89. Minute. Das Stadion bebt. Nach einem hart umkämpften Spiel führt Brasilien gegen Argentinien im Halbfinale knapp mit 2:1. Plötzlich – Steilpass auf Messi, der sprintet den Flügel entlang und bringt den Ball mit einer unvergleichlichen Ballannahme unter Kontrolle. Sofort zieht er in Richtung Strafraum, bringt sich in aussichtsreiche Schussposition und zieht ab. Die Fans springen auf, reißen die Arme nach oben – doch der Ball streicht knapp über die Latte. Aus, vorbei. Keine Chance mehr auf den Titel. Der Traum ist vorbei.
Fussballfest unter Palmen
Im Grunde also ein Halbfinale wie alle anderen auch: Eine Mannschaft gewinnt, eine verliert. Strahlende Sieger auf der einen Seite, lange Gesichter auf der anderen. Doch dieses Spiel ist anders: Die Zuschauer sitzen nicht auf der Tribüne, sondern stehen im Halbkreis um eine Spielstation mit großformatigem Fernseher herum. Vor dem Bildschirm sitzen zwei junge Männer mit Controller in der Hand – einer von Ihnen hat gerade die Chance auf den EM-Titel verspielt. Ein anderer wird am Ende den Siegerpokal der PES League 2009 in Händen halten. Wir waren vor Ort im französischen Saint-Jean Cap-Ferrat nahe Nizza und haben mitgefiebert bei der Pro Evolution Soccer 2009 Europameisterschaft.
Trafen bereits in der Vorrunde aufeinander: Die deutschen Favoriten Sven "S-Butcher" Wehmeier (links) und Dennis "wiDe" Winkler.Wie üblich hatte sich Konami eine mehr als angemessene Location ausgesucht, um die besten europäischen PES-Spieler gegeneinander antreten zu lassen. Unter den Mitfavoriten waren auch die drei deutschen Teilnehmer: Das Brüderpaar Denis „wiDe“ und Matthias „Goool“ Winkler und der amtierende Europameister Sven „S-Butcher“ Wehmeier, die das gute deutsche Ergebnis (Platz 2 und 3) im Media Cup (Journalistenturnier) am Abend zuvor wiederholen wollten.
Insgesamt waren 25 Spieler nach Nizza gereist, die sich zunächst in der Vorrunde für die folgenden Achtelfinals qualifizieren mussten. Bereits bei der Auslosung für die Vorrunde aber Pech für die deutschen Spieler: „S-Butcher“ und „wiDe“ werden in eine Gruppe gelost – somit war klar, dass einer der beiden mit großer Wahrscheinlichkeit schon früh im Turnier auf „Goool“ treffen würde. Wie erwartet konnten sich alle drei in den Gruppenspielen souverän (teilweise sogar mit zweistelligen Ergebnissen) durchsetzen und erreichten ungefährdet die KO-Runde. Im Viertelfinale kam es dann zum deutsch-deutschen Duell zwischen Matthias „Goool“ Winkler und Sven „S-Butcher“ Wehmeier, das „Goool“ glücklich mit 3:1 gewann.


























