Prince of Persia: Warrior Within (PS2-Test) (von Nedzad Hurabasic)

Als Prince of Persia: The Sands of Time vor fast genau einem Jahr veröffentlicht wurde, heimste das Spiel als Überraschungshit einen Preis nach dem anderen ein, es hagelte Bestnoten in den Magazinen

rund um die Welt. Und zwar völlig zu Recht. Die Neuauflage des Action-Adventures aus seligen Homecomputer-Zeiten brachte neuen Wind in das Genre. Nun hat Ubisoft mit Prince of Persia: Warrior Within die Fortsetzung veröffentlicht und präsentiert

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uns einen durch die Erfahrungen des ersten Teils veränderten Prinzen: Der etwas naive Schönling wurde zum erfahrenen Kämpfer. Die viele Gewalt hat ihn härter gemacht, seine Wesenszüge haben sich verdunkelt.

Die größten Kritikpunkte von »The Sands of Time« waren zum einen die zu kurze Spielzeit und das zu simple Kampfsystem. Die Entwickler von Ubisoft haben sich dieser Punkte angenommen und so verfügt der Prinz von Persien nun über 30 verschiedene Combos und Spezialattacken, mit denen er seinen Feinden auf den Pelz rücken kann. Die Entwickler nennen es das Free-Form-Fighting-System und geben dem Protagonisten damit eine große Anzahl von Handlungsoptionen.

Auch die reine Spielzeit hat sich erhöht, durch insgesamt 25 Level kämpft man sich ca. 15 - 20 Stunden lang mit dem dunklen Krieger durch Raum und Zeit, bevor man die Endsequenz zu sehen bekommt. Und die gibt es gleich in mehrfacher Ausführung: Je nachdem, wie gut

man das Spiel bewältigt und Specials frei geschaltet hat, unterscheidet sich das Ende ebenso wie der Endgegner.

Wer hat an der Uhr gedreht?
Nachdem der Prinz am Ende von »Sands of Time« die mystischen »Sands of Time« freigesetzt hat, wird er seitdem von einem Zeitmonster namens "Dahaka" verfolgt. Mithilfe eines Talismans, den der Prinz am Ende von Teil eins von der geretteten Prinzessin Farah erhalten hat, verfügt er nun über die Macht, die Zeit zu manipulieren.

Das ist auch dringend nötig, denn der alles verschlingende Wächter der Zeit lässt sich nur besiegen, wenn der Prinz dazu in die Vergangenheit reist, um den dort angerichteten Schaden zu reparieren. So springt man mehrmals durch so genannte Zeittore (Warp-Räume) von der Gegenwart in die Vergangenheit und zurück, um die "Empress of Time" (oder den Dahaka, je nach Ende) zu vernichten und so schließlich die Entstehung des Schlamassels zu verhindern.

Prince of Persia: Warrior Within - Die Rückkehr des Prinzen - weckt sie den Krieger in dir?

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Über mögliche Zeit-Paradoxen möchten wir uns an dieser Stelle lieber nicht den Kopf zerbrechen, nehmen wir die Story einfach mal als gegeben hin. Um sein Ziel zu erreichen, reist der Prinz zur "Insel der Zeit", wo er sich in einer Festungsruine den Weg zu seinem Ziel bahnen muss.

Bevor er dort ankommt, wird sein Schiff jedoch angegriffen und schon steht ist man (nach einer eindrucksvollen Cutscene, von denen man während des Spiels einige zu sehen bekommt) mitten im actionreichen Geschehen. Wer die Tutorial-Funktion gewählt hat, wird nun interaktiv mit der grundlegenden Bewegungs- und Kampfsteuerung vertraut gemacht. Übersteht man den ersten Endkampf des Spiels, gelangt man als Schiffbrüchiger auf die Insel der Zeit und das Abenteuer kann beginnen.

Packshot zu Prince of Persia: Warrior WithinPrince of Persia: Warrior WithinErschienen für GameCube, PC, PS2 und XBox kaufen: Jetzt kaufen:

Selbstverständlich versuchen Massen an Feinden und Fallen den Prinzen am Erreichen seines Ziels zu hindern. Aus dem Action-Abenteuer wird an vielen Stellen ein Jump 'n Run der besten Sorte. Viele Rätsel und Sprungeinlagen sind knifflig aber fair, einige jedoch sind auf den ersten Blick kaum oder gar nicht zu erfassen und man benötigt oft mehr als einen Versuch, um fluchend diese schweren Passagen zu meistern. Dabei helfen sollen auch neue Kunststücke, wie z.B. das Herabrutschen an Vorhängen oder Seilakrobatik für Fortgeschrittene.

