Viele Jahre und ein verworfenes Spiel später ist es endlich so weit: das neue Prey ist erschienen. Statt einer komplizierten Cyberpunk-Welt, die im eigentlich geplanten Prey 2 vorgestellt wurde, erwartet euch eine futuristische und weiträumig verschachtelte Raumstation, die von Aliens gekapert wurde. Prey erinnert nun mehr an Bethesda’s Titel Dishonored und ähnelt dem Spielehit Bioshock. Ob dieser Wechsel dem Spiel gut getan hat und der neue Teil an den Kultstatus des Spiels aus dem Jahr 2006 anschließen kann, erfahrt ihr im Test.

Zum Vergleich: So viel hat sich seit dem Prey 2 E3 Trailer aus dem Jahr 2012 verändert

Prey 2 - E3 Trailer 201225 weitere Videos

Euer Charakter Morgan Yu, mit dem ihr wahlweise als Frau oder Mann ins Spiel geht, ist auf der Raumstation Talos 1 leitender Wissenschaftler und scheinbar der einzige Überlebende. Typhon-Aliens haben sich auf der Station ausgebreitet, die Besatzung ausgelöscht und machen nun Jagd auf euch. In Prey geht es aber um viel mehr als das Bekämpfen der Alien-Invasion: Auf eurem Weg durch die vielen Räume, Lobbies und Etagen der riesigen Talos klärt ihr Stück für Stück die Geschehnisse auf, die zu der Katastrophe geführt haben. Und kommt gleichzeitig den Geheimnissen eurer eigenen Vergangenheit auf die Spur.

Für alle Interessierten: Die ersten 50 Minuten des neuen Prey-Spiels

Prey - Gameplay: Die ersten 50 Minuten24 weitere Videos

Allzu gemütlich werden eure Nachforschungen aber nicht verlaufen, denn schon bald kommen euch die ersten Aliens in die Quere. Sogenannte Mimics sind die erste Spezies, die ihr mit eurem Werkzeugfund Nr. 1, einer Rohrzange, zur Strecke bringen müsst. Ein paar Räume und Gänge später gesellt sich die Gloo-Kanone zu eurem Arsenal, deren Schaum-Beschuss die Aliens vorübergehend erstarren lässt, damit ihr sie anschließend mit der Zange erschlagen könnt. Die kleinen Mimics sind allerdings sehr schnell und schlagen viele Haken. Falls ihr über genügend Gesundheitsreserven verfügt, machen einfache Hau-drauf‘ Frontalangriffe mit dem Handwerkzeug meist mehr Sinn, als rar gesäte Munition zu verballern. Munition, die ihr euch in den ersten Stunden von Prey für größere Aliens wie etwa die Phantom-Typhons aufsparen solltet.

Prey - Tolles SciFi-Abenteuer mit Bioshock-Genen

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Allein auf weiter Flur: Um gegen die Aliens anzukommen könnt ihr euch nur auf euch selbst verlassen
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Plündern ist Trumpf!

Sammler und Bastler werden in Prey auf ihre Kosten kommen, denn lebensnotwendige Standards wie zum Beispiel Medikits, Pistolen-, Gloo- und Schrotwaffenmunition sowie Reparatur-Kits für euren Schutzanzug könnt ihr an sogenannten Fabrikatoren selber herstellen. Vorausgesetzt, ihr habt die dazu nötigen Baupläne gefunden und sammelt auf eurem Weg fleißig Müll und wiederverwertbare Materialien, das ihr im Recycler in Rohstoffe wandelt. Aus diesen Grundzutaten baut ihr dann die benötigten Tools. Regelmäßige Rohstoffverwertung an den Recycling-Stationen sorgt zudem auch für mehr Platz in eurem Inventar, da die Grundmaterialien stapelbar sind und somit wesentlich weniger Slots belegen. Das Haushalten mit Materialien und das Abwägen, welche Items zu welchem Zeitpunkt wichtiger sein könnten, ist ein essentieller Teil des Gameplays. Wer nur Lust auf krude Alien-Schießereien hat, der ist bei Prey fehl am Platz.

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Bastle, bastle, Waffle baue: Wer clever spielt bekommt Vorteile
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Prey bietet euch außerdem verlockend viele Möglichkeiten beim Ausbau eurer Charakterfähigkeiten, die ihr mit wohldosiertem Einsatz von Neuromods aufwertet. Sogar Typhon-Kräfte kann man sich mit Hilfe der Neuromods selber aneignen, doch dabei ist Vorsicht geboten: die auf der Talos zur Alien-Abwehr aufgestellten Geschütztürme halten euch dann auch für Außerirdische – und statt Feuerschutz zu spenden, nehmen sie euch aufs Korn. Erneut zeigt sich hier, dass sich die Entwickler viele Gedanken bezüglich des Spieldesigns gemacht haben und euch ebenso fordern wollen, mitzudenken. Leider ist nicht jeder Gameplay-Aspekt so clever gestaltet: Die zu bekämpfenden Aliens wiederholen sich später im Spiel, große Änderungen zwischen den außerirdischen Gegnern gibt es leider nicht. Dadurch werden die Kämpfe eintönig und gerade gegen Ende des Spiels ist dann etwas die Luft raus.

Grafisch kann Prey sich sehen lassen: Die Raumstation ist detailreich und prunkvoll ausgeschmückt, an gewissen Stellen kann man sich an der Umgebung fast gar nicht sattsehen. Zudem wird die Geschichte der Talos 1 nicht nur durch die Geschehnisse und das Gameplay erzählt, auch die Umgebungen tragen ihren entscheidenden Teil zur Atmosphäre und Erzählung bei. Manchmal standen wir minutenlang in einem gesäuberten Raum um jede Ecke, jeden Winkel, jeden kleinen Hinweis bis ins Detail zu inspizieren. Hier trumpft Prey, das Ganze wird zudem einem abwechslungsreichen und stets passenden Soundtrack abgerundet.