Pokémon: Let's Go soll das Franchise in die Moderne bringen und dabei so viel wie möglich von der Nostalgie behalten. Dieser Spagat ist nur halb geglückt. Doch trotz einiger kleiner Mängel und großer Konkurrenz im Spieleherbst konnte mich Pokémon Let’s Go, Evoli trotzdem begeistern.

Jetzt schon genug von meiner Meinung? Das sagten die Besucher der MAG 2018 zu Pokémon Let’s Go:

Pokémon: Let's Go - Reaktionen der MAG-Besucher auf das Anspiel-Event3 weitere Videos

Mit Pokémon Let’s Go, Evoli und Pokémon Let’s Go, Pikachu will Nintendo an den Wahnsinnserfolg von Pokémon GO anknüpfen. Bis ein „richtiges“ Pokémon-Spiel auf der Switch erscheint, soll uns dieser Titel erst einmal durch den Winter bringen. Denn langsam wird es zu kalt, um draußen Monster zu fangen. Dementsprechend habe ich Pokémon Let’s Go, Evoli eher im gemütlichen Wohnzimmer gespielt - die Switch immer in ihrem Hub und das Bild über einen Beamer projiziert.

Das neue Pokémon-Spiel ist eigentlich gar nicht so neu. Es ist eher ein Mix aus Nostalgie und Moderne. Mein letzter Pokémon-Titel war Pokémon Gelb – wie witzig, dass Pokémon Let’s Go genau diese Version als Basis nutzt. Darauf bauen Funktionen, die ihr so schon durch Pokémon GO kennt.

Pokémon Let’s Go, Evoli und Pokémon Let’s Go, Pikachu erscheinen am 16. November 2018 für Nintendo Switch. Jede Version hat andere fangbare Pokémon, wie ihr es bereits von anderen Teilen der Reihe kennt. Die Spieldauer beträgt etwa 50 Stunden, wenn ihr die Top Vier erledigen wollt. Sie kann sich auch auf 100 Stunden steigern, wenn ihr die zusätzlichen Funktionen wie die Online-Modi ausprobiert.

In Pokémon Let’s Go erwartet euch also die Kanto-Region samt Professor Eich, einem Rivalen, acht Arenen, einem den Weg versperrenden Relaxo und den Top Vier. Also alles beim Alten – nur eben ein bisschen aufgehübscht. Denn der Rivale ist eher ein bester Freund, der auch mal mit Pokébällen oder Tränken zur Hilfe kommt. Für diese Geschenke will er aber stets noch einen Kampf.

Ihr müsst erneut eine PokéFlöte einsammeln, um das Relaxo zu wecken, eine Lichtattacke lernen, damit ihr in Höhlen auch was seht oder das Silph Scope finden, um an den Geistern im Turm in Lavandia vorbei zu kommen. Blöderweise hat Nintendo aber auch etwas am Originalspiel gekürzt. Während ich mich nämlich hauptsächlich auf kleine Extras wie das Casino oder die Safari-Zone gefreut habe, musste ich nach dem Ende feststellen, dass es beide Funktionen nicht in Pokémon Let’s Go geschafft haben.

Das Fangen wilder Pokémon wurde aus Pokémon Go übernommen.

Noch schlimmer ist eigentlich, dass mir die zahlreichen NPCs erzählen, wie cool doch die Spiele im Casino sind und vor allem, welche tollen Monster sie in der Safari-Zone gefangen haben. Blöd also, dass sie mir das Fehlen der beliebten Funktionen auch noch auf die Nase binden. Aber bei dem Fang-System bin ich dann doch etwas froh, dass ich die Safari nicht durchleiden muss.

„Bitte kein Golbat!“ – Wenn die Fang-Mechanik an meine Grenzen stößt

Pokémon GO habe ich jetzt schon zwei Jahre gespielt. Seit dem Sommer 2016 gehe ich raus und wische mit dem Finger über meinen Bildschirm, um den Ball genau dann zu versenken, wenn der innere Kreis ganz klein ist. Warum sollte ich mich auf die gleiche Fangmechanik in Pokémon Let's Go freuen? Denn anders als der Titel es beschreibt, will ich nicht losgehen - ich will auf der Couch liegen und zum ersten Mal offiziell ein Pokémon-Spiel über den TV oder Beamer zocken.

Packshot zu Pokémon: Let's GoPokémon: Let's GoRelease: Nintendo Switch: 16.11.2018 kaufen: Jetzt kaufen:

Blöderweise musste ich aber Monster fangen, da meine Teammitglieder so leveln. Also hieß es für mich immer wieder aufrichten, damit meine Switch meine Handbewegung richtig erkennt. Schön ist allerdings, dass jedes Pokémon ein Stück der Erfahrungspunkte abbekommt. Der EP-Teiler ist also von Anfang an dabei und garantiert auch, dass jedes Teammonster nach einem Kampf Erfahrung bekommt. Das bringt aber auch das endlose Wegklicken der Statusnachrichten mit sich. Fast alles wie früher also.

Von Pokémon GO zu Let’s Go – und nie wieder zurück

Neu dazugekommen ist der Pokémon GO Park in einer Stadt. Verbindet ihr euch mit Pokémon GO könnt ihr eure Monster in den Park transferieren und hier mit ihnen spielen. Ihr solltet euch aber nicht dazu entscheiden, die besten Monster auf die Switch zu laden, wenn ihr noch mit Pokémon GO spielen wollt. Denn eure mobilen Monster können nie wieder auf die App zurückkehren.

Auch das beliebte Schiff MS Anne ist wieder mit an Bord.

Und wenn ihr euch doch dafür entscheiden solltet, euer starkes Pokémon aus GO in Let’s Go zu übertragen, habt ihr auch nicht so viel gekonnt. Erst wenn ihr 25 Monster der gleichen Art hochladet, könnt ihr ein Minispiel starten. Davor stehen die Pokémon erst einmal nur starr herum.

Ich habe Pokémon Let’s Go, Evoli vor dem Release gespielt. Einige Online-Funktionen wie die Pokémon GO-Verbindung oder der Online-Kampf gegen Freunde waren noch nicht aktiviert, weshalb ich diese Funktionen nicht bewerten kann.

Dennoch kann ich den Schritt zu Let’s Go verstehen. Mit Pokémon GO kamen viele Menschen zum ersten Mal mit der Reihe in Kontakt. Der Einstieg für neue Spieler in die bunte Monsterwelt war noch nie so leicht wie jetzt. Pokémon Let’s Go schafft es gut, noch unerfahrene Trainer an die Hand zu nehmen, Tipps zu geben und Infos zu Typen, Attacken etc. anzuzeigen. Doch auch Profis haben mit Let’s Go ein echtes Stück Nostalgie in modernem Gewand vor sich, das die Wartezeit auf einen neuen Titel schnell verkürzt.