Es ist nicht ungewöhnlich, dass im Rahmen einer vermeintlichen Blockbuster-Veröffentlichung wie Prince of Persia fast alle aktuellen Plattformen gleichzeitig bedient werden. Nicht immer stecken dabei aber identische Spiele unter der Haube, vor allem die Handhelds bekommen häufig angepasste Versionen zugeschustert und fahren damit meist gar nicht mal schlecht.

Ähnlich verhält es sich im Falle von Prince of Persia: Fallen King, das inhaltlich nur einige rudimentäre Story-Elemente mit dem großen (Konsolen-)Bruder gemein hat, gameplaytechnisch aber voll und ganz auf den Nintendo DS ausgelegt ist. Dass die Transformation des legendären Orientalen auf den kleinen Bildschirm durchaus überzeugen kann, erlebten wir bei unserem Ausflug in ein verlassenes Wüstenkönigreich.

Prince of Persia: The Fallen King - Launch TrailerEin weiteres Video

Der Gott des Chaos

Dorthin verschlägt es nämlich in der DS-Version den abenteuerlustigen und akrobatisch höchst veranlagten Prinzen. Als auffälligste Parallele zur Next-Gen-Variante tritt er auch hier gegen Ahriman, den Gott des Chaos, an und versucht, die sich ausbreitende Dunkelheit und die mit ihr verbundenen Bedrohungen und Gefahren zu beseitigen. Vom auffälligen und in höchsten Tönen gelobten Grafikstil der "großen" Versionen bleibt auf dem DS selbstverständlich nicht mehr viel übrig, insofern hier naturgemäß alles ein wenig geschrumpft ist. Übrig bleibt ein leicht comicartiger Stil, der dem Spiel insgesamt gut zu Gesicht steht und den Action-Adventure-Kern der Serie angemessen wiedergibt.

Prince of Persia: The Fallen King - Geschrumpfte Prinzenrolle

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Häufig ist man im Stile eines Fassadenkletterers unterwegs.
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Die Kontrolle über den kleinen Prinzen übt ihr natürlich via Stylus aus, mit dem ihr praktisch alle akrobatischen Einlagen, Kampf-Aktionen oder auch Magie-Elemente auslöst. Mit simplen Touchpen-Eingaben lasst ihr den Orientalen durch die ca. 50 Karten hüpfen, rollen, an Wänden entlang kraxeln, Schwerter schwingen, blockt Angriffe ab, sammelt Goldmünzen (für die man z.B. weitere Lebenspunkte kaufen kann), hangelt euch über Stangen, Seile und Trapeze undsoweiterundsofort.

Das funktioniert alles fast immer absolut einwandfrei und ohne jegliche Probleme. Nur in seltenen Fällen reagiert die Steuerung zu sensitiv und lässt den beweglichen Protagonisten im wahrsten Sinne des Wortes über das Ziel hinaus schießen. Das ist im Gesamtzusammenhang aber auch deshalb kein großes Problem, weil der Schwierigkeitsgrad von Prince of Persia: Fallen King sehr moderat ist und erst nach etwa 50 Prozent Spieldauer ein wenig ansteigt.

Packshot zu Prince of Persia: The Fallen KingPrince of Persia: The Fallen KingErschienen für DS kaufen: Jetzt kaufen:

Faire Checkpoints

Darüber hinaus sind die Checkpoints nicht nur sehr fair gesetzt, jedes Level verfügt über eine Vielzahl dieser Speicherstellen, an denen man notfalls mit vollem Lebensbalken heikle Passagen so oft wie nötig erneut beginnen kann. Richtig gespeichert wird allerdings nur jeweils am Levelende. Nur selten gerät der Spielfluss daher ernsthaft ins Stocken - etwa wenn neue Elemente eingeführt oder bereits bekannte Fallen und Hindernisse miteinander kombiniert werden.

Prince of Persia: The Fallen King - Geschrumpfte Prinzenrolle

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Diese Kletterpassage könnt ihr nur mithilfe von Zals magischen Fertigkeiten meistern.
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Doch unüberwindbar sind die kleinen Rätsel nie, unfair schon gar nicht. Auf Feinde trefft ihr in dem sich mit der Zeit ein wenig wiederholenden Hindernisparcours recht selten. Bösartige Kontrahenten spielen im Vergleich zu den vielen Geschicklichkeitsaufgaben die deutlich zweite Geige und lassen sich zudem meist sehr leicht überwinden. Lediglich bei den wenigen Bosskämpfen benötigt man ein wenig Taktik, um zum Erfolg zu kommen.

Auch wenn der eine oder andere Wechsel der Szenarien das überwiegend lineare Leveldesign mitbestimmt (z.B. Katakomben, Wüste, Schiff), kommt man letztendlich doch nicht ohne Wiederholungen oder gar vereinzeltes Backtracking aus, was sich aber glücklicherweise im Rahmen hält. Oft gelingt es dagegen mit frischen Elementen die Motivation am Weiterspielen hochzuhalten, wenn etwa Türen nicht nur mit einem einfach erreichbaren Schalter geöffnet werden, sondern Zeitdruck entsteht, oder die magischen Kräfte des Magiers Zal immer dominanter und gefragter werden. Dieser mysteriöse Zauberer begleitet euch schon bald auf Schritt und Tritt, und so könnt ihr dessen Fähigkeiten häufig zu eurem Vorteil nutzen.

Prince of Persia: The Fallen King - Geschrumpfte Prinzenrolle

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Die Checkpoints sind sehr fair im Spiel verteilt.
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Ihr manipuliert mithilfe des Stylus und einer beliebigen weiteren Taste Feuerkugeln, verschiebt massive Betonpfeiler, klaut Feinden den schützenden Schild, baut eine magische Barriere um den Prinzen auf und lasst ihn so an Orte gelangen oder Hindernisse überwinden, die er ohne Zal nicht erreichen würde. Die Interaktionsmöglichkeiten des Helden mit der Umgebung werden dadurch beträchtlich erweitert und dadurch auch die Levelgestaltung mitbestimmt.

Der Prinz macht auch geschrumpft eine gute Figur!Fazit lesen

Obwohl der Spielablauf ohne große Beanstandungen auskommt, hat man sich bei der Storyentwicklung weit weniger Mühe gegeben. Der obere Screen wird in der Regel für eine krude Levelübersicht genutzt. Das als Map zu bezeichnen, wäre allerdings übertrieben. In unregelmäßigen Abständen bekommt man zudem einige kleinere Dialoge zwischen dem Prinzen und Zal serviert, die jedoch sehr oberflächlich bleiben und dementsprechend wenig Atmosphäre verströmen. Schade, hier hätte man durchaus noch mehr rausholen können. Dasselbe gilt leider für die musikalische Untermalung, die zwar orientalische Züge trägt, sich aber in zu vielen Wiederholungen ergeht und dadurch langweilig wird.