100 Leute haben wir gefragt, wie ihnen „Plants vs. Zombies: Garden Warfare“ von PopCap Games gefallen hat. Zugegeben, es waren nur eine handvoll Redakteure und Freunde, aber die Antworten ergaben dennoch ein eindeutiges Stimmungsbild: „Sieht hübsch aus!“ und „Joa, war ganz nett.“ machten mit großem Abstand das Rennen unter den häufigsten Urteilen. Ein Shooter, der mitunter aus den Händen der Battlefield-Macher stammt und eine hübsch anzusehende Designgranate ohne spielerische Tiefe zu sein scheint? Das musste ich mir einmal genauer ansehen.

Plants vs. Zombies Garden Warfare - Legends of the Lawn- Trailer16 weitere Videos

Nomen est omen!

Das neue Spiel rund um das beliebte Pflanzen-und-Zombie-Universum beweist, dass die alten Römer doch irgendwie recht hatten, als sie sagten: „Nomen est omen“ - der Name hält, was er verspricht: Garden Warfare schmeißt den ans Tower-Defense-Prinzip gewohnte Spieler auf ein kunterbuntes Schlachtfeld, in dem sich Pflanzen und Zombies entweder in einfachen Teamschlachten oder auf großen Karten mit strategischen Eroberungspunkten gegenseitig kloppen.

Bevor ich mich aber durch das Hauptmenü auf einen Server geklickt habe (das Offline-Vergnügen fällt bei Garden Warfare vollkommen flach) ertappe ich mich dabei, wie ich im Startbildschirm dem wunderbaren Soundtrack lausche, der sofort ins Ohr geht. Die gesamte Soundkulisse schmeichelt auch während der Gefechte meinen Ohren wie Nutella dem Toast. Hier hat Popcap ganze Arbeit geleistet und die leicht abgedrehte Welt der Pflanzen und Gehirnfresser akustisch hervorragend eingefangen!

Der erste Kontakt

Doch Spiele werden nicht im Hauptmenü gewonnen und daher entscheide ich mich für eine erste Runde im Team-Deathmatch, wo die beiden Parteien gegeneinander antreten und versuchen, möglichst als erstes eine vorgegebene Anzahl an Abschüssen zu erreichen. Per Zufall werde ich Teil der gehirnlosen Untoten und muss mich im Auswahlbildschirm für einen Vertreter der vier verfügbaren Klassen entscheiden. Die verschiedenen Einheitentypen sind genreklassisch konzipiert aber verfolgen nur grob die etablierten Charakteristika genretypischer Klassen wie Schütze, Heiler, Unterstützung und Scharfschütze.

Plants vs. Zombies Garden Warfare - Pflanzen + Zombies + Battlefield = Spielspaß?

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/3Bild 6/81/8
Die acht Klassen spielen sich sehr unterschiedlich und können mit kleinen Gadgets optisch ordentlich aufgemotzt werden
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Bei genauerem Hinsehen offenbaren sich interessante Unterschiede im Klassendesign: Der Heiler auf Seiten der Pflanzen ist eine Sonnenblume, die mit reflektiertem Sonnenlicht ihre Mitstreiter heilt und sich mit einer Art biologischer Gatling Gun zur Wehr setzen kann. Die entsprechende Heilereinheit der untoten Bande hingegen ist ein verrückter Professor, der eine Shotgun mit sich herumträgt und stationäre Heilstationen aufbauen kann. Der Unterschied beider Klassen wird trotz gleicher Aufgaben auf dem Schlachtfeld sehr deutlich – dies macht die Gefechte und den zufälligen Seitenwechsel zu einer spannenden Herausforderung, sich an die neuen Spieltechniken und Strategien anzupassen.

Zusätzlich zu den Primärfähigkeiten gesellen sich pro Klasse noch eine Handvoll weiterer Fähigkeiten wie Raketenschüsse, Drohnen oder Minen hinzu, von denen pro Kampf bis zu drei gleichzeitig eingesetzt werden können. Supergut!

Packshot zu Plants vs. Zombies Garden WarfarePlants vs. Zombies Garden WarfareErschienen für Xbox 360, Xbox One, PC, PS3 und PS4 kaufen: Jetzt kaufen:

Nur die Harten kommen in den Garten!

Vor allem im „Gärten und Friedhöfe“-Modus, der an die Eroberungsszenarien von Battlefield erinnert, ist Teamplay und eine gute Strategie der Schlüssel zum Erfolg: Zwar können hier auch Einzelgänger mit Hilfe der heraufbeschwörenen Zombieverstärkungen und Abwehrblumentöpfen kurzzeitig punkten, doch eine Runde kippt schnell zu Ungunsten des Teams, das am schlechtesten zusammenarbeitet.

Als kleine Hommage an das ursprüngliche Tower-Defense-Spiel hat es auch der "Gartenkommando"-Modus ins Spiel geschafft: Hier treten bis zu vier Spieler gegen Zombiehorden, Yetis und allerlei anderem Gewürm an und müssen bis zur rettenden Ankunft von Deppie Dave ausharren. Dieser Modus ist auf höherem Schwierigkeitsgrad sehr fordernd und stellt eine schöne Alternative zu den reinen Onlineschlachten dar.

Headshots auf pflanzlicher Basis: Die wilde Ballerei macht Spaß, spielt sich abwechslungsreich aber könnte noch etwas mehr spielerisches Fleisch auf den Rippen vertragen.Fazit lesen

Nach jeder Runde wird der Spieler mit reichlich Erfahrungspunkten und Spielwährung belohnt, die er anschließend zum Kaufen neuer Kleidungsstücke und Aufhübschkram für die Waffen und Fähigkeiten ausgeben kann. Die Bandbreite an optischem Krimskrams ist beeindruckend und sorgt mit zunehmendem Levelanstieg für sehr bunte Schlachtfelder, auf denen so einiges los ist!

Nur schade, dass die mittlerweile sehr in die Jahre gekommene Xbox 360 an einigen Ecken und Enden mit dem Laden von Texturen ihre Problemchen hat, während die Xbox One flüssig wie das Wasser im Glas grafische Comicexzesse auf den Monitor zaubert. Spielbar ist „Garden Warfare“ trotzdem generationsübergreifend!

Wer allerdings im lokalen Splitscreen auf Zombiejagd gehen möchte, sollte die Xbox One - Version ins Regal stellen: Hier dürfen zwei Spieler im Koop gegen immer stärkere Zombiehorden antreten, während auch SmartGlass und Tablets unterstützt werden.

Plants vs. Zombies Garden Warfare - Pflanzen + Zombies + Battlefield = Spielspaß?

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/3Bild 6/81/8
Trotz minimaler technischer Schwächen überzeugt das abgedrehte Design selbst den fanatischsten Anti-Gärtner und Zombiejäger
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Es blitzt, es explodiert, es herrscht actiongeladene Anarchie auf den Schlachtfeldern der Zombies und Pflanzen – aber nach rund einer Stunde Spielzeit macht sich ein wenig Langeweile breit. Während der Spielbeginn mit seinen Dauereinblendungen und der übersichtlichen Benutzeroberfläche überaus einsteigerfreundlich gestaltet ist, geht dem Titel aktuell noch auf Dauer die Luft aus. Doch wie unlängst angekündigt würde, dürfen wir schon sehr, sehr bald mit neuen, kostenlosen Inhalten für den bisher microtransferfreien Shooter rechnen!