Die Akrobatik im Griff
Teil eins habe ich noch auf dem PC gespielt, wo ich über die hakelige Steuerung mit Maus und Tatstatur nicht allzu glücklich war. Schon deshalb war es interessant diesmal die Konsolenversion zu testen. Grundsätzlich ist die Steuerung des Prinzen absolut gelungen, auch wenn es doch einige Übung benötigt ihn so zu beherrschen, dass man nicht ständig aus Versehen in die falsche Richtung läuft oder gar unbeabsichtigt in tödliche Abgründe springt. Am schwierigsten gestaltet es sich dabei, die jeweils günstigste Perspektive einzunehmen.

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Hektisches Gewusel ist daher vor allem in der Anfangsphase fehl am Platze. Um den Helden in den Griff zu bekommen bietet das Spiel neben der normalen Ansicht auf den Helden eine Ego-Perspektive, mit der man nur die Umgebung beobachten, aber nicht umherlaufen kann.

Das Pendant dazu ist eine alternative Panorama-Ansicht, mit der man von einer Beobachter-Position aus Überblick über das Geschehen bekommt. Leider ist diese starr, sodass man manchmal nur sehr beschränkten Einblick gewinnt. Diesführt das eine oder andere Mal zu enormem Frust, weil man nicht genau weiß, wie es weitergehen soll. Das Resultat sind dann meist mehrfache Tode, bis man den Dreh endgültig raus hat. Vor allem Passagen, in denen man vor dem Dahaka flieht und unter Zeitdruck steht, sind teilweise absurd schwer. Manchmal ist man dabei auch auf eine einzige Perspektive festgelegt, was bei komplexen Renn- und Sprungkombinationen ebenfalls nicht von Vorteil ist.

Der Sand der Zeit
Einige schwere Passagen und Kämpfe sind nur zu meistern, wenn man die Spezialfähigkeiten des Prinzen nutzt, vor allem die Manipulation der Zeit. Wie auch in Teil eins hat man die Möglichkeit die Zeit zurück zu drehen (max. acht Sekunden), um Fehler bei Sprüngen oder in Kämpfen rückgängig zu machen. Damit kann man die ein oder andere verloren geglaubte Situation noch zu seinen Gunsten drehen, bzw. ständiges Neuladen des Levels verhindern.

Auch wenn die meisten Speicherpunkte (Brunnen, an denen man seine Lebenspunkte wieder auflädt) fair im Spiel verteilt sind, kann ein Tod doch dazu führen, dass man viele Passagen komplett neu spielen muss. Und das führt beim happigen Schwierigkeitsgrad einiger Level zu massivem Frust. Sprich: Der Controller fliegt aus Verzweiflung und Ärger in die Ecke. Um das zu verhindern sollte man möglichst oft eine Fähigkeit einsetzen, die der Prinz nach kurzer Zeit erhält, und die mächtiger ist, als jede Waffe: Das "Auge des Sturms". Damit ist der Prinz in der Lage, die Zeit um ihn herum zu verlangsamen, während er selbst völlig unbeeinflusst davon in normaler Geschwindigkeit agieren kann, um Fallen und Feinde zu überlisten. Einige Hürden sind ohne diese Fähigkeit überhaupt nicht zu bewältigen, sie lässt sich glücklicherweise sehr einfach durch einen kurzen Tasten-Druck auslösen. Wie alle Zeitmanipulations-Fähigkeiten ist jedoch auch diese

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vom Vorrat an Sand abhängig, den man zur Verfügung hat. Sand sammelt man durch das Töten von Gegnern oder Zerschlagen von umherstehenden Gegenständen. Je mehr Lebensenergie man hat (bis zu 9 Extras kann man finden), desto mehr Sand der Zeit-Behälter hat man auch zur Verfügung.

