Robert Knepper hatte in „Prison Break“ die wahrscheinlich denkwürdigste Rolle: Obwohl er als Theodore „T-Bag“ Bagwell einen brutalen Kinderschänder spielt, stieg er zum Liebling der Fans auf. In unserem Exklusiv-Interview spricht der 51-Jährige über den Dreh zurück und das demnächst erscheinende Spiel zur Serie (alle Infos in unserer Vorschau).
gamona: In „Prison Break: The Conspiracy“ haben Sie, wie alle anderen Schauspieler, eine Sprechrolle. Wie fühlte es sich an, quasi wieder im Knast zu sein?
Robert Knepper: Es hat einige Eindrücke zurückgebracht. Vor allem an das Gefängnis selbst. Ich kann mich noch gut daran erinnern, als wir das erste Mal da rein sind (Anm.: das stillgelegte Gefängnis von Joliet im US-Bundesstaat Illinois). Erst dort hat mein Charakter für mich Gestalt angenommen. Das ist nicht dieser typische Stahl-Beton-Bau, sondern ein unglaublich schönes altes Gemäuer. Wie ein Schloss. Erst da habe ich T-Bags großspurig-arroganten Gang entwickelt, sein „Ich bin hier der König hier“-Auftreten.
gamona: Brachte das Spiel nur positive Eindrücke zurück?
gamona-Redakteur Witold mit "Prison Break"-Star Robert "T-Bag" Knepper (li.).Robert Knepper: Naja, auch das Gefühl einer gewissen Nervosität. Als ob man sich ständig über die Schulter schauen muss. Viele unserer Statisten waren nämlich ehemalige Häftlinge. Sie waren alle großartig und liebenswert, aber wenn man eine Kampfszene mit denen hatte, musste man schon ein wenig aufpassen. Die sind an die Sache so rangegangen, wie sie es eben kennen und man musste ihre „Begeisterung“ gelegentlich ein wenig bremsen.
gamona: Ihr Charakter T-Bag ist ja ein schier unglaublicher Drecksack, ein Gewalttäter und Pädophiler. Dennoch ist er irgendwie sympathisch, zumindest kann er einem Leid tun. Wie schafft man diese Gratwanderung
Robert Knepper: Ich habe keine Ahnung. Wahrscheinlich ist das vor allem ein Verdienst der Autoren. Ich habe nur auf einen Punkt Einfluss genommen: T-Bag musste gerissen und klug sein. Kein stereotyper Dummkopf, eben so ein rassistischer Südstaaten-Redneck, sondern jemand mit einer schwierigen Vergangenheit.



























