Wenn man Pokémon-Fans nach ihrer Lieblings-Generation fragt, dann ist die Antwort häufig Pokémon Gold & Silber, die zweite Pokémon-Generation. Aber warum ist das so? Und lohnen sich die beiden Spiele, die am 6. April 2001 erstmals in Deutschland erschienen und jetzt wieder im eShop erhältlich sind, auch heute noch?

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Ganz grundsätzlich: Ja, das tun sie. Denn egal ob ihr euch erneut in voller Nostalgie oder als Neuling in das Abenteuer stürzt, Pokémon Gold und Silber bieten auch heute noch viel Spielspaß, einen wunderschönen Soundtrack und ein Gefühl von Abenteuer, das man selbst in modernen JRPGs wie FF15 vermisst.

Johto, die wohl beste Pokémon-Region überhaupt

Es gibt zugegeben viele schöne Regionen in der Pokémon-Welt. Kanto aus der ersten Generation gehört bis heute zu meinen Lieblingen, Hoenn aus Generation Nummer drei ist gerade für Wasserratten ein Fest. Aber Johto ist wahrscheinlich die ausgewogenste von allen. In Johto erwartet euch nämlich eine Kombination aus Natur und Zivilisation, wie man es nur aus Japan kennt. Die Hauptregion der zweiten Generation basiert auf den Kinki- und Tokai-Regionen Japans, in denen auch die Städte Kyoto, Nara oder Osaka zu finden sind. Städte, die für ihr traditionelles Stadtbild bekannt sind. In dieser Generation werdet ihr also in das Japan des 15. Jahrhunderts versetzt. Der Hang zu Holzbauten und zur Natur macht sich nicht zuletzt in den Stadtnamen Johtos bemerkbar: Mahagonia City, Rosalia City, Anemonia City und viele weitere Dörfer und Orte werdet ihr bereisen.

Apropos Natur: Die zweite Generation verstand es wohl am besten, gut eingeteilte Routen zwischen den Städten einzubauen. Während gerade die Remakes der dritten Generation für die ewig langen Seefahrten viel Kritik einstecken mussten (8.7/10, too much water), sind die Zwischengebiete hier genau richtig eingeteilt. Selten müsst ihr über eine Stunde in einem Wald oder zu Wasser verbringen, auch sind dutzende Anläufe um ein Gebiet zu überwinden, wie in der Safari Zone der ersten Generation, nicht nötig. Gleichzeitig reist man aber auch nicht stupide von A nach B, wie in den neuesten Pokémon-Spielen.

Damals, als die Dungeons noch herausfordernd waren

Dadurch, dass Game Freak sich bewusst entschlossen hat lediglich 100 neue Pokémon einzubauen, blieb auch deutlich mehr Zeit für die Dungeons. Auch wenn der Eispfad nach Ebenholz City viele Spieler in den Wahnsinn trieb, ist das Umhergleiten auf dem Eis bis heute ein wichtiges und cleveres Spielelement in der Pokémon-Reihe geblieben. Stupides Durchrennen durch eine Höhle is’ nich’, hier ist Köpfchen gefragt! Da können sich gerade neuere Pokémon Teile eine Scheibe von abschneiden, sind doch gerade die Dungeons in Pokémon Schwarz / Weiß und X / Y langweilig und linear gewesen.

Außerdem bieten zahlreiche Höhlen in der zweiten Pokémon-Generation alternative Pfade, die erst im Verlauf des Spiels erkundbar werden. Da diese aber optional sind, wird hier keineswegs Backtracking erzwungen - was mir ein Graus wäre!

Ach, habt ihr eigentlich den Begriff “Hauptregion” bemerkt? Richtig gelesen, denn nachdem man sich erfolgreich durch die Johto-Arenen gekämpft hat, öffnet sich dem Spieler auch Kanto. Pokémon Gold & Silber bieten als einzige Generation zwei Regionen in einem, was natürlich auch doppelt so viel Umfang bedeutet.

Das Leveldesign bekommt also auch heute noch eine Eins mit Sternchen, doch wie schaut es mit dem Rest des Spiels aus? Abgesehen von den offensichtlich fehlenden Online-Features der neueren Spiele, führten Pokémon Gold & Silber viele spaßige Features ein, die auch heute noch das Gameplay abwechslungsreich gestalten.

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