Ein brandneuer Handheld nützt euch ohne Spiele herzlich wenig. Unglücklicherweise glänzt das Startaufgebot der PlayStation Vita eher mit Quantität als mit Qualität, wie unser Blitzdurchlauf zeigt.

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Wenn selbst bei eisigen Temperaturen Frühlingsgefühle in harten Männern erwachen, dann wurde gerade ein neues Technikwunder „geboren“. Sonys Wunderkasten PlayStation Vita, jüngst aus dem Ei geschlüpft, jammert, dass es einem das Herz zerbröselt: „Software, Software, ich hab Hunger“. Ich habe mich erbarmt und dem kleinen Fratz ein ordentliches Menü serviert, das von Feinkost bis zum Schnellimbiss alle Genussklassen abdeckt. Den Uncharted-Leckerbissen hat Kollege Seb bereits ausführlich durchgekaut. Eine ganze Menge mehr hier im Schnelldurchlauf.

Lumines: Electronic Symphony

Nach der obligatorischen Runde Uncharted war Lumines mit voller Absicht das erste PSV-Spiel, das ich beäugen wollte. Immerhin war Lumines für mich einst der Kaufgrund für eine PlayStation Portable. Unterwegs geht doch nichts über eine ordentlichen Klötzchenpuzzler. Erst recht, wenn er Lumines ein spannendes Klötzchensortiersystem mit einem elektronisch dominierten Soundtrack verquirlt. Während man gleichfarbige Quadrate zu größeren Flächen sortiert, generiert man Soundeffekte, die zur Musik gehören. Klingt fetzig. Ist allerdings nur ein Nebeneffekt, der den Spaß erhöht. Hauptziel ist das Abbauen von gleichfarbigen Klötzchen, die ein vom Musiktakt gesteuerter Strahl mitnimmt.

PlayStation Vita - Rayman, Katamari, Wipeout und mehr: Die wichtigsten Vita-Launchtitel im Kurzcheck

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Lumines, bunt und spaßig wie immer.
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Obwohl Lumines auch in „Electronic Symphony“ nichts an Suchtfaktor, künstlerischem Anspruch und Umfang eingebüßt hat, kann der Puzzler von Q-Entertaiment heute keine Vorzeigerolle mehr einnehmen. 2005 mag das audiovisuell modern verpackte Klötzchenballett noch mit seinen leuchtstarken Farben beeindruckt haben, aber heute könnte man Lumines auf jedem gängigen Smartphone verwirklichen.
Wertung: 7.5 von 10

Rayman Origins

Auf der Suche nach einem klassischen Jump-and-Run-Vergnügen für unterwegs kommt ihr an Rayman Origins nicht vorbei. Es ist sozusagen das Super Mario Land der PSV. Meiner Meinung nach ein Pflichtkauf, denn in keinem Starttitel der PSV ist das Spielspaß-pro-Euro-Verhältnis besser. Je nach Händler berappt ihr etwa 35 bis 40 Euro und erhaltet dafür ein ausgezeichnet animiertes Hüpfspiel im Zeichentrickstil, das euch lange unterhalten wird. Vorausgesetzt, ihr ihr habt es nicht schon an der stationären Konsole zu Hause durchgespielt, denn Rayman Origins ist eine schörkellose Portierung.

Ändert trotzdem nichts am Spielspaß. Ubisofts Held ohne Gliedmaßen stürmt hier durch mannigfaltige Plattformwelten, um gefangene Electoons zu befreien. Unterwegs sammelt er möglichst viele freundliche Lums ein und verteidigt sich mit einem mordsmäßigen Faustschlag gegen Bösewichte. Zumindest wenn er nicht auf dem Rücken eines Moskitos durch die Lüfte fliegt, um fiese Gegner in Shoot-em-up-Tradition vom Himmel zu holen.

Die Mischung aus zwei- und dreidimensionalen Grafikelementen ist klasse gelungen, auch wenn Rayman trotz Zoomfunktion manchmal auf dem Bildschirm verlorengeht.. Leider werden die Talente der PS-Vita kaum genutzt. Das sind die einzigen erwähnenswerten Kritikpunkte.
Wertung: 9 von 10

Touch my Katamari

Klingt irgendwie anstößig, oder? Touch my Katamari meint es allerdings ernst. Von nun an darf man den berühmten Katamari-Kleisterball mit dem vorderen Touchsceen der PS Vita herumrollen oder ihn mit dem Touchfeld auf der Rückseite verformen. So gelangt ihr flinker in enge Nischen und könnt noch schneller riesengroße Kugeln aus allerlei Plunder formen. Und warum? Na, weil den göttlichen King of all Cosmos Zweifel plagen, ob er noch „awesome“ genug ist. Aus den Flohmarktkugeln, die sein kleiner Prinz zusammenrollt, formt er Sternensysteme für das Universum und stellt so eine „Awesomeness“ wieder her. Was für ein herrlicher Blödsinn.

