Es sind immer diese kleinen Erfolgsgeschichten, die Mut machen. Fernab von den großen Titeln, die von den übermächtigen Publishern mit Millionenbudget in den Markt gedrückt werden gibt es doch immer wieder kleine, liebevoll gemachte Spiele, die sich behaupten können. Professor Layton ist ein solcher Underdog, der es trotz seines eher bescheidenen Auftretens geschafft hat, sich auf dem harten Spielemarkt durchzusetzen – und jetzt vor dem Dilemma steht, den Fortsetzungswahn eines Erfolgstitels durchstehen zu müssen. In Japan ist bereits der vierte Teil anvisiert, hier in Deutschland steht der zweite Teil nun in den Läden.
Dabei ist der Aufstieg des Professors, der in seiner Freizeit Kriminalfälle und Rätsel löst, nicht sonderlich überraschend, denn der Mann mit dem hohen Zylinder steht mit einem Bein im Casual-Zug. Der Dandy unter den Detektiven serviert Rätselkost für die Generation Kawashima, allerdings mit einer liebevollen Verpackung die mehr wie Spaß und weniger wie Gehirntraining anmutet. Nun machen sich unser Akademiker und sein selbsternannter Lehrling Luke erneut in eine Welt voller Geheimnisse auf.
Nach dem Doktor kommt der Professor: Wer Lust auf mehr als nur schnödes Rechnen bei Dr. Kawashima hat, sollte sich für ein Seminar bei Professor Layton einschreiben.FazitWie auch schon im Vorgänger werden die beiden unvermittelt in eine mysteriöse Geschichte hineingezogen. Ein Kollege des Professors habe die legendäre Schatulle der Pandora gefunden – jenes mythische Kästchen, aus welchem alles Übel der Welt strömen soll. Jeder, der sich an diese herantraut wird angeblich mit dem Tod bestraft. Natürlich hält der rationale Akademiker dies für Nonsens. Unser Archäologieprofessor Layton macht sich jedoch Sorgen um seinen Kollegen, sucht ihn kurzerhand auf – und findet seine Leiche.
Tja, so sind sie die Forscher: Können sich einfach nicht zurückhalten.Die Schatulle der Pandora ist natürlich spurlos verschwunden, zudem deuten die Indizien am Tatort eher auf einen Mord denn ein ungeklärtes Versterben hin. Durch eine Fahrkarte wird der Professor auf einen Zug aufmerksam und kurzerhand buchen der Universitätsangestellte und sein Schützling eine Reise bei dem entsprechenden Schienengefährt, um sich auf die Suche nach dem legendären Kästchen zu machen.
Hat man bereits den Vorgänger gespielt kann man sich über die vielen kleinen Referenzen freuen. Zudem finde man sich sofort zu Recht, denn Professor Layton und die Schatulle der Pandora weicht nur wenig von den Mechanismen des Vorgängers ab: Eine detailliert und schön gezeichnete Umgebung, in welche die Rätsel eingebettet wurden kann per Point’n’Click erforscht werden, trifft man auf eine zu lösende Aufgabe geht es direkt ans Eingemachte.
Wie schon beim ersten Teil sollte man den Bildschirm pedantisch abtasten – man weiß nie, wo sich ein Rätsel oder eine Münze versteckt.Im Gegensatz zum Vorgänger wurden die Rätsel diesmal etwas harmonischer in das Spiel eingefügt, auch wenn einiges immer noch reichlich willkürlich wirkt: So stehen diverse Zeitgenossen in der Gegend rum und traktieren den Fragenden mit ihren Knobelaufgaben. Die meisten der Rätsel werden jedoch durch einen Kontext ins Rennen geschickt – auch wenn die Thematik manchmal etwas forciert wirken mag und einige Rätsel den spröden Charme einer Mathe-Hausaufgabe haben: Wie oft kann man x machen um y zu erhalten?
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