Keine Wissenschaft ist das Kämpfen: Drei Tasten und ein Schulter-Button, mehr ist nicht nötig, um im Fox River State Penitentiary die Fäuste schwingen zu lassen. A aktiviert (auf der Xbox 360) den schnellen Schlag, X den langsamen, aber kraftvollen. Mit Y wird (als Mini-Quicktime-Event) gekontert, schließlich können Schläge noch geblockt werden.
Taktische Tiefe ergibt sich dadurch kaum, zumindest ist aber richtiges Timing erforderlich. Fairerweise sollte aber auch angemerkt werden, dass die zünftige Klopperei zumindest atmosphärisch gut ins Knast-Konzept passt.
Auch die Action kommt nicht zu kurz.Apropos Timing. Anstatt nervige Quicktime-Events im tiefsten Kerker einzusperren und den Schlüssel wegzuwerfen, befinden sie sich nach wie vor auf freiem Fuß. Auch „Prison Break: The Conspiracy“ vergeudet einiges an Controller-Lebensdauer für diese drögen Reaktionstests, die hier noch dazu mit Button-Bashing vermischt werden. Das Motto: Finde schnell die richtige Taste und hämmere drauflos, bis die nächste an der Reihe ist. Sind Quicktime-Events bei „Heavy Rain“ zumindest konsequent, wirken sie hier wie bloße Lückenfüller.
Ein Grafik-Highlight ist das Spiel mit Sicherheit nicht, es sieht aber zumindest ganz ordentlich aus. Gut gelungen sind besonders die Charaktermodelle: Die virtuellen Abbilder der Originaldarsteller sehen wirklich gut aus, nie muss man sich „Was? Das soll der sein?“ fragen.
Die Charaktere sind den Schauspielern originalgetreu nachgebildet.Die Umgebungsgrafiken strotzen zwar nicht vor Details, erfüllen aber ihren Zweck. Besondere Fernsicht wird freilich nicht geboten, Gefängnisse sind aber schließlich nicht gerade für ihre Panorama-Landschaften berühmt. Grobe Patzer leisten sich die Entwickler bei den Bewegungsanimationen nicht, als wirklich flüssig kann man sie allerdings auch nicht immer bezeichnen.
Wie heutzutage vielfach üblich, verzichtet das „Prison Break“-Spiel auf fixe Anzeigen auf dem Display, niedrige Lebensenergie wird durch (zunehmende) rote Blutspritzer angezeigt.
Vorbildlich ist die Vertonung: So gut wie alle Originaldarsteller der ersten Staffel leihen dem Spiel ihre Stimme, darunter Wentworth Miller (Michael Scofield), Dominic Purcell (Lincoln Burrows), Amaury Nolasco (Fernando Sucre), Wade Williams (Brad Bellick) und natürlich der anfangs erwähnte Robert Knepper (T-Bag). Das trägt natürlich enorm zur Stimmung bei. Auch bei der deutschen Fassung hört man quasi alte Bekannte wieder, da auch alle dazugehörenden Synchronsprecher mit von der Partie sind.
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