Der Bundesverband Interaktive Unterhaltungssoftware e.V. kommentierte heute die Nivellierung des Jugendmedienschutz-Staatsvertrags (JMStV).

Ab dem 1. Januar 2011 können im Internet angebotene Spiele mit einer Alterskennzeichnung versehen werden. Diese sieht der neue JMStV vor, der heute durch die Konferenz der Ministerpräsidenten der Länder beschlossen wurde. Bei dieser Kennzeichnung der Online-Inhalte setzt der neue JMStV allerdings auf Selbstklassifizierung.

Olaf Wolters, Geschäftsführer des Bundesverbands Interaktive Unterhaltungssoftware e.V. (BIU), begrüßt die generelle Neuregelung des Jugendschutzes im Internet: „Der neue Jugendmedienschutz-Staatsvertrag ebnet den Weg für mehr Jugendschutz im Internet, indem künftig Alterskennzeichen auch für Online-Spiele möglich sind. Damit wird eine zentrale Lücke im Jugendmedienschutz beseitigt“.

Bisher konnten Spiele, die ausschließlich im Internet angeboten wurden, nicht von der USK geprüft werden, da es dafür keine Rechtsgrundlage gab. Diese Lücke wurde mit Hilfe des neuen Jugendmedien Staatsvertrags geschlossen - trotzdem konnte kein einheitliches System geschaffen werden: „Leider konnten sich Bund und Länder nicht auf einheitliche Alterskennzeichnungen für Computerspiele einigen. Die weitere Trennung zwischen Online und Offline ist wirklichkeitsfremd und behindert einen einheitlichen und damit effektiven Jugendschutz, den die Nutzer verstehen. Damit wurde eine große Chance verpasst“, sagt Wolters. „Statt auf die USK als etablierte Selbstkontrolle auch im Internet zu vertrauen, können fortan unterschiedliche Institutionen nach unterschiedlichen Verfahren unterschiedliche Kennzeichen vergeben. Das versteht keiner mehr.“ Er sieht es als eine Folge an, dass der Jugendschutz davon verwässert werden könnte.

Dieses System der Selbstklassifizierung lehnt an das europaweit bereits bewährte PEGI-System an. Insofern begrüßte Olaf Wolters die Ankündigung der USK ein Verfahren zur Selbstklassifizierung umsetzen zu wollen, damit alle Spiele diese Form der Altersbewertung ermöglicht werden kann. Von Seiten der Industrie wird erwartet, dass die USK und die anderen staatlichen Institutionen trotz verschiedener gesetzlicher Bestimmungen weiterhin praktikable, rechtssichere und einheitliche Verfahren der Alterskennzeichnung ermöglichen.