloßes Spiel ist. Neben der einem Tutorial ähnelnden Einzelspielerkampagne ist ein riesengroßer Editor-Baukasten der Kern von Microsofts Sandbox-Abenteuer.

Project Spark - Ich mach’ mir die Welt – widdewidde wie sie mir gefällt

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Knuffiger Kampf: Unser Schwertkämpfer nimmt es während einer Einzelspieler-Quests mit Goblins auf. Die wollen nur spielen...
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Im Editor-Modus könnt ihr für euch und die gesamte Internet-Community eure eigenen Spiele erstellen. Mit einfachen Mitteln und Werkzeugen entscheiden wir uns zu Beginn zwischen einer Arktis-, einer Wüsten- oder einer Waldlandschaft. Hier ziehen wir einen Weg lang, dort platzieren wir Gegner wie Zombies, Ritter oder Goblins und verpassen ihnen sogar eine künstliche Intelligenz. Und dann ist es dem Spiel auch völlig egal, ob wir daraus einen Ego-Shooter, ein Rollenspiel oder einen 2D-Klopper kreieren. Hier geht einfach alles – allerdings nicht mal so eben nebenbei.

Baumeister-Paradies für Geduldige
Geduld ist hier ein ernst zu nehmendes Zauberwort: Gerade zu Beginn versteht ihr erst einmal recht wenig. Das Menü erlaubt es euch, von der Community erstellte Levels zu absolvieren, im Editor selber kreativ zu sein oder eben den so genannten Crossroads-Modus zu spielen. Letzterer ist unsere Empfehlung für den Einstieg in Project Spark. Ohne den geht nicht viel.

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Von nah und fern: Je nach Heldenwahl seid ihr bei Nahkämpfen oder Distanzattacken stärker. Dank Erfahrungspunktesystem ist aber jede Fähigkeit ausbaubar.
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Dahinter verbirgt sich die Einzelspielerkampagne, in der uns eine freundliche Stimme mit viel Geduld erklärt, wie sich das Spiel steuert und wie wir eine Welt eigenständig aufbauen. Danach kämpfen wir mit einem von vier frei wählbaren Charakteren gegen kleine, fiese Goblins und erfüllen Quests. Egal, ob mit dem Schwertkämpfer oder der Druidin – jeder Held hat seine Vor- und Nachteile, die ihr dank gesammelter Erfahrungspunkte verbessern könnt.

Gelungene Mischung aus Spiel, Editor und Community-Leveltausch-Plattform. Rein spielerisch aber keine Revolution.Fazit lesen

Beinahe schade ist es, dass die wirklich kreativen Entwicklerköpfe von Team Dakota und SkyBox Labs eine Geschichte erzählen möchten: Wir sollen den Planeten Kora vor der drohenden Leere retten. Das hat uns echt umgehauen – jedoch nur aufgrund der fehlenden Dramaturgie, Tiefe und emotionalen Erreichbarkeit. Kurzum: die Handlung verliert sich in Nichtigkeiten. Also lieber wieder zurück zum Herzstück von Project Spark, dem Editor-Modus.

Noch mehr Geduld, bitte

Wir bleiben dabei: Wenn ein Spiel einen komplexen Baukasten besitzt und das den Hauptteil des Titels ausmacht, ja, dann will gut Ding Weile haben. Wie heißt es so schön? Rom ist auch nicht an einem Tag erbaut worden. Nicht selten haben wir bei der Kreation eines Levels mal locker einen halben Tag damit verbracht, unseren angriffslustigen Zombies eine KI zu verpassen. Das nennt sich in Project Spark „Kode“.

Mit einfachen Befehlen bestimmt ihr, wie sich die vom Computer gesteuerten Charaktere in eurer Welt verhalten sollen. Zum Beispiel: Was passiert, wenn ein anderer Spieler euer Level spielt und neben einem Zombie springt, A drückt oder ihm zu nahe kommt? All das ist frei programmierbar. Aber damit es anderen Leuten auch Spaß macht, müsst ihr einige Stunden investieren. Dieses Sandkasten-Spiel ist nichts für Leute mit akutem Zeitmangel oder dünnem Geduldsfaden. Punkt. Wer sich aber auf Project Spark und seinen potenten Editor-Modus einlässt, der stößt die Tür zu einer ganz eigenen, knuffigen Fabelwelt auf. Die im Übrigen, so niedlich sie auch aussieht, ab und zu doch recht ordentlich ruckelt.

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Nicht nur die Werkzeugpalette des Editor-Modus ist riesig. Ihr könnt die selbst kreierte Welt auch mit riesigen Gegnern bestücken.
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Möchtet ihr den Fokus lieber aufs Spielen, anstatt aufs Basteln und Tüfteln legen, dann könnt ihr getrost auf den Bauassistenten zurückgreifen, der euch feine Welten aufs virtuelle Waldparkett zaubert. Wo wir gerade bei Zaubern sind: Was hier seine ganz eigene Magie versprüht, ist der Einsatz der Kinect-Kamera. Endlich enthält ein Xbox-One-Spiel mal eine Funktion, für die es sich lohnt, das verstaubte Ding unter der Couch hervorzukramen.

Reichen euch die von den Entwicklern zur Verfügung gestellten Objekte nicht aus, haltet ihr nämlich einfach Gegenstände aus eurer Umwelt vor die Kamera und verwendet sie virtuell im Spiel. Oder ihr tanzt wie ein Verrückter vor der Kamera und verpasst diese Animationsabfolge eurem Helden – oder dessen Gegnern. Ihr könnt sogar Geräusche und Stimmen aufnehmen und ins Spielgeschehen integrieren. Grenzenlos ist Project Spark dann aber doch nicht: Bei einer Level-Länge von fünf Kilometern ist Schluss mit lustig. Dann ist das Level schlichtweg voll. Riesengroße Städte könnt ihr demnach nie erschaffen.

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Jedem von euch ins Level integrierten Charakter könnt ihr dank einer tiefgreifenden KI-Befehlsstruktur richtige Verhaltensweisen einpflanzen.
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Damit langfristig keine Langeweile aufkommt, treibt ihr euch im Community-Modus rum und zockt die erbauten Levels eurer überall auf der Welt verteilten Project-Spark-Freunde. Und das auch systemübergreifend: PC- und Xbox-One-Nutzer können auf dieselben Levels zugreifen – und dank Cloud-Unterstützung feilen wir an unserem Werk ein paar Stunden später an einem anderen Eingabegerät weiter. Top-Funktion! Übrigens: Seid ihr gerne im Koop- oder Mehrspielermodus unterwegs, könnt ihr mit bis zu vier Schöpfern eine individuelle Welt erschaffen. Während des Bauens ist hier ebenfalls ein schneller Probezock möglich – so wie im Einzelspielermodus auch.