Erstmals nach über zwei Dekaden wird Sony die Electronic Entertainment Expo ausfallen lassen, wie das Unternehmen in einem Statement verkündete. Was bedeutet das für die Zukunft?

Sony lässt die E3 2019 ausfallen

Was war das nur für ein Einstand im Mai 1995, als nicht nur die allererste Electronic Entertainment Expo stattfand, sondern auch Sony nach der Premiere in Japan erstmals internationales Parkett betrat mit der ersten eigenen Konsole PlayStation. Unvergessen der Moment, als der damalige SCEA-Präsident Steve Race bei der Sony-eigenen Pressekonferenz, die nach der von SEGA stattfand, nur ein Wort von sich gab: 299. Damit meinte er den Preis der PlayStation zur Markteinführung und unterbot Konkurrent SEGA mal locker um 100 Dollar - ein Paukenschlag sondergleichen. Die E3 war - wenn man so will - der Ort, der Sony den Weg bereitete. Die nächsten 23 Jahre war Sony stets mit einem riesigen Aufgebot auf der Messe vertreten. 2013 wurde nach SEGA auch Microsoft regelrecht vorgeführt, als der damalige SCEA-Präsident Jack Tretton dieses Mal das Konkurrenzprodukt von Microsoft um, 100 Dollar unterbot und gleichzeitig die Menge in Jubelstürme ausbrechen ließ mit relativ banalen Aussagen, dass die PS4 gebrauchte Spiele abspielen werde und Spiele auch offline gespielt werden können. Solche amüsanten Momente wird es wohl in der nächsten Zeit, zumindest aber zum 25-jährigen Bestehen der E3 im kommenden Jahr, nicht mehr geben: Sony hat verkündet, nicht auf der nächsten E3 vertreten zu sein und auch keine eigene Veranstaltung abseits der E3 zu planen.

"Mit dem Wandel der Industrie erkundet auch Sony Interactive Entertainment einfallsreiche Möglichkeiten, den Kontakt mit der Community zu pflegen", so das Unternehmen in einem Statement. "PlayStation-Fans bedeuten uns die Welt und wir wollen stets innovieren, anders denken und mit neuen Wegen experimentieren, um Spieler zu erfreuen. Daher haben wir uns dazu entschieden, nicht an der E3 2019 teilzunehmen. Wir wollen neue und bekannte Arten ausprobieren, um in 2019 mit unserer Community zu kommunizieren und können es kaum erwarten, unsere Pläne mit euch zu teilen."

Auch die PlayStation Experience hat Sony dieses Jahr bereits ausfallen lassen. Als Grund nannte SCEA-Präsident Shawn Layden einen Mangel an Titeln, die man hätte präsentieren können. "Wir wollen die Erwartungen nicht allzu hoch schrauben, nur um sie dann nicht erfüllen zu können", so Layden.

Diese Entscheidungen fallen zu einem Zeitpunkt, an dem bereits über den Nachfolger der PlayStation 4 gesprochen wird und diese selbst ihren Zenit bereits überschritten zu haben scheint. Durchaus möglich, dass die letzten beiden Jahre der Hardware begonnen haben. Angesichts eines enorm starken Mobile-Marktes und einer potenziellen Streaming-Zukunft, die schon bald anbrechen könnte, sieht die Zukunft nicht gut aus für dedizierte Hardware. In diesen Zeiten eine Pressekonferenz nur mit Titeln bestreiten, die man schon kennt und ohne neue Hardware? Vielleicht mit ein Grund, warum Sony im kommenden Jahr der E3 fernbleiben wird. Möglich ist aber auch, dass SOny mit der PS5 ganz neue Wege gehen will und hierfür eine eigene Veranstaltung ausrichten wird.