In den USA ist ein Gesetzentwurf auf den Weg gebracht worden, der Spiele mit Gewaltinhalten und Hardcore-Pornos gleichsetzen soll. Beide sollen als "X-rated entertainment" bewertet werden. Ein Vorschlag, der von den Bossen der großen Publisher scharf angegriffen wird.

Der Oberste Gerichtshof in den USA stimmte im April der Betrachtung eines Gesetzesantrags zugestimmt, mit dem der Verkauf oder die Vermietung von gewalttätigen Computerspielen an Minderjährige verbieten soll.

Das Gesetz würde einzelnen Staaten erlauben, Handelsbeschränkungen für Spiele mit Gewaltinhalten einzuführen. Effektiv werden sie damit in die gleiche Kategorie wie Pornographie gesteckt, was auch ihren Verkauf an erwachsene Bürger verhindert.

Der Oberste Gerichtshof betrachtet eine Entscheidung des Bundesgerichts, um das kalifornische Verbot aufzuheben, welches ursprünglich von dessen Gouverneur Arnold Schwarzenegger unterzeichnet wurde.

"Es ist sehr, sehr überraschend, dass der Oberste Gerichtshof sich dieses Falls annimmt," sagte Strauss Zelnick, Geschäftsführer des Rockstar-Vaterunternehmens Take Two gegenüber CNBC. "Es macht mir Sorgen und ich denke, jeder in unserer Branche sollte sich wirklich Sorgen darüber machen.

Graham Hopper, Vizepräsident und Hauptverantwortlicher Manager bei Disney Interactive fügte hinzu: "Es geht nicht darum, einen dramatischen Einschlag auf unserer Grundlinie zu erleiden. Es wird unsere Fähigkeiten im Direktverkauf zu einem wahren Albtraum machen."

Andere Personen aus der Spieleindustrie sprachen über ihre Angst dass andere Staaten ihre eigene Version dieser Idee durchdrücken könnten - was bedeuten würde, dass Entwickler verschiedene Versionen von Spielen herstellen müssten, die dann an jedes individuelle Kriterium der entsprechenden Länder angepasst werden müssten, um nicht verboten zu sein.

"Eins der größten amerikanischen Exportgüter ist Unterhaltung," kommentierte John Riccitello, Geschäftsführer von EA, den Entwurf. "Die Konsequenz aus dem Fall Schwarzenegger gegen ESA (der verhandelte Fall vor Gericht), ist dass wir mit einer Bürokratie auf Staatenebene enden könnten, die dann definiert, was in 50 verschiedenen Rechtssprechungssystmen quer durch die USA verkauft werden kann. Ich kann mir vorstellen, wie die Regierung versucht, Steven Spielberg zu erklären 'Wir brauchen 50 verschiedene Schnitte von deinem Film - einen für jeden Bundesstaat.' Wir würden ganz schön in der Scheiße sitzen."

Jack Tretton, Geschäftsführer von Sony Computer Entertainment Amerika, sah die Entscheidung des Obersten Gerichtshofs, sich den Fall noch einmal anzuhören, etwas positiver: "Wir glauben, als Industrie, dass der hauptsächliche Grund dafür, dass sich der Oberste Gerichtshof der Sache annimmt, zweifellos die Tatsache ist, dass dieses Gesetz niedergeschlagen werden muss. Ein solcher Fall ist nun schon 12 Mal vorgekommen."

"Ich denke, der Oberste Gerichtshof betrachtet es, um die potenziellen Möglichkeiten zu sehen, die darin stecken oder um ihm ein für alle mal ein Ende zu machen.

Der Oberste Gerichtshof will die Argumente in diesem Fall im Herbst prüfen.

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