Es will schon etwas heißen, wenn ein Starttitel nach fast zwei Jahren immer noch als einer der Referenztitel einer Konsole gilt. Eben dieses trifft aber auf das Arcade-Rennspiel Project Gotham Racing 3 zu, dass zur Veröffentlichung der Xbox 360 auf den Markt kam und trotzdem noch immer mit seiner tollen Optik begeistern kann.

Demnächst kommt der lang erwartete Nachfolger Project Gotham Racing 4 heraus. Wie soll man da der hohen Erwatungshaltung gerecht werden? Kann man den Vorgänger überhaupt überbieten? Wir haben dem Spiel auf der Games Convention auf die Radkappen gefühlt und sind der Meinung: Ja!

Project Gotham Racing 4 - Trailer: Live Action vs. Ingame3 weitere Videos

Wer hat Angst vorm Renn-Bike?
Lead Artist Alan Mealor und Community-Beauftragter Ben Ward lassen es bei der Präsentation richtig krachen und heizen uns mit einem exklusiven The Prodigy-Track ein, mit dem das rasante Spielgeschehen unterlegt ist. Und das wird in Project Gotham Racing 4 eine ganze Reihe von Änderungen erfahren, auch wenn man nicht von der Basis des Arcade-Racings abweicht - der Spielspaß soll nach wie vor auf jeden Fall im Vordergrund stehen.

Project Gotham Racing 4 - Jetzt auch mit Zweiradantrieb: Der flotte Arcade-Spaß im gamona-Boxenstopp.

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Dieser Stunt gehört noch zu den harmloseren seiner Art.
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Deshalb müsse - so die Entwickler - auch kein Spieler Angst vor den neu eingeführten Motorrädern haben, die zwar frischen Wind ins Gameplay bringen sollen, aber auch ignoriert werden können: Wer absolut nicht mit der Steuerung zurecht kommt, kann die gesamte Karriere auch bewältigen, ohne sich ein einziges Mal auf die Bikes von Ducati, BMW oder Honda zu schwingen.

Im Vergleich zur Steuerung der vierrädrigen Boliden ist das Handling der Renn-Bikes tatsächlich etwas gewöhnungsbedürftig. Ohne Fingerspitzengefühl geht hier gar nix, zumal die Vorder- und Rückbremsen auch getrennt bedient werden können, dies aber eher den Controller-Profis vorbehalten sein dürfte, da hier doch eine ganze Menge Koordinationsvermögen abverlangt wird.

Packshot zu Project Gotham Racing 4Project Gotham Racing 4Erschienen für Xbox 360 kaufen: Jetzt kaufen:

Schließlich müssen zugleich auch noch die Strecke, die Geschwindigkeit und eine Reihe weitere Parameter im Auge behalten werden. Bei unserer Spielsession hätten wir bei einem Arcade-Titel so viel Simulation gar nicht erwartet und landen zunächst ein paar Mal in der Leitplanke. Wie die beiden Mitarbeiter von Bizarre Creations jedoch versichern, lassen sich auch beide Räder mit einer Taste zum Stillstand bringen.

Wer wird Superstar?
Wer vollständig auf die Highspeed-Geschosse verzichtet, dem entgeht aber auch unter Umständen jede Menge Spielspaß. So wird es beispielsweise den neuen Superstar-Modus geben, in dem ihr für eine besonders halsbrecherische Fahrweise und Stunts mit Kudos belohnt werdet. Diese aus den vorherigen Episoden des Spiels bekannte Ruhmes-Wertung wird in diesem Modus jedoch in Sterne umgewandelt - je 100 Kudos erhaltet ihr einen Stern.

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Hach, wie schön!
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Diese Auszeichnungen wiederum werden als Maßstab für das Bestehen der Wertungsrunde herangezogen. Je abgefahrener die Stunts sind, desto höher die Wertung - Kombos bringen zusätzliche Multiplikatoren ins Spiel. Gerade auf den heißen Böcken lassen sich jede Menge Verrenkungen anzetteln, die man im wahren Leben lieber sein lässt - oder macht ihr etwa Handstand bei Tempo 250?

Doch dieser Fun-Part soll nicht die einzige Neuheit bei Project Gotham Racing 4 sein. Die Entwickler wollen dem Racer noch etwas mehr Spieltiefe verpassen und integrieren daher einen vollkommen überarbeiteten Karriere-Modus. Ihr werdet beispielsweise in der Lage sein, eigene Charaktere anzulegen (männlich/weiblich), denen ihr gar eine Nationalität zuweist. Diese wird bei Online-Rennen neben eurem Gamertag angezeigt und soll auf diese Weise die spielerische Rivalität zusätzlich anheizen.

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Das Rasen auf diesen Bikes erfordert jede Menge Fingerspitzengefühl.
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Anders als vom Arcade-Modus gewohnt, werdet ihr die Karriere in Zukunft aber in einem Rennkalender absolvieren. Dieser wird euch das jeweils nächste Rennen vorgeben und ähnelt daher eher einem Saisonverlauf als einer simplen Abfolge von unterschiedlichen Renndisziplinen in einer Stadt wie noch bei PGR3. Dabei ist aber natürlich auch hier das Ziel, mit guten Platzierungen seine Position in der Rangliste zu verbessern und am Ende die Nummer eins zu sein. Wie viele "Jahre" ihr dafür benötigt, ist jedoch nicht vorgegeben.

Neuer Karriere-Modus de Luxe
Da ihr mit Erfolgen auch neue Wagen freischaltet, dienen diese Vehikel später als Eintrittskarte oder Einladungskriterium bei speziellen Rennveranstaltungen und Wettbewerben, zu denen man sonst nicht zugelassen wird. Diese Events werden in jeder Saison abgehalten, ihr habt also mehrere Möglichkeiten, euch dafür zu qualifizieren. An der Aufteilung der Rennschwierigkeiten in fünf Kategorien hat sich aber trotz dieser Neuerungen nichts geändert. Nach wie vor ist die Platin-Medaille das Höchste der Gefühle und wird eher den Fahrprofis unter euch vorbehalten sein.

Allerdings gestehen die Entwickler ein, dass es beim Vorgänger einige Balancing-Probleme gab, die man mit der sehr knappen Testzeit von nur drei Wochen begründet. Daher habe man sich dafür nun drei Monate reserviert und extra erfahrene Gamer eingeladen, die das Spiel auf Herz und Nieren geprüft haben. Das Resultat soll Hardcoregamer wie auch Casuals erfreuen, zudem zeigt sich das Kudos-System nicht mehr ganz so empfindlich gegenüber Unfällen: Die Zeitperiode für den Abzug der zuletzt akkumulierten Punkte wurde Spieler-freundlicher gestaltet und verzeiht zudem Fahrfehler etwas großzügiger.

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Wer am Ende wohl die Nase vorn haben wird?
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Weitere Neuerungen erwarten euch im technischen Bereich, wo ein dynamisches Wettersystem integriert wurde. Die ersten Eindrücke sind ausgezeichnet, so hat man tatsächlich den Eindruck, auf der regennassen Fahrbahn viel weniger Grip zu haben und schneller die Kontrolle über die Fahrzeuge zu verlieren. Beeindruckend kommt auch der Tiefnebel daher, der Teile der Piste ins Ungewisse tunkt und damit das Spielgeschehen noch unberechenbarer - aber auch bildschön - macht. Aufgebohrt wurde zudem der bisher als Gotham TV bekannte Videomodus, der nun unter PGR On Demand firmiert. Bizarre selbst wird in Zukunft die Videodateien erstellen und auf dem eigenen Content-Server zum Download bereitstellen.