Prince of Persia: Sands of Time (PC-Test)
(von Julian Huppertz)

Es war einmal, vor langer langer Zeit… Der Prinz aus Persien ist zurück! Schöner, schneller, noch akrobatischer und bei weitem cooler als in seinem ersten Abenteuer aus demJahre 1989. Mit einem der größten Revivals unserer

Zeit kehrt der Prinz letztendlich zurück und nur das Genre - Jump & Run - ist geblieben.

Was damals schon als revolutionär galt, übertrifft auch heute die hohen Erwartungen die an ein frisch veröffentlichtes Action - Adventure gestellt werden.

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Dieses Spiel wird Sie an Ihren PC fesseln. Auf die Idee, jemals aufhören zu können, kommen Sie erst gar nicht. Doch leider ist dem Spielspaß schon relativ früh ein Ende gesetzt: Schon nach etwa 10 Stunden flimmert das Ende über den Monitor.

Wie eine Sanduhr viel Unheil bringen kann
Unser Protagonist entwendet einen alten magischen Dolch, den er seinem Vater zum Geschenk machen will. Ein totgeglaubter Wesir rät allerdings, diesen Dolch in eine Sanduhr hineinzustecken. Sie denken, das sei ziemlich unspektakulär? Nun ja, allein die Tatsache, dass durch die Zerstörung dieser Sanduhr alle Bewohner des Schlosses in Sandungeheuer verwandelt werden, widerlegt diese Einschätzung.

Nur der Prinz, die schöne Prinzessin Farah, und der falsche Wesir bleiben verschont. Ihre Aufgabe liegt nun darin, das Geschehene schlichtweg rückgängig zu machen. Freuen Sie sich auf spannende (aber leider viel zu kurze) Stunden voller Action!

"Kannst du mal bitte eben zurückspulen?"
Schweißnasse Hände. Einen Blutdruck von 200 zu 90. Der Adrenalinspiegel ist schon auf einem gefährlichen Niveau: Diese Eigenschaft besitzen diverse Actionspiele, nicht jedoch »Prince of Persia: Sands of Time«: Hier ist das anders, dank der Möglichkeit, die Zeit bequem zurück zu spulen.

Sie haben es nur fast geschafft, den tödlichen Abgrund zu überwinden? Was in anderen Geschicklichkeitsspielen meist das tragische Ende (und vielleicht die eine oder andere demolierte Tastatur) bedeutete, ist in »Prince of Persia: Sands of Time« kein Problem mehr!

Drücken sie einfach "R" wie Replay; abhängig von der Größe Ihres Sandbehälters und spulen Sie die Zeit einfach ein paar Sekunden zurück. Oder Sie halten sie ganz an, ganz nach eigenem Ermessen. Mit diesem innovativen Feature sind lange Ladezeiten beim Quickload ebenfalls passe. Eine solche Quickload - Funktion gibt es gar nicht mehr.

Prince of Persia: The Sands of Time - Der Prinz ist zurück - schöner, schneller, prinziger!

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Speichern können Sie nur an bestimmten Punkten im Spiel. Haben Sie jedoch erst einmal die Macht des Sandes auf Ihrer Seite, macht Ihnen das gar nichts mehr aus!

"The Matrix has you"
Auch wenn der Prinz ohne Sonnenbrille und ohne Ledermantel auskommen muss..., die Coolness ragt fast an Neo und Konsorten

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heran. Ob Sie nun in Zeitlupe über Ihre Gegner hinüberspringen, um sie nach einem eleganten Salto mit Ihrem Dolch ins Jenseits zu befördern; ob sie ihnen nun ohne weiteres durch einen kleinen Spaziergang an der nächstgelegenen Wand ausweichen, eines ist klar: Dieser Prinz ist einfach cool! Und seien wir doch mal ehrlich. Macht es nicht einfach mehr Spaß, von Wand zu Wand zu hechten, sich á la Dschungel-Primat von Stange zu Stange zu schwingen und zwischendurch mit einem Salto mortale den Abgrund vor Ihnen zu überwinden, als sich mit einer Schrotflinte den Weg freizuschießen? Ja, das tut es! Hier können sich selbst die erfahrensten Olympia-Sieger der Leichtathletik noch eine Scheibe von der Beweglich desPrinzen abschneiden. Die präzise Steuerung macht diese turnerischen Meisterwerke zu einem Kinderspiel. Es ist, als wenn Sie die ganze Zeit mit einem Autopiloten fliegen würden. Selbst das von-Säule-zu-Säule-Hüpfen ist kein Problem mehr, da Sie sich nur in 90° Schritten drehen können. Sollten Sie dennoch mal abrutschen, so genügt ein einfacher Tastendruck, um den Sand der Zeit zu aktivieren und es noch einmal zu versuchen.

Leider ist der Spielablauf sehr linear, wodurch es oft an Möglichkeiten mangelt, dem Prinzen akrobatische Freiheiten zu gewähren und andere Wege zu suchen.

Von Kisten, Hebeln und von Zombies
Rätsel gibt es leider viel zu wenige. Ab und zu müssen sie hier einen Hebel betätigen und dort mal eine Kiste in die richtige Richtung schieben. Das war es dann aber leider auch schon. Doch sollte man diesem Manko nicht allzu große Bedeutung schenken, angesichts der Tatsache, dass das Spiel doch eigentlich ein Action-Adventure ist.Und hier trumpft der Prinz mit seiner akrobatischen Eleganz auf. Es hat einfach Stil, sich so geschickt durch die Level zu bewegen! Trotz verschiedener Variationen beim Angriff, läuft es doch fast immer auf das Gleiche hinaus: Vier bis fünf Gegner versuchen den Prinzen aus dieser Welt zu schaffen. Dieser hingegen haut einfach so lange auf seine Widersacher ein, bis sie am Boden liegen.

Jetzt benutzt er den Dolch, um seine Sandbehälter aufzufüllen. Viel mehr ist eigentlich nicht los und das ist besonders schade. Hätte man den bösen Buben eine höhere künstliche Intelligenz eingehaucht und das Kampfsystem optimiert, würde es nicht sooft auf simples »drauf-los-prügeln« hinauslaufen.

Auch die Möglichkeit, über Gegner zu springen, sich von der Wand abzustoßen und dann gekonnt auf sein Gegenüber loszugehen, ändert nichts an der Tatsache, dass das Kämpfen nach gewisser Zeit etwas langweilig wird.

Wie aus dem Märchenbuch
Die Grafik sieht aus, als komme sie direkt aus der Märchenwelt. Lassen Sie sich von den traum- und zauberhaften Effekten in ihren Bann ziehen. Nicht nur das Leveldesign lässt kaum einen Wunsch offen; auch die vielen grafischen Spielereien unterstützen dieses Feeling: Da ist zum einen die Unschärfe, wenn erst einmal der pseudo »bullet-time«-Modus (welcher vielen noch aus »Max Payne 2« bekannt sein dürfte) eingeschaltet ist, zum anderen der schimmernde Effekt des Lichtes, wenn Sie an einem Fenster vorbeilaufen, in welches Sonnenlicht einfällt.

Nicht nur Bewegungen der Charaktere sind äußerst realistisch und geschmeidig, auch die Charaktere selbst wirken außerordentlich lebensecht; bei weitem echter als in wirklich allen (!) anderen Spielen. Noch nie hatte man das Gefühl, nicht nur die Hautperson zu spielen, sondern sie selber zu verkörpern!