Lasst uns einen Moment an die HUD in NieR Automata denken, eine Interface, das ihr auf Slots ordnen und ausrüsten könnt; immerhin verkörpert ihr im Spiel zu großen Teilen einen Androiden, der – natürlich – sein eigenes Interface beliebig einstellen kann. In einem Interview mit gameinformer spricht NieR-Entwickler PlatinumGames über die Originalität der eigenen Spiele und die Möglichkeit, ihre Werke in Zukunft ohne externe Publisher auf den Markt zu bringen.

Ihr kennt PlatinumGames auch als Entwickler des hochgepriesenen Hack'n'Slay-Titels Bayonetta:

Bayonetta 2 - Launch Trailer

NieR Automata, Bayonetta und natürlich Metal Gear Rising: Revengeance: Der japanische Videospiel-Entwickler PlatinumGames hat sich bereits einen Namen gemacht, allerdings zumeist mit lizensierten Titeln, die in einer Kooperation mit anderen Publishern entwickelt wurden. Das soll sich jetzt ändern, wie Gründer Atsushi Inaba im Interview verrät:

"Wir wollen unsere eigene IP kreieren, unser ganz persönliches Spiel – darauf wollen wir uns unter anderem in Zukunft fokussieren. Bis jetzt haben wir natürlich an einer Menge originaler IPs für unterschiedliche Publisher gearbeitet. Wir haben auch schon Hollywood-Projekte mit anderen Publishern entwickelt. Aber wir interessieren uns mehr und mehr für den Gedanken, selbst zu publizieren und an unseren eigenen Spielen zu arbeiten."

AAA-Spiel, Indie-Strategien und Prinzessinen-Kleider

Da kommen natürlich gleich zwei Fragen auf: Wie sehe so ein eigener Titel aus und wie soll PlatinumGames ein solches Spiel finanzieren? Inaba verrät, PlatinumGames wollen einen Mittelweg zwischen einem großen Triple-A-Spiel, für das sie nicht das Geld parat haben, und einem kleinen, feinen Indie-Titel finden.

Positive Kritik regnete es für viele Werke des Entwicklers, viel Geld allerdings nicht: Deswegen bedankte sich Mitbegründer Hideki Kamiya auch beim NieR-Autotmata-Director Yoko Taro, nachdem das Spiel so erfolgreich und oft verkauft wurde: Taro habe PlatinumGames gerettet. Es bleibt abzuwarten, ob die Umsätze für NieR: Automata tatsächlich ausreichen, damit PlatinumGames auf eigenen Füßen stehen kann.

Letztendlich wäre es auch interessant, zu sehen, an was genau der Entwickler in Zukunft werkeln wird. Inaba ließ in einem Nebensatz fallen, dass bereits etliche Ideen gesammelt wurden, darunter auch ein Spiel über Prinzessinen-Kleider: "Naja weißt du, als wir in den Auswahlprozess eingestiegen sind, gab es tatsächlich ein Spiel mit einer ähnlichen Idee (mit den Prinzessinen). Aber als es in die finale Runde kam, dachten wir, naja, das wird es wohl nicht werden." Schade!