Pro Evolution Soccer 3 (PC-Test)
(von Oliver Klös)

Der PC-Spieler hatte lange Zeit nur eine Wahl wenn es um den gediegenen Kick am heimischen Rechner ging: Die verschiedenen Jahrgänge von EA Sports FIFA-Serie. Doch Hoffnung ist nah, wenn es nach Konami geht.

Erstmals wurde die hochgelobte Pro Evolution Soccer-Serie von der Konsole auf den PC portiert. Mit welchem Ergebnis verrät unser Test.

Die 89. Minute in der Partie Deutschland gegen Brasilien. Es steht 1:1 trotz deutlich größerer Spielanteile seitens der Brasilianer.

Zu oft vertendelten die spielverliebten Brasilianer den Ball im Mittelfeld. Doch jetzt, Freistoß am deutschen Strafraum. Ze Roberto läuft an, schießt. Der Ball zirkelt um die Mauer in Richtung des deutschen Tores. Übertorwart Kalm reagiert blitzschnell und lenkt mit der Faust den Ball ab.

Ein dumpfer Schlag und der Ball prallt von der Latte zurück auf das Spielfeld. Ronaldo spurtet los, ist fast am Ball, als er unsanft von Razetow gerempelt wird. Er stolpert, das Publikum raunt. Elfmeter? Nein der Schiedsrichter erkennt auf Vorteil.

Ronaldo fängt sich, erreicht den Ball und schießt. TOR! TOR! Brasilien siegt 2:1.

Außen pfui, Innen hui
So spannend kann Fußball in Pro Evolution Soccer 3 sein. Doch es ist ein dorniger Weg bis zum Spielgenuss. Ausgeliefert wird PES 3 auf einer handlichen DVD, die neben der deutschen noch einige weitere Sprachversionen enthält. Wer darauf verzichtet benötigt rund 700 MB Festplattenspeicher für die deutschsprachige Version.

Entsprechend flott geht die Installation vonstatten. Das sonst so nervige CD-Wechseln entfällt. Es wird Zeit, das mehr Spielehersteller endlich ihre Spiele auf DVD ausliefern.

Was folgt ist ein ordentlicher Vorspann mit recht fetziger Musikuntermalung. Und dann: Ernüchterung. Nanu? Wer hat die 16 Farben CGA Grafikkarte in meinen Rechner eingebaut? Was ist denn das für eine Schrift? Igitt ist das hässlich! Und die Maus hat offenbar einen Wackelkontakt. In einigen Menüs funktioniert sie tadellos, in anderen hilft nur die Tastatur oder eine völlig verquere GamePad Steuerung weiter. Und wo zur Hölle finde ich auf meinem antiken Analog-Pad diese komischen Kreis, Dreieck, Viereck und sonst was Tasten? Na gut egal, das Spiel soll so gut sein.

Immerhin kann ich die Tastenbelegung meinem Geschmack anpassen. Was allerdings auch dringend nötig ist, da ich sonst mit meinem größten meiner acht Buttons direkt im Strategie-Menü lande.

Pro Evolution Soccer 3 - Harte Konkurrenz für FIFA? Definitiv! PES3 bietet mehr als man dem ersten Anschein nach erkennen mag...

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Nicht wirklich praktisch, wenn man eigentlich einen steilen Paß in den freien Raum schlagen will.

Keine vollständige Lizenz
Einiges Gefummel durch hässliche Menüs mit kryptischen Abkürzungen später kann es losgehen. Ein Freundschaftsspiel zwischen Holland und Schottland steht auf dem Programm. Aus aktuellem Anlaß versteht sich. Die Mannschaften laufen ein und schon wieder scheint meine Grafikkarte einen Fehler zu haben: Irgendwie ist das ganze Bild so seltsam farblos und gräulich . Schottischer Nebel? Kabel rausgerutscht? Oh ne, das gehört wohl so. Zuviel Farbe verwirrt bloß und lenkt vom Spielgeschehen ab. Nationalhymnen?

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Fehlanzeige. Aus meinen Lautsprechern dringt nur ein uninspiriertes Synthi-Gedudel. Und seltsam, eben im ZDF hießen die Spieler auch noch ein bisschen anders. Das liegt allerdings an der fehlenden FIFA-Lizenz. Konami verfügt nur über eine Lizenz der Spielergewerkschaft FIFPro, so dass die Vereins-Mannschaften und vornehmlich europäische Spieler verändert werden mussten.

Das ist jedoch per Editor zu beheben und vom Namen abgesehen, gleichen die Ballkünstler ihren realen Vorbildern im Spielverhalten und meist auch im Aussehen. Zumindest bis zu David Beckhams nächstem Friseurbesuch. Überhaupt geht es jetzt (fast) nur noch aufwärts.

Willkommen zum Sportstudio Die Spiele werden genreüblich von Wolff Christoph Fuss im Stil einer Fernsehübertragung kommentiert. Als Experte fungiert Hansi Küpper. Bis auf einige Schnitzer klappt das recht gut und passt meist zum Spielgeschehen.

