Die Arena kocht. Panpyro greift an. Doch Chelcaran weicht gekonnt aus. Liebikus tritt auf den Plan und umgarnt Panpyro. Dieser greift sich in seiner Verwirrung selbst an. Was für ein Spektakel! Bevor Ihr nun gleich einen Termin beim Psychiater für uns vereinbart, gebt uns wenigstens die Chance, Euch zu erklären, wovon wir hier schwafeln. Denn es ist Pokémon-Zeit und wir sind mit den Knuddeltieren in die Arena gestiegen.

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Gib dem netten Herrn Dein Taschengeld!

Über zehn Jahre ist es nun schon her, seit die Pokémon sich aufmachten, die Welt zu erobern. Und zumindest die Welt der Kinderzimmer kontrollieren die kleinen, bunten Viecher mittlerweile zu einem großen Teil. Spiele, Stofftiere, TV-Serien und Videospiele um die beliebten Kreaturen gibt es heutzutage zuhauf. Gibt es also überhaupt einen Grund, das just erschienene „Battle Revolution“ zu kaufen?

Pokémon Battle Revolution - Das Beste aus zwei Welten? Die Pokemons lassen Nintendos Wii und DS verschmelzen.

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Battle Revolution verbindet die Wii mit den DS-Pokemons.
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Nun, genau genommen gibt es für Fans des Spieleuniversums gleich zwei Gründe: die „Pokémon Perl Edition“ und die „Pokémon Diamant Edition“ für den Nintendo DS. Denn beide Titel lassen sich mit „Battle Revolution“ koppeln, so dass man seine auf dem Handheld kreierten Pokémons auf dem großen Bildschirm in den Kampf schicken kann. So lassen sich Duelle mit Freunden an einem Bildschirm ausfechten, alternativ können die eigens trainierten Figuren auf den Onlinemodus von „Battle Revolution“ losgelassen werden. Manch interessierter Wii-Besitzer mag sich nun Fragen: Was bringt der Titel denn aber mir, wenn ich die DS-Titel nicht habe? Antwort: Relativ wenig, wie die nachfolgenden Abschnitte zeigen werden.

So fällt schon bei der Charaktererstellung zu Spielbeginn auf, dass man kaum Optionen zur Individualisierung hat. Die eigene Figur wird in erster Linie durch die Auswahl des Geschlechts bestimmt, und die Pokémons, die zu Anfang zur Verfügung stehen, werden gar zugewiesen. Wer also mit seinen sechs Kreaturen nicht zufrieden ist, muss sich wohl oder übel einen neuen Charakter erstellen.

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Die Arena ist eröffnet...
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Besitzer der DS-Titel dürfen hingegen eigene Spielpässe mit ihren Lieblingsfiguren erstellen und auf die Wii transferieren. Ist der gewünschte Charakter erstellt, geht es auf nach Pokétopia, der Metropole, in der die Arenaduelle stattfinden. Dort wird noch rasch der endgültige Schauplatz aus mehreren angebotenen Arenen gewählt und los geht das Actionfeuerwerk.

Über mehrere Runden gilt es nun, verschiedene Gegner zu besiegen, um schließlich im Finale die Arenameisterin zu bezwingen. Als Belohnung dafür gibt es Punkte, die in neue Spielpässe und Ausrüstungsgegenstände investiert werden dürfen; zudem werden so neue Arenen freigeschaltet. Doch bis zum Turniersieg ist es ein weiter, wenn zunächst auch einfacher Weg.

Die einzelnen Kämpfe laufen wie folgt ab: Als allererstes werden drei von den sechs im Spielpass eingetragenen Pokémons ausgewählt, diese stehen im anschließenden Kampf zur Verfügung. In der Arena ist immer jeweils ein Pokémon pro Duellant aktiv. Abwechselnd wählen nun beide Kämpfer die Angriffe ihrer Pokémons aus, wobei vor allem die Art der Angriffe und die Resistenzen der Gegner beachtet werden müssen. Attackiert man etwa ein feuriges Pokémon mit einem Wasserangriff, erzielt man deutlich mehr Schaden, als wenn man die gleiche Kreatur mit einem Feuerzauber beballert hätte.

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Voll auf die Zwölf. Und die Dreizehn. Und...
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Neben den Attacken stehen zudem Stärkungs- und Schwächungszauber zur Auswahl sowie Gegenstände, um etwa die eigene Gesundheit zu regenerieren. Hat ein Pokémon keine Lebenspunkte mehr, verschwindet es aus der Arena und wird durch einen der verbliebenen Kämpfer ersetzt. Hat einer der Teilnehmer kein Pokémon mehr übrig, hat er das Duell verloren. In den ersten Runden der Turniere genügen noch einfache Standardangriffe eines Pokémons, um die Gegner zu besiegen, im Halbfinale und Finale steigt der Schwierigkeitsgrad jedoch rapide an. Hier gilt es dann die richtigen Pokémons in den Ring zu schicken und die passenden Angriffe zu wählen, sonst liegt man sehr rasch selbst im Staub.

Doch gerade durch diese Unausgewogenheit kommen schnell Langeweile und Frust auf. Langeweile, da die ersten Runden spätestens ab dem zweiten oder dritten Turnier zu einfach und damit anspruchslos werden, und Frust, da man immer wieder überraschend nach deutlichen Siegen in den ersten Runden im Halbfinale oder Finale verliert.

Battle Revolution ist nicht viel mehr als eine Mehrspieler-Plattform für Besitzer der DS-Titel Diamant und Perl - annähernd zum Vollpreis versteht sich.Fazit lesen

Wasser marsch!

Für unfreiwillige Auflockerung sorgt da lediglich die akustische Untermalung. So wirkt vor allem der immer wieder unpassend oder albern kommentierende Ringsprecher befremdlich, während das typische Japano-Videospiel-Gedudel nach einer Weile lediglich nervt. Die Soundeffekte sind hingegen dezent und ordentlich. Ähnliches gilt für die Grafik.

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Die einzelnen Pokemons sind schön modelliert.
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Zwar hätten gerade die Arenen hübschere Texturen und ein paar Zuschauer mehr verdient gehabt, richtig schlecht ist ihre Darstellung jedoch nicht. Die Figuren sind insgesamt ebenfalls gelungen, lediglich einige Animationen passend nicht so recht zur jeweiligen Aktion. Dafür sind die Effekte durch die Bank hübsch, vor allem die Wasser- und Feuerangriffe sind echte Hingucker.

Nicht so genau guckt man hingegen besser auf den Onlinemodus des Titels. Im Probespiel gab es immer wieder Verbindungsprobleme und zu allem Überfluss müssen Partien nach Verbindungsabbrüchen immer wieder neu erstellt werden. Letztlich ist jedoch diese Spielvariante im Besonderen und „Battle Revolution“ im Allgemeinen sowieso nur für Besitzer der erwähnten DS-Titel interessant. So ist „Battle Revolution“ viel mehr als Plattform für Duelle zwischen DS-Spielern zu verstehen und weniger als eigenständiges Spiel. Dafür sind die Optionen, die der Titel bietet, einfach zu begrenzt.

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Neulich im Playmobil-Land...
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Wer sich übrigens nun, da wir am Ende des Artikels angelangt sind, fragt, wieso wir bei einem Wii-Titel nicht näher auf die Steuerung eingegangen sind, dem sei entgegnet: weil sie in diesem Fall nicht näher erklärt werden muss. Denn mehr als mit der Wii-Mote Knöpfe anzuwählen bleibt dem Spieler nicht zu tun – ein Sinnbild für das gesamte Spiel.