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Der King of Cosmos ist nicht mehr awesome genug! Wollt ihr das zulassen?
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Abseits der berührungsempfindlichen Steuerung, die hervorragend funktioniert und mir sogar angenehmer erscheint als das Dirigieren mit den Analogsticks, gibt es jedoch keine neuen Spielelemente. Es geht um ein Katamari, wie man es kennt und liebt, mit herrlich schräger Fernostmusik, minimalistischer Grafik und einem nicht zu verachtenden Suchtfaktor, der auch durch die Highscore-Jagd zustandekommt.

Leider ist der Umfang der neuen Episode recht mager. Wer keine Highscores steigert, kommt in rund zwei Stunden durch. Bei einem Preis von 35 Euro etwas happig, auch wenn Touch my Katamari weiterhin so schräg wie genial ist.
Wertung: 7 von 10

Golfende Schulmädels, Ladezeitengejuckel und Leichenfledderei

Modnation Racers: Road Trip

Modnation Racers war schon immer mehr als nur ein Mario-Kart-Klon. Sonys Chaos-Racer erlaubt euch das Entwerfen eigener Strecken und das Modifizieren von Fahrer samt Kart, was auf PS Vita besser funktioniert als je zuvor. Dank der beiden Touch-Flächen erstellt man intuitiv eigene Kurse, die man bis ins letzte Detail ausschmücken darf. Habt ihr darauf keine Lust, dann zeichnet lediglich den Grundriss und lasst die CPU den Rest auffüllen. Genial. Oder ladet euch einfach ein paar Strecken aus dem Online-Fundus.

Leider trüben ein paar technische Schwächen die Raserei. Allem voran die langen Ladezeiten von 35 Sekunden und mehr je Strecke nerven gewaltig. Zudem schwankt die Bildrate sichtlich, was bei einem Rennspiel unverzeihlich ist – selbst bei einem Fun-Racer. Auch das Fehlen einer Online-Anbindung für zünftige Multiplayer-Sitzungen spricht nicht unbedingt für Modnation Racers: Road Trip. Wer anderen Raketen um die Ohren jagen will, darf dies lediglich über eine lokale Ad-Hoc-Verbindung. Schade, das Gedrifte mit den Karts macht an sich ziemlich viel Spaß.
Wertung: 7 von 10

Everybody's Golf

Ihr nehmt es beim virtuellen Golf nicht so genau? Ihr ertragt Kulleraugen-Spielfiguren und habt mehr Spaß am Balldreschen als an frickeligen Berechnungen? Dann ist Everybody's Golf vielleicht genau das richtige Sportspiel für euch. Wie üblich vermeidet Everbody's Golf steile Lernkurven, stattdessen halten virtuelle Sportlerpflege und viele freispielbare Goodies bei Laune.

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Willkommen in Golfs Revier.
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Everybody's Golf ist so nachsichtig, dass man auf den ersten paar Kursen locker ein paar Birdies versenkt, aber der Schwierigkeitsgrad zieht mit der Zeit durchaus an. Wind und Bodenbeschaffenheit verlangen immer mehr Voraussicht. Trotzdem bleibt der Spielablauf erfreulich „gemütlich“ und hetzt nicht einmal beim Dosieren des Abschlags. Die knallbunte Grafik reißt zwar nicht vom Hocker aber, aber für eine launige Runde Golf reicht es locker. Ich hatte einen Spaß.
Wertung: 7 von 10

Michael Jackson: The Experience

Ich weiß nicht so recht, was sich Ubisoft bei der PS-Vita-Variante der Michael-Jackson-Erfahrung gedacht hat. Dass Rhythmusspiele auf Touchscreens funktionieren können, zeigte bereits Elite beat Agents auf dem Nintendo DS, und ich wünschte mir, die Ubicrew hätte sich davon ein Scheibchen abgeschnitten. Stattdessen fand ich ein einfaches Reaktionsspielchen vor, dass mit lediglich vier Touch-Gesten ziemlich abwechslungsarm erscheint.

