Die Geschichte um das Open-World-Spiel Prey 2 scheint sich langsam zu einer Geschichte um die Schattenseiten der Spieleindustrie zu wandeln. IGN will erfahren haben, dass so einiges hinter den Kulissen im Argen lag.

Prey 2 - Gerücht: Bethesda wollte Human Head ausbluten lassen und aufkaufen

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Bethesda wollte Human Head angeblich aufkaufen
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So habe Bethesda nach der E3-2011-Präsentation von Prey 2 dem Entwicklungsstudio eine Verlängerung der Entwicklungszeit von ca. sechs Monaten bis zu einem Jahr gewährt, damit Human Head genug Zeit haben sollte, Feinheiten durchzuführen, Missionen für das Spiel zu kreieren und Prey 2 auf Hochglanz zu polieren. Laut einigen Quellen, die ihrerseits ähnliche Geschichten erzählen, habe Bethesda zu der Zeit begonnen, ein falsches Spiel zu spielen.

So habe Bethesda sich geweigert, das Projekt noch weiter zu finanzieren und versprochene Meilensteine nicht eingehalten. Sogenannte Meilensteine sind in der Spiele-Entwicklung Bedingungen, die vom Entwickler erfüllt werden müssen, damit der Publisher weitere Zahlungen zur Projektunterstützung veranlasst. Die Fertigstellung einer Engine wäre beispielsweise so ein Meilenstein. oder auch die Bereitstellung einer Alpha-Version.

Stattdessen habe der Publisher nach ständigen Änderungen und Fixes verlangt. Von einer weiteren Verlängerung der Entwicklungszeit war keine Rede mehr. Da aber dieses Versprechen nicht im Vertrag feststand, war Bethesda auch nicht dazu verpflichtet, es einzuhalten.

Erschwerend kam hinzu, dass es Human Head nicht gestattet war, weitere Projekte in Angriff zu nehmen, solange der Vertrag nicht ausgelaufen war. Um also das Unternehmen am Laufen zu halten, habe man an der Entwicklung von Bioshock Infinite und Defiance ausgeholfen.

Auf die Bitte nach mehr Zeit und Geld für die Fertigstellung von Prey 2, reagierte Bethesda eisern. Der Publisher pochte stattdessen auf Einhaltung des Vertrages. Laut einer Quelle hoffte Bethesda wohl darauf, Human Head in die Ecke drängen zu können, so dass Human Head keine Möglichkeit blieb, als sich von Bethesda aufkaufen zu lassen. "Human Head war eines der wenigen Studios, die mit der id-Technologie arbeiten und sie verbessern konnte. Sie wollten uns günstig aufkaufen."

Doch Human Head schlug das Angebot aus. Man wollte sich an keinen Publisher binden, der das Studio ausbluten ließ. Die Öffentlichkeit nahm diese Prozesse hinter den Kulissen als die Einstellung der Entwicklung wahr. Doch für Human Head war dies ein Streik, um gegen die Bedingungen Bethesdas vorzugehen.

Die Gespräche zum weiteren Fortgang verliefen eher zäh und waren ziemlich einseitig. trotz der vernünftigen Angebote des Studios, kam es zu keinem Ergebnis. So verlief das gesamte Jahr 2012. Es schien, als wollte Bethesda die Sache einfach aussitzen.

Das Ende der Geschichte ist dagegen wieder geläufig. Human Head und Bethesda gehen wieder getrennte Wege. Die Rechte an Prey 2 gehören wieder dem Publisher und dieser hat sie sodann an Arkane weitergeleitet. Der Entwickler von Dishonored soll nicht besonders begeistert darüber gewesen sein und wird das Spiel Gerüchten zufolge von Grund auf entwickeln.

Human Head arbeitet zur Zeit mit einem anderen Publisher an der Entwicklung eines anderen Open-World-Titels.

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