Wenn es ein Spiel mit bewegter Vergangenheit gibt, ist es wohl Prey. Das erste Spiel dieses Namens erschien 2006 und in den folgenden Jahren gab es unzählige Gerüchte und Berichte über eine Fortsetzung. Prey 2 wurde entwickelt, dann doch nicht, dann wieder doch. Dieses Hin und Her lief so lange, dass eigentlich niemand noch die Hoffnung hatte, jemals wieder ein Prey zu spielen. Zumindest war das so bis zur E3 2016, bei der von Bethesda ein überraschender Trailer gezeigt wurde. Eine Raumstation, Aliens und ein Mann mit blutenden Augen. Erst das Logo am Ende des Videos verriet den Namen: Prey. Was euch bei dem Spiel des Dishonored-Macher erwartet, haben wir für euch in Frankfurt angetestet.

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Welt im Weltall

Alternative Realitäten bieten kreativen Köpfen die perfekte Grundlage, eine Welt zu erschaffen, die unserer zwar ähnelt, aber eben trotzdem ganz anders sein können. Die Unterschiede zu unserer Welt im Vergleich zu der von Prey, basieren alle auf einem einzigen veränderten Ereignis: Der gescheiterten Ermordung von Präsident Kennedy. Er überlebte und widmete einen Großteil seiner Amtszeit dem Ausbau des amerikanischen Raumfahrtprogramms. Durch diese erhöhte Aktivität im Weltall wurden die Typhon auf unseren Planeten aufmerksam. Um der Alienbedrohung standzuhalten, gingen die USA und die Sowjetunion ein Bündnis ein und bauten die Raumstation Talos 1, auf der Typhon gefangengehalten und Experimenten unterzogen wurden.

Irgendwann ereignete sich ein Unfall und erst das Unternehmen TranStar erweckte die Station zu neuem Leben. Sie entwickelten sie zu einem luxuriösen wissenschaftlichen Zentrum mit Fokus auf Neurowissenschaften weiter. Durch die Vielzahl von Menschen, die am Ausbau der Talos 1 beteiligt waren, sieht sie so gar nicht aus wie eine gewöhnliche Raumstation. In Form des Arboretums gibt es an Bord sogar eine Art Wald - und auch sonst vermisst man blanke Metalloberflächen und schlauchartige Gänge. Beim Entwicklerbesuch fiel ein Vergleich: „Wäre Apple in den 70er Jahren so groß gewesen wie heute, hätte ihr Hauptquartier vermutlich dem Innenleben der Talos 1 geähnelt.“ Hohe Decken, opulente Einrichtung, viel Gold und andere hochwertige Materialien

Brillanter Wissenschaftler als Laborratte

Ihr schlüpft in Prey in die Rolle von Morgan Yu. Das Geschlecht könnt ihr dabei selbst wählen, aber die einzigen Unterschiede sind die Stimme und das die weibliche Morgan etwas filigranere Hände hat. Ob weiblich oder männlich macht aber keinen Unterschied bei der Genialität eurer Figur. Euer großer Bruder Alex mag der CEO von TranStar sein, aber ihr seid Co-Direktor der Forschungs- und Entwicklungsabteilung und der Entwickler und Hauptbroband des Neuromod.

Besagtes Gerät wirkt auf den ersten Blick wie eine altmodische Kamera, aber hinter diesem unauffälligen Äußeren verbirgt sich modernste Technik. Im Trailer sieht man Morgan mit blutigen Augen und hier habt ihr den Auslöser. Der Neuromod dringt mit zwei ultrafeinen Nadeln über den Augapfel ins Gehirn ein, wo er dann Modifikationen vornehmen kann. Im Spiel verbessert ihr mit diesen Geräten eure Fähigkeiten, aber Vorsicht, denn ganz ausgereift ist diese Technik noch nicht.

Eine Frage der Menschlichkeit

Nachdem ihr das sogenannte Psychskop gefunden habt könnt ihr damit die verschiedenen Klassen der Typhon scannen und so Informationen zu deren Stärken, Schwächen und Fähigkeiten sammeln. Diese Scans erlauben es euch dann, auch Talente der Aliens per Neuromod zu erlernen. Ihr solltet euch das aber gut überlegen, denn zuviele außerirdische Modifikationen sorgen dafür, dass euch die Talos nicht mehr als Mensch erkennt und das Sicherheitssystem es auf euch abgesehen hat. Zusätzlich müsst ihr euch dann mit dem riesenhaften Alien herumärgern, das von allen “Albtraum” genannt wird. Dieser üble Geselle wird nämlich ebenfalls auf eure neuen Fähigkeiten aufmerksam und macht Jagd auf euch.

Eure ersten Gegner sind im Vergleich dazu wirklich lächerlich. Allgemein sind die sich tarnenden Mimics mehr nervig als wirklich gefährlich. Ihr fühlt euch ständig beobachtet, denn jeder Stuhl kann sich als Mimic herausstellen und euch anspringen. Es gibt einen Raum im Spiel, in dem der paranoide Wissenschaftler jeden Gegenstand mit einer Notiz versehen hat, dass es sich dabei nicht um einen Mimic handelt. Erst wenn ihr selbst Mimikry nutzen könnt, lernt ihr dieses Talent schätzen. Die Verwandlung in eine Kaffeetasse erlaubt euch dann zum Beispiel durch kleine Öffnungen in eigentlich verschlossene Räume zu gelangen. Je weiter ihr diese Fähigkeit ausbaut, desto komplexer können die Gegenstände sein, die ihr kontrolliert. Über 400 Gegenstände stehen euch zum Kopieren zur Verfügung.

Spielt, wie ihr wollt

Mimikry ist auch sinnbildlich für das, was Prey nicht ist, nämlich ein Ego-Shooter. Ja, ihr könnt Pistolen und Schrotflinten finden, aber munitionsmäßig sieht es auf der Station eher schlecht aus. Die Talos 1 ist nun mal eine wissenschaftliche und keine militärische Einrichtung. Neben eurer treuen Rohrzange ist eine der ersten und nützlichsten Waffen die sogenannte GLOO-Kanone. Sie verschießt eine klebrige Substanz, die schnell aushärtet, so könnt ihr Gegner festsetzen, kaputte Stromkästen versiegeln oder euch sogar neue Wege bauen.

Über ein Wiederverwertungssystem erhaltet ihr aus gesammelten Gegenständen Materialien, die ihr in einem Fabrikator mit der richtigen Blaupause zu etwas Neuem umwandeln könnt. Prey lässt dem Spieler enorm viele Freiheiten. Euch stehen über 40 Fähigkeiten zur freien Verfügung und es erlaubt auch sehr spezielle Spielstile, wie zum Beispiel Mimikry. Eine der außerirdischen Kräfte erlaubt es euch, aus den Körpern eurer gefallenen Mitmenschen zombieähnliche Kreaturen zu machen. So könnt ihr dann Zombies-gegen-Aliens spielen und euch verhältnismäßig entspannt im Hintergrund halten. Euer Hauptziel ist es dabei, die Erde vor den Typhon zu schützen, aber auch TranStar scheint eigene Pläne zu schmieden. Was es damit auf sich hat, könnt ihr voraussichtlich ab dem 5. Mai auf Xbox One, PlayStation 4 und PC selbst herausfinden.