Auf der diesjährigen Nvidia GTX Challenge traten influencer aus ganz Europa in verschiedensten Gaming-Disziplinen gegeneinander an. Eine davon war Project Cars 2, mit einem besonderen Clou: Gespielt wurde mit VR-Brille und einem Gaming-Stuhl aus dem französischen Hause eMotionLabs, die sich darauf spezialisiert haben, Rennspiel-Erfahrungen so realistisch wie möglich darzustellen. Ich selbst durfte auch Hand anlegen und meine Güte, noch nie hat mich ein Spiel so mitgerissen. Wortwörtlich.

Das VR-Update von Project Cars 2 wurde in dem folgenden Trailer vorgestellt:

Project CARS 2 - The Race is On Launch-Trailer4 weitere Videos

Ich bin in meinem Leben schon viel Auto und Gokart gefahren. Dementsprechend skeptisch war ich zunächst, als ich mich zum ersten Mal in diese komplizierte Aufmachung setzte. Klar, VR ist gerade das heiße Thema in der Gaming-Branche, aber richtig mitgenommen hat mich das Konzept bislang noch nicht. Die Jedi Challenge war nett, Arizona Sunshine auch. Aber eben nur “nett”. Nicht “bahnbrechend”.

Project CARS 2 - Wie sich ein Autounfall in VR anfühlt

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Realismus pur, dank des Racing-Stuhls von eMotion Labs
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Project Cars 2 hat mich, als Fan von jeglichen Rennsportarten, sofort mitgenommen. Was wohl gerade am Stuhl selbst gelegen hat: Jegliche Kollision mit einem anderen Fahrzeug oder der Seitenplanke, schüttelte mich bis ins Mark. Wenn ich abseits der Fahrbahn auf das nasse Grün gelangte, merkte ich sofort, wie sich die Schleuderkräfte meines Wagens veränderte. Selbst wenn ein neuer Gang eingelegt wurde, bekam ich das sofort zu spüren. Wie bei einem echten Auto eben.

Besonders hart war dementsprechend mein erster Autounfall. Am Ende der Teststrecke gibt es eine harte Rechtskurve, die mich auf dem falschen Bleifuß erwischte: Mit 150 Sachen knallte ich frontal in die Planke hinein. Puh. Ich weiß nicht, wie sich ein Autounfall anfühlt, aber nach dieser Erfahrung möchte ich es noch viel weniger wissen. Tief Luft holen, einmal kurz schütteln, hoffentlich habe ich nach dem Autounfall keine blauen Flecken. Dieser Crash hat sich beängstigend realistisch angefühlt.

Beeindruckend war hingegen das Geschwindigkeitsgefühl und das Fehlen von Tearing-Effekten - etwas was ich in anderen VR-Titeln immer wieder bemerken musste, und mich unentwegt aus der Simulation riss. Dass ausgerechnet ein Rennspiel hier große Schritte getätigt hat, ist beeindruckend, ist es doch eines der am schwersten zu meisternden Genres, wenn es um diese Form der Entwicklung geht. Man merkt, dass die Entwickler von Slightly Mad Studios den VR-Aspekt explizit in das Spiel eingebaut haben - wenn auch nachträglich als Patch.

Project CARS 2 - Wie sich ein Autounfall in VR anfühlt

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Wenn schon VR, dann auch Cockpit-Perspektive!
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Problematisch ist an alledem nur, dass ich nach etwa sechs Minuten auf der Teststrecke erstmal eine längere Pause machen musste - stundenlang mit diesem Equipment zu spielen, könnte ich mir absolut nicht vorstellen, selbst bei einer Viertelstunde käme ich wohl an meine Grenzen. Vielleicht liegt das auch an der fehlenden Resistenz, die sich mit der Spielzeit aufbaut, vielleicht vertrage ich VR auch einfach nicht so gut, wie andere Spieler.

Insgesamt fühlte sich Project Cars 2 wie das bislang “echteste” Videospiel an, das ich bisher gespielt habe. Der Immersions-Faktor war immens. Einziger Wermutstropfen: Den grandiosen Gaming-Stuhl kann man sich Stand heute nur ausleihen. Auf der französischen Seite des Unternehmens werden zwar individualisierte Cockpits und mehr beworben, Preise werden allerdings nicht genannt - falls mein limitiertes Französisch mich hier richtig liegen lässt.