Trotz des zum Teil herben Schwierigkeitsgrads sind die Level alle liebevoll und ausgeklügelt gestaltet. Auch auf kleine Details wurde geachtet: Hier fällt plötzlich die Sonne durch einen Spalt in einen dunklen Raum, dort rieselt der Sand von der Zinne, an der man sich entlanghangelt. All dies gibt einem immer wieder das Gefühl, sich in einer lebendigen Spielwelt aufzuhalten. Auch der Unterschied von Vergangenheit und Gegenwart ist sehr gut umgesetzt. Obwohl man viele Räume mehrmals betritt, sieht man auf den ersten Blick, ob man sich in den verwitterten Leveln der Gegenwart oder den prachtvollen, glänzenden Abschnitten der Vergangenheit bewegt.

Die grafisch oft prachtvollen Level sind in der Regel linear aufgebaut. Ein automatischer Kameraschwenk beim Betreten neuer Räume gibt häufig erste Hinweise über den Lösungsweg, trotzdem ist nicht immer sofort klar, wo man sich als nächstes hinbewegen soll. Da hilft einem auch die eher überflüssige Map nicht weiter. Diese zeigt lediglich, in welcher Zeit und in welchem Teil der Festung man sich befindet, weiteren Aufschluss über sein Vorgehen darf man sich von ihr nicht erwarten. Hier wäre mehr möglich gewesen.

Free-Form-Fighting
Das schon angesprochene neue Free-Form-Kampf-System gibt dem Prinzen eine riesige Auswahl an Moves, Combos und akrobatischen Schnetzelmöglichkeiten, mit denen man die Feinde im wahrsten Sinne des Wortes filettieren kann. Das Blut spritzt nur so durch die Gegend, Körperteile fliegen umher währendman die Gegner der Hälfte nach zerteilt oder ihre Köpfe "absäbelt". Splatterfreunde werden ihre Freude haben. Zartere Gemüter werden hingegen am neuen Prinzen weniger Gefallen finden, zumal er sich durch den einen oder anderen arroganten Kommentar nicht nur Freunde macht. Der Prinz kann im Unterschied zu Teil eins diesmal zwei Waffen benutzen.

Davon abhängig ob man eine oder zwei Waffen zur Hand hat, sind auch die zur Verfügung stehenden Attacken des Prinzen. Die zweihändigen Combos sind stärker und ermöglichen es außerdem, mehrere Gegner gleichzeitig in ihre Einzelteile zu zerlegen. Deshalb ist es angebracht, wann immer möglich, eine zweite Waffe zu beschaffen. Der Prinz kann darüber hinaus auch mit der Umgebung interagieren, und z.B. Säulen, Mauern und Leitern dazu benutzen, sich abzustoßen und seine Angriffe so noch zu verstärken. Es empfiehlt sich aufgrund der großen Anzahl an Kombinationsmöglichkeiten, einige

Prince of Persia: Warrior Within

Tipps & Hints

- Die beste "Waffe" ist die Macht der Zeit-Fähigkeit "Auge des Sturms". Sie verschafft euch einen unschätzbaren Vorteil und versetzt Feinde und Fallen in Zeitlupe, während ihr euch normal bewegen könnt. - Wenn ihr alle 9 Extra-Leben findet, sucht in dem Sanduhr-Level nach dem Wasser-Schwert. Damit erhaltet ihr Zugang zum alternativen Ende des Spiels!

- Es gibt zwei versteckte Waffen: Den Hockey-Stick und das Leucht-Schwert. Beides sind Sekundär-Waffen. Sucht im Sanduhr-Level bzw. in den mystischen Höhlen nach versteckten Zugängen. Ihr benötigt dafür das Skorpion-Schwert, nur damit lassen sich die Wände davor vernichten.

- Nutzt die Umgebung zu euremTipps & Hints / 2

Vorteil: Schwingt euch z.B. um Säulen herum oder lasst euch von Mauern abprallen und trefft so mehrere Feinde gleichzeitig.

- Wenn ihr vielen Feinden gegenüber steht, werft diese bei Möglichkeit in einen Abgrund, um den Kampf zu verkürzen. Das geht oft schneller, als sie mit dem Schwert nieder zu strecken. So könnt ihr auch gegen vier oder fünf schwere Gegner überleben.

- Setzt so oft wie möglich Zweihand-Combos ein. Sie sind weitaus wirkungsvoller als ihre einhändigen Pendants. Prägt euch die besten Moves ein und setzt sie gezielt ein.