Ein paar mehr Sprüche hätten es aber sein dürfen. Nach einiger Zeit wiederholen sich die Kalauer, teilweise sogar im gleichen Spiel. Beeindruckend sind dafür die Spieler in Aktion. Nicht nur äußerlich, auch die Animationen sind hervorragend umgesetzt und flüssig. Dazu kommt eine präzise und abwechslungsreiche Steuerung. Die Spieler reagieren direkt auf jede Eingabe. Empfehlenswert ist aber auf jeden Fall ein GamePad ähnlich dem der Playstation 2. Also mit zwei Analogsticks, einem Digitalpad und je mehr gut erreichbaren Tasten, desto besser.

KI und Ballphysik
PES3 ist eine waschechte Fußball-Simulation. Wer auf den schnellen Kick für Zwischendurch aus ist, sollte sich den Kauf überlegen. Realistischerweise geht es auf dem Platz etwas gemächlicher zu, Torchancen müssen entsprechend hart erarbeitet werden. Die Spieler können nur kurzzeitig sprinten und legen zudem dabei den Ball etwas weiter vor. Alleingänge von Strafraum zu Strafraum sind damit quasi nicht möglich.Da die Computergegner geschickt die Räume zustellen und teils auch aggressiv angreifen, ist cleveres Pass-Spiel gefragt. Geschickt laufen sich dazu die eigenen Mannen frei und machen mit Handzeichen auf sich aufmerksam. Absolute Highlights sind aber der Schiedsrichter und die Ballphysik.

Der Schiri erkennt korrekt auf Vorteil, wenn die Mannschaft in Ballbesitz bleibt und auch passives Abseits ist kein Fremdwort für die KI. Der Ball ist im schnellen Lauf schwerer zu kontrollieren. Gewaltschüsse prallen auch bei Toptorhütern öfter ab und werden physikalisch korrekt abgelenkt. Damit kann auch ein Verzweiflungs-Schuss noch zu echten Torchancen führen.

Grafik und Sound
Die Grafik im Spiel ist trotz der zuvor beschriebenen etwas trüben Farbgebung recht ordentlich. Auflösungen bis zu 1280x1024 Pixeln sind möglich und überfordern auch mittlere Systeme nicht. Elf verschiedene Kameraperspektiven inklusive Replays sorgen für Überblick.Den detailliert modellierten und texturierten Spielern steht allerdings ein etwas glatter Rasen und zweidimensionale Zuschauer-Bitmaps gegenüber. Die sorgen dafür allerdings für ordentlich Stimmung.

Bei Fouls geht ein Raunen durch das Stadion und Tore werden frenetisch bejubelt. Die Spielkommentare sind qualitativ gut, auch wenn Sie manchmal etwas abhackt wirken. Nur das monotone Gedudel der Musikuntermalung im Stil eines 80-Jahre Arcadegames ist hart an der Schmerzgrenze.

Spielmodi und Multiplayer
Multiplayer über Netzwerk oder Internet gibt es nicht. Dafür können sich bis zu acht Spieler gemeinsam an einem Rechner vergnügen. In der Praxis dürfte das jedoch am Platz und fairer Verteilung der Eingabegeräte scheitern. Keinen Grund zur Klage hat der Einzelspieler. Verschiedene Spielmodi vom Freundschaftsspiel über den Meister-Liga-Modus genannten Karrieremodus bis zum ???iframe??? <table border='0' cellpadding='0' cellspacing='0' width='120' height='450'> <map name='boxmap10' id="boxmap10"> <area shape='rect' coords='31, 437, 86, 448' href='[magic.url protocol="http" query="?o=3'" path="/e/cm/privacy-policy.html" domain="rcm-de.amazon.de" url="rcm-de.amazon.de/.../privacy-policy.html'"]rcm-de.amazon.de/.../privacy-policy.html'[/magic.url] target="_blank" alt='Information' /> <area coords='0,0,10000, 10000' href='[magic.url protocol="http" query="?path=tg/browse/-/301128&tag=gamona-21&creative=@CCMID@&camp=@CAMPID@&link_code=@LINKCODE@'" path="/exec/obidos/redirect/028-8015853-2372514" domain="www.amazon.de" url="www.amazon.de/.../028-8015853-2372514'"]www.amazon.de/.../028-8015853-2372514'[/magic.url] target="_blank" /> </map>

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</table> ???/iframe??? innovativen Herausforderungstraining sorgen für Langzeitmotivation und Abwechslung. Erfolgreiches meistern schwieriger Spielsituationen wird hier mit Punkten belohnt.

Damit können Sie neue Teams und Stadien frei schalten. Im Meister-Liga-Modus, bei dem Sie eine Zweitliga-Mannschaft zum Meistertitel führen müssen, können Sie die erspielten Punkte dagegen für Spielertransfers verwenden. Insgesamt stehen 60 Vereins- und 56 Nationalmannschaften zur Auswahl.