Als der persische Hampelmann vor zwei Jahren durch ein wunderschön gemaltes Abenteuer turnte, war die Ernüchterung groß: zu einfach, spielerisch zu belanglos, zu viel Anfängergehopse, zu viel Elika – ihr wisst schon. Was liegt da näher, als ihm eine Reise zurück in seine besten Tage zu spendieren? Vielleicht zurück in die siebenjährige Zeitspanne zwischen Sands of Time und Warrior Within? Genau dahin will Ubisoft mit Prince of Persia: The Forgotten Sands. Dumm nur: Das Spiel wird nicht gerade besser...
Schon gar nicht für unseren Prinzen, der einfach nicht zur Ruhe kommen mag. Im Gegenteil: Er muss für seinen Bruder Malik in die Bresche springen, der ganz großen Mist baut. Um die feindliche Belagerung seines Palastes niederzuschlagen, und zwar ein bisschen flott, verdrückt sich Malik in die Schatzkammer und öffnet mit einem Medaillon das Tor für eine Armee geisterhafter Sandkrieger. Die sind aber irgendwie keine große Hilfe, sondern nur ein gammelndes Hindernis und obendrein so frech, alles und jeden anzugreifen. Die Situation eskaliert, nur einer kann den Kahn wieder auf den rechten Kurs bringen... Auftritt hinterm Steuer: Onkel Prinz.
Schön anzusehen? Auf jeden Fall. Angenehm zu steuern? Na klar. Aber Spannung? Nein. Ubisoft, macht bitte, dass sie wiederkommt!AusblickUnsere Vorschauversion hatte noch kein Intro, das die Ursprünge der vom Bösen in den Würgegriff genommenen Stadt visualisiert. Die unter der Last der Besatzung bröckelnden Mauern, die Widerstand leistenden Wachen, die alles ins Chaos stürzenden Sandkrieger – daraus kann man viel machen. Dieser Einstieg ist trotz ausgewalzter erzählerischer Parallelen zur Sands-of-Time-Trilogie einfach fundamental für das Abenteuer, trägt die Verantwortung dafür, dass es mich einsaugt und im besten Fall bis zum Ende nicht mehr ausspuckt – wenn er denn liebevoll und sorgfältig arrangiert sein sollte.
Wird mit einer eigenen Zwischensequenz angekündigt, sieht klasse aus und kippt nach einem Schlag um: der Beschwörer.Stattdessen fängt unsere Version abrupt in medias res an: Ich stehe mitten im Innenhof der Burg, die Pranke eines drei Meter großen Monstrums gräbt sich aus dem Boden, Skelette umringen mich. Das sieht alles unheimlich cool aus, technisch wirklich beeindruckend, in Sachen Animationen gar vorzüglich. Zwar nicht mehr so mysteriös und farbenfroh verspielt wie der Vorgänger mit seinen markanten Pinselstrichen und seiner zauberhaften Cel-Shading-Fassade, aber auf jeden Fall sehr ansehnlich und schön düster. Die von der Zeit gegerbten Mauern starren mich feindselig an, als die Nacht ihre Arme ausbreitet. Ich fange an zu kämpfen – und wundere mich.
Woran liegt's, dass die Faszination für den Klettermaxe, der mich vor Jahren mit Dolch und Flickflacks begeisterte, dermaßen weit abebben konnte? Jedenfalls nicht am fehlenden Intro. Schuld ist das lücken- und fehlerhafte Zusammenspiel von Kampf, Akrobatik und Rätseleinlagen. All diese Versatzstücke sträuben sich dagegen, so nahtlos ineinanderzugreifen, dass ein treibender Rhythmus oder, daraus resultierend, so etwas wie Spannung entsteht – und das unabhängig von der altbekannten Sand-der-Zeit-Schummelei, die wieder möglich ist.
Kein Prinzenspiel, ohne irgendwo herumzuhängen.Auf dem Papier stimmt ja alles: Kämpfe gegen zig modernde Knochenköpfe; rotierende Todesfallen voller spitzer Stacheln; das kleine Einmaleins schmissiger Salti und Drehungen – alles drin. Das Schlimme nur: Ubisoft musste seinem Vorzeigeturner auf Biegen und Brechen zweifelhafte Modernisierungen und Automatismen unterjubeln, die zu sehr am Erlebnis rütteln und den Weg durch den Palast fast zum Ritt auf Schienen verkommen lassen.
von UbisoftGenre: Action AdventureDS, PS3, PSP, Wii, XBox 360: 20.5.2010
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Rest in Peace Prince... ein Fallafel, bitte damit ich den Schmerz überstehe. Ubisoft will eines Geld verdienen und das kann man mit Mainstreamprodukten am besten. Lieber die alten guten Titel spielen, als die abgemolkenen durchgekauten xten Sequels einer einst tollen Spielwelt.
BTW: Ubisoft Fail.