- Setzt die "Block"-Fähigkeit ein! Gerade in schweren Kämpfen schützt sie euch meist zuverlässig gegen Treffer. Startet aus dieser Position heraus Konterangriffe.

wenige Kampfstyles herauszupicken, die man perfektioniert, anstatt ständig zu versuchen, alle möglichen Combos anzuwenden. Allerdings hat man in einfachen Fights auch oft Erfolg, wenn man blindlings auf irgendwelche Tasten hämmert. Das ändert sich aber spätestens dann, wenn man Boss-Gegnern gegenübersteht, wo man mit mehr Taktik vorgehen muss. Manchmal ist es auch ratsam sich nicht auf lange Duelle einzulassen, und die Gegner kurzerhand in den Abgrund zu befördern. Alle Kampf-Combos sind hervorragend animiert, es ist ein wahrer Augenschmaus dem Prinzen bei seinen flüssigen Bewegungen zuzusehen. Je nachdem welche Einstellung man in den Optionen gewählt hat, werden von Zeit zu Zeit Kampfsituationen auch in Zeitlupe abgespielt.

Das Spiel unterscheidet zwischen verschiedenen Formen von Waffen, die dem Orientalen als Sekundärwaffe zur Verfügung stehen und von denen man immer nur einebei sich tragen kann: Schwerter, Äxte, Streitkolben und Dolche. Sie haben nicht nur verschiedene Trefferwirkungen, sie nutzen sich beim Kämpfen auch ab und man kann sie dann fortwerfen und neue einsammeln. Entweder beschafft man sie von toten Gegnern, die ihre Waffen fallen lassen oder man findet sie in Waffenständern, die man dafür zerschlägt.

Außer diesen ausgeklügelten Nahkampffertigkeiten und dem "Auge des Sturms" gibt es noch vier weitere Zeit-Mächte, mit deren Hilfe man sehr mächtige Angriffe starten kann. Alle haben verschiedene Wirkungen und Sand-Kosten und sind für Kämpfe gegen größere Feindesgruppen gedacht. Auch diese Fähigkeiten werden erst im Laufe des Spiels erlernt. Abgerundet wird das Spiel durch einen sehr guten Soundtrack, dessen Titelsong von der Heavy-Band Godsmack beigesteuert wird. Während der Fights bekommt man meist sägende E-Gitarren zu hören,

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Tipps & Hints / 3

- Wenn ihr auf die riesigen Golems trefft müsst ihr taktisch kämpfen, um zu gewinnen. Rollt euch vor ihren Stampfattacken in Sicherheit und versucht in ihren Rücken zu gelangen. Dort zielt ihr auf ihre Beine und bringt sie zu Fall. Springt auf ihren Rücken und schlagt dort auf ihre Köpfe ein. Nutzt das "Auge des Sturms", um Zeit zu gewinnen.

- Sucht nach Sand, wo immer es geht. Zerschlagt dazu alle möglichen Gegenstände, um euren Vorrat aufzufüllen. Ihr werdet es brauchen. orientalische Klänge bekommt man hingegen kaum zu hören. Dies soll vermutlich die innere Veränderung des Prinzen verdeutlichen. Die satten Kampf-Sounds und Audiokommentare sind ebenso von hoher Qualität, auch wenn einige Dialoge während der Cutszenen nicht immer Lippensynchron zu sein scheinen.Pro & Contra

Wertung im Schnellüberblick:

Pros:

+ Sehr gutes Kampfsystem + Knifflige, aber meist faire Rätsel + Tolle Atmosphäre + Klasse Grafik + Hoher Spielspaß + Spannendes Gameplay

Cons:

- Frustfaktor Schwierigkeitsgrad - schlechte Map - Perspektive nicht immer gut und frei wählbar

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orientalische Klänge bekommt man hingegen kaum zu hören. Dies soll vermutlich die innere Veränderung des Prinzen verdeutlichen. Die satten Kampf-Sounds und Audiokommentare sind ebenso von hoher Qualität, auch wenn einige Dialoge während der Cutszenen nicht immer Lippensynchron zu sein scheinen.Pro & Contra

Wertung im Schnellüberblick:

Pros:

+ Sehr gutes Kampfsystem + Knifflige, aber meist faire Rätsel + Tolle Atmosphäre + Klasse Grafik + Hoher Spielspaß + Spannendes Gameplay

Cons:

- Frustfaktor Schwierigkeitsgrad - schlechte Map - Perspektive nicht immer gut und frei wählbar