Je nach Song und Schwierigkeitsgrad weicht die Fingerchoreographie in ihrer Abfolge ab, ist schneller oder sogar mit beiden Fingern auszuführen. Ändert aber leider trotzdem nicht am mageren Steuerungsschema, mit dem man Jacko zum Tanzen bringt. Fans des verstorbenen Entertainers dürften sich zudem über den abgespeckten Umfang im Vergleich mit der Heimkonsolen-Variante ärgern. MJ hat auch auf der PSV ein besseres Andenken verdient.
Wertung: 5

Billgheimer-Rennen und saure Vita-Gurken

Reality Fighters

Die größte Gurke im vorliegenden Start-Line-up der PSV hört auf den Namen Reality Fighters. Im Grunde geht es um ein schnödes Prügelspiel, das lediglich durch seine Kameraperspektive für Aufsehen sorgt. Euer Blickwinkel auf die Arena wird mithilfe der hinteren PSV-Kamera bestimmt. Schwenkt ihr den Handheld, dann schwenkt auch der Kameraausschnitt, in dem ihr die beiden aktuellen Prügelprotagonisten bewundern könnt.

Trotz vieler freispielbarer Goodies und diverser Kampfstile will keine Stimmung aufkommen. Nicht einmal die Funktion, mit der ihr euer eigenes Gesicht per Foto auf einen Kämpfer klebt, wirkt besonders gut ausgearbeitet oder gar grafisch ansprechend.

Genau genommen nervt sogar so ziemlich alles, was mit der Augmented-Reality-Steuerung zu tun hat, bereits nach zwei Minuten gewaltig. Was ist das nur für ein Prügelspiel, bei dem ich wie eine Salzsäule versteinert sitzen muss, damit ich meine Klopperrecken nicht aus den Augen verliere? Für den wackelnden Bus völlig ungeeignet und selbst zuhause kein Spaß. Finger weg!
Wertung: 4 von 10

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Wipeout - pfeilschnell wie immer.
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Wipeout 2048

Immer wieder schön, wenn Sony alte Traditionen aufleben lässt. Wipeout gehörte anno dazumal zu den Starttiteln der ersten Playstation und die PS-Vita-Episode mit dem Untertitel 2048 versprüht einen ähnlichen Charme. In der fiktiven Zeitlinie des Gleiterrennsports setzt die Handheld-Variante ganz am Anfang an. Auf den Rennstrecken führen noch alte, teils bröckelnde Asphaltstraßen über Berg und Tal und selbst die wählbaren Raketenrenner gehören mit ihren vereinfachten Luftbremsen zu den frühesten Modellen.

Anstelle der sonst so sterilen Hochglanzfassaden hält ein raueres, authentischeres Grafikschema Einzug, das mehr Bezug zur Gegenwart hat und obendrein den leicht herabgesetzten Schwierigkeitsgrad legitimiert. Wipeout 2048 macht mir deutlich mehr Spaß als die jüngste PS3-Episode, die es nur als Download gab. Geschwindigkeitsrausch und Adrenalinkicks erwarten euch hier am laufenden Band. Vor allem im klassischen Zonen-Modus, in dem eure Gleiter immer schneller wird. Zünftige Online-Rennen gegen PS3-Konsoleros sind ebenfalls möglich. Einziger Kritikpunkt: verdammt lange Ladezeiten.
Wertung. 8,5 von 10

Asphalt: Injection

Gameloft kann es nicht lassen. Kaum erscheint eine neue mobile Spielplattform, schon winkt ein weiterer uninspirierter Rennspieltitel, der einst auf dem Handy ganz nett war, aber auf einem vollwertige Handheld keine Preise einheimsen kann. So auch bei Asphalt: Injection, das zwar technisch ganz nett erscheint und sich auch nicht übel spielt, aber eben keine eigene Duftmarke versprüht.

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Sommer, Sonne, breite Straßen: Gameloft liefert ein freundliches Rennspiel - aber kein markantes.
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Lizenzierte Autos hin, Turbosystem her, der Raserei durch diverse Großstädte fehlt es einfach an Profil. Gameloft geht voll auf Kuschelkurs, denn die Straßen sind meist sehr breit und das Handling der Fahrzeuge nachsichtig. Sucht ihr den Geschwindigkeitsrausch, dann greift nur zu Asphalt: Injection, wenn euch die Gleiterrennen von Wipeout zu hektisch sind. Fans der Reihe bleiben lieber bei de Handy-Varianten, da passt das Konzept besser hin.
Wertung: 5