Ein neuer australische Gesetzentwurf für die Einstufung von Videospielen ist kürzlich veröffentlicht worden. In ihm wird nun sogar ausdrückliche Gewalt zugelassen und die Einstufung für „R15+“ wurde auf anregende Nacktheit und sexuelle Aktivitäten eingeschränkt. Mit der Novellierung der Zensurgesetze dürfte sich für die Publisher der Vertrieb ihrer Spiele in Australien deutlich einfacher gestalten.

Politik - Australische Zensurrichtlinie für Videospiele wird aktualisiert

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Demnächst dann auch in Australien unzensiert: Explizite Gewalt ist in der "R18+"-Einstufung zulässig.
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Im Dezember 2010 sollt ein Vorstoß gemacht werden, um eine „R18+“-Einstufung für Videospiele in Australien zu ermöglichen. Dieses Vorhaben wurde dann zunächst verschoben, weil man zunächst neue Richtlinien brauchte, die dann auch zeigen würden, dass eine solche Einstufung tatsächlich Erfolg versprechend wäre. Die Richtlinien in Australien, insbesondere was die Vorgaben für die Zensur von Videospielen anbelangt, sind teilweise noch strenger als in Deutschland. Dies soll sich nun ändern.

Der Entwurf für die „R18+“-Einstufung soll folgende Inhalte in Videospielen zulassen:

  • Fast keine Einschränkungen der Themen
  • Gewalt, außer dort, wo sie „gegen moralische Standards, Anstand und Sittsamkeit verstößt, die allgemein von vernünftigen Erwachsenen akzeptiert werden“
  • Implizite sexuelle Gewalt, sofern sie durch den Kontext gerechtfertigt ist
  • Realistische Simulation von sexuellen Aktivitäten
  • Nahezu keine Einschränkungen des Sprachgebrauchs; und
  • Drogengebrauch und Nacktheit sind zugelassen

Wie implizite sexuelle Gewalt nicht gegen moralische Standards, Anstand und Sittsamkeit verstoßen kann, sofern sie im Kontext einer Videospiel-Story gerechtfertigt ist, erschließt sich allerdings nicht. Gemeint sein könnten Szenen wie die Traum-Sequenz, die Maddison in Heavy Rain erlebt und in der sie von Einbrechern überfallen wird.

Damit nähern sich die Richtlinien für Videospielen denen von Filmen an, bis auf die Tatsache, dass die Gewalt in Videospielen gesellschaftliche Normen nicht angreifen darf.

Die schwächere „R15+“-Einstufung wurde auch angepasst. So dürfen die Spiele, die unter diese Einstufung fallen zukünftig folgendes Inhalte aufweisen:

  • Intensive und realistische Gewalt sollte nicht all zu häufig vorkommen
  • Sexuelle Aktivitäten darf nicht mit Belohnungen oder Anreizen verknüpft sein
  • Interaktiver Drogengebrauch, der detailliert und realistisch ist, ist nicht erlaubt; und
  • Nacktheit darf nicht auf Anreize und Belohnungen bezogen sein

Wie es scheint, wurde der Gesetzentwurf bereits gesichtet und geht nun in einen weiteren Prüfungsprozess ein. Mit der „R18+“-Einstufung würden dann weniger Zensurmaßnahmen für Spiele in Australien notwendig werden, sofern die Spiele dann in diese Kategorie einsortiert werden. Eine längst überfällige Überarbeitung der Gesetzeslage, wie auch Brendan O‘Connor, Minister of Home Affairs, zugibt. Australien würde mit dem aktualisierten Einstufungssystem mit anderen Ländern gleichziehen.

Diese Einstufung erleichtert den Publishern dann durchaus, ihre Spiele auf dem australischen Kontinent zu veröffentlichen, ohne sie erst massiv beschneiden zu müssen, wie es mit dem alten „R15+“-Standard üblich war.