Da Pokémon zu den beliebtesten Videospiel-Franchises aller Zeiten gehört, träumten seit jeher Spieler aus aller Welt davon, in der echten Welt mit Pokémon zu trainieren und kämpfen. Nun ist dieser Traum, dank der Grugaliga, zumindest teilweise in Erfüllung gegangen.

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Im Sommer 2016 schwappte, mit der Veröffentlichung von Pokémon Go, eine neue Hype-Welle rund um das Franchise heran, die allerdings schnell abebbte. Das Handygame war für viele Spieler schlicht zu kurzweilig und simpel, das Fangen der Taschenmonster gestaltete sich repetitiv und wenig fordernd. Der Traum vom perfekten Pokémon-Abenteuer in der echten Welt platzte. Doch eine Gruppe unbeugsamer, deutscher Pokénerds hört nicht auf, an diesem Traum festzuhalten! Sie veranstalten nämlich jährlich, inmitten des Grugaparks in Essen, ein Pokémon-Event namens “Grugaliga”. Hier kommen Pokétrainer aus dem ganzen Land zusammen, um gegen mehr als 50 echte Arenaleiter anzutreten, Orden zu sammeln und Spaß zu haben. Ich war bei der diesjährigen Veranstaltung dabei und zeige euch heute, warum sich ein Ausflug in die Grugaliga nächstes Jahr definitiv lohnen würde!

Willkommen in der Welt der Pokémon

Nachdem sich die über 350 Teilnehmer um 9 Uhr ihren Trainerpass abholten, ging es um 10 Uhr endlich los: Eine freudige Meute bestehend aus Jung und Alt, Dick und Dünn und Männlein und Weiblein stürmte in den Grugapark, um allerlei Kämpfe zu bestreiten und Orden zu sammeln. Besonders hilfreich für neue Spieler (und totale Noobs wie mich): die Einteilung in verschiedene Schwierigkeitsgrade. Je nach Skill-Level tretet ihr in einer Pokéball-, Superball- oder Hyperball-Kategorie an, die jeweiligen Arenaleiter passen sich eurem Level dementsprechend an. Gespielt wurde mit den aktuellen Pokémon Editionen Pokémon Sonne & Mond, das Format der Kämpfe änderte sich je nach Arena. Anpassungsfähige Spieler und Teams hatten also einen entscheidenden Vorteil!

Die Grugaliga - Das Pokémon-Abenteuer im echten Leben, das ihr euch schon immer gewünscht habt!

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Professor Eichs Kollegen waren auch mit am Start
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Zunächst fühlte sich die Grugaliga wie eine kleine Schnitzeljagd an. Klar, an offensichtlichen Orten sammelten sich bereits die Trainer, wer allerdings nach besonderen Arenen suchte, durfte auch im Dickicht des Waldes herumstöbern. Denn: Jede Arena verfolgte ein bestimmtes Thema, beispielsweise “Englisches Teekränzchen”, “Piratenbucht” oder “Montagsmaler”. Die jeweiligen Arenaleiter waren zudem im passenden Kostümen beziehungsweise Cosplays angereist. Eine wirklich kreative Idee, auch wenn die Qualität der Aufmachungen leicht schwankte.

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Die bekannten Pokémon-Reporter berichten hier über das englische Teekränzchen - während ein Arenakampf im Gange ist!
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Gude Laune Leude!

Sich zunächst weniger besuchte Arenen zu suchen war eine besonders zeiteffiziente Entscheidung. Denn gerade bei den Anfangsarenen reihten sich Dutzende von Spielern ein, wodurch die Wartezeit auf den Arenakampf auf teilweise 30 bis 60 Minuten anstieg. Zum Glück konnte man natürlich mit Trainern aus der Umgebung plaudern, tauschen und Taktiken bequatschen, hin und wieder schauten auch NPCs vorbei. Diese sollten uns unterhalten, uns ein wenig die Zeit vertreiben. Das klappte allgemein sehr gut, sämtliche Arenaleiter und NPCs waren äußerst motiviert, jedem Spieler eine kleine Show zu bieten. Außerdem wurden dadurch neue Kontakte geknüpft: Als mich ein Duo aus Reporterin und Kameramann (bekannt aus Pokémon Rubin & Saphir) zu einem Doppelkampf herausforderte, fehlte mir ein Mitstreiter. Dieser wurde in der Schlange zur Arena kurzerhand gefunden, mit “Bisam97” gewann ich den Kampf fast mühelos - auch wenn sein Knogga einfach *meine* Elektro-Attacke verhinderte, die ich extra mit einer Z-Choreographie verstärkt hatte! Dies sorgte für ordentlich Gelächter unter allen Beteiligten, die allgemein vorhandene heitere Stimmung war eines der positivsten Merkmale des Events.

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Bisam97 (rechts) und der Autor nach dem Sieg gegen das Reporter-Duo
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Neben der kreativen Kostüme und der positiven Stimmung war die Grugaliga zudem der perfekte Austragungsort für alle Pokétrainer: Aufgrund der gemeinsamen Liebe für die virtuellen Taschenmonster kamen viele Besucher und Arenaleiter schnell ins Gespräch. Selbst bei Events wie der gamescom, die ebenfalls Nerds und Gaminginteressenten eint, kam nicht so ein geschlossenes und freundschaftliches Gefühl auf wie bei diesem Event. Das macht die Grugaliga in einem gewissen Sinne einzigartig, zumindest für alle Pokéfans.

Nachdem die Arenaleiter um 18 Uhr ihre Pforten schlossen, versammelten sich alle Trainer wieder im Pavillon des Parks, um zunächst eine kleine Vorführung des Grugaliga-Teams zu genießen. Hier wurden auch Preise verlost und Quizfragen gestellt, während im Hintergrund die Vorbereitungen für das Final-Turnier liefen: Alle Kontrahenten, die innerhalb ihrer Kategorie mindestens acht Orden gesammelt hatten, traten in einem großen K.O-Turnier gegeneinander an. Um 21 Uhr wurden dann die Sieger gekürt, die natürlich ebenfalls einige Preise absahnten.

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Nach getaner Arbeit gab es für jeden siegreichen Trainer einen Orden
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Insgesamt war die Grugaliga ein sehr spaßiges Event. Besonders lobenswert ist die Kreativität und der Elan der freiwillig arbeitenden Arenaleiter und NPCs, die mit Herzblut und Leidenschaft dabei sind. Auch wenn beispielsweise die Abendvorführung oder das Final-Turnier von der Umsetzung her noch ausbaufähig sind, da einige wichtige Spiele nicht der Zuschauermenge auf einem Bildschirm gezeigt wurden, lohnt sich die Veranstaltung für alle Fans des Rollenspiel-Franchises - egal wie jung oder alt ihr seid. Grugaliga? Gerne wieder!