Fluch der Karibik zählt zu den erfolgreichsten Trilogien der Kinofilmgeschichte und zog die Besucher geradezu magisch an. Neben dem grandiosen Szenario dürfte vor Allem auch die namhafte Besetzung - allen voran Johnny Depp in der Rolle des Piraten Jack Sparrow - für den Erfolg verantwortlich gewesen sein. Nachdem nun auch hierzulande der vorerst letzte Teil angelaufen ist, serviert uns Disney die passende Videospielumsetzung. Wir hissen die Segel und stechen in See!

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2 in 1
In einer Zeit, in der Videospielumsetzungen populärer Kinofilme keine Seltenheit sind, überraschte es umso mehr, dass der zweite Teil der "Fluch der Karibik"-Filme nicht auf die heimischen Konsolen portiert wurde. Mit dem vorläufigen Abschluss der beliebten Trilogie dürft ihr nun auch endlich wieder virtuell in See stechen und zum Säbel greifen.

Pirates of the Caribbean: Am Ende der Welt - Fluch der Filmversoftung statt Fluch der Karibik?

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Seite an Seite kämpfen die beiden Helden nicht nur auf der Kinoleinwand sondern auch im Spiel!
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Als Ausgleich für die lange Durststrecke werden im neuesten Spiel die Handlungsstränge der beiden letzten "Fluch der Karibik"-Teile aufgegriffen. Während ihr euch im ersten Teil des Spiels im Wesentlichen auf die Suche nach dem Herzen von "Davy Jones" macht und euch dabei unter Anderem mit einem riesigen Meereskraken herumschlagt, entspricht die Handlung der zweiten Spielhälfte in etwa dem Inhalt von "Am Ende der Welt". Dabei ist es durchaus hilfreich, die Handlungen der Kinovorlagen zu kennen, um den Plot des Spiels zu durchschauen.

Säbelfutter
Den Entwicklern ist es sehr gut gelungen, die Atmosphäre der Filme auf den heimischen Bildschirm zu übertragen. So besucht ihr viele bekannte Schauplätze, räumt euch per Säbel, Schusswaffen und anderen Hilfsmitteln den Weg frei und sammelt zahlreiche Gegenstände ein, die euch Bonuspunkte einbringen. Für echte Filmatmosphäre sorgt auch der Originalsoundtrack, für den kein Geringerer als Hollywood-Starkomponist Hans Zimmer verantwortlich zeichnet und der je nach Spielszene mehr oder weniger dominant eingespielt wird.

Pirates of the Caribbean: Am Ende der Welt - Fluch der Filmversoftung statt Fluch der Karibik?

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Ausgiebige Gefechte stehen auf der Tagesordnung!
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Technisch gibt es ebenfalls wenig zu bemängeln: Die Spielcharaktere sehen ihren Leinwandvorbildern verblüffend ähnlich und wurden allesamt gut animiert. Jack Sparrow bewegt sich im Spiel ebenso schwankend und zugleich elegant wie in den Filmen, was ausgiebigem Motion Capturing zu verdanken ist. Die Ausleuchtung der Spielumgebung verbreitet echtes Karibikflair und auch die Darstellung des Wassers lässt keine Wünsche offen. Filmfans und Hobbyseefahrer erfreuen sich zudem an den unglaublich detailliert modellierten Schiffen "Black Pearl" und "Flying Dutchman", die häufig Schauplatz für Gefechte sind.

Im Laufe des Spiels schlüpft ihr unter Anderem in die Rollen des witzigen Jack Sparrow, des forschen Will Turner und der bezaubernden Elizabeth Swann. Gelegentlich steuert ihr die Charaktere auch als Gruppe durch das Spiel, wobei ihr per Steuerkreuz zwischen den Personen wechseln könnt. Ganz gleich welches Ziel ihr gerade verfolgt, Gegner gibt es in diesem Spiel wie Sand am Meer. Leider stellt jeder dieser Säbel schwingenden Volltrottel kaum ein größeres Hindernis dar als eine gestrandete Meeresqualle. Interessant sind dagegen die häufigen Kletter- und Sprungeinlagen, die aufgrund des niedrig angesetzten Schwierigkeitsgrades und einem äußerst fairen Speichersystem nur selten frustrieren.

Kopflose Kampfaction
Das Kampfsystem ist derart simpel gestrickt, dass sich die zahlreichen Auseinandersetzungen völlig planlos abwickeln lassen. Konfrontiert euren Gegner, drückt die beiden Angriffstasten so schnell wie möglich, und schon ist das kurze Fechtduell gewonnen. Umso ärgerlicher ist es, dass sich eure Gruppenmitglieder kaum selbständig verteidigen. Sobald ihr also als formierte Gruppe unterwegs seid, müsst ihr ständig zwischen den Charakteren wechseln, damit keiner von ihnen vorzeitig in den Sand beißt. Zur Abwechslung haut ihr euren Widersachern gelegentlich auch mit der bloßen Faust eins auf die Nase oder richtet einen Gewehrlauf auf sie. Das Zielen mit Messern, Granaten und anderen Wurfutensilien gestaltet sich dagegen recht schwer.

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Jack Sparrow lässt sich nichts gefallen und schaltet alle Widersacher gekonnt aus.
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Glücklicherweise kommt es neben diversen Massengefechten gelegentlich zu anspruchsvolleren Duellen, in denen ihr gegen stärkere Kontrahenten antretet und wichtige Gefechte austragt. In solchen Situationen wird die Kamera auf dieses Duell fokussiert und ihr müsst durch Analogstickbewegungen die Angriffe eures Gegners parieren, um anschließend eine Konterattacke auszuüben. Derartige Gefechte werden besonders schön inszeniert und finden größtenteils an wichtigen Schauplätzen statt, die ihr auch aus den Kinofilmen kennt. Das Ende eines solchen Duells wird zudem meistens durch eine unterhaltsame Zwischensequenz besiegelt.

Einer für Alle, alle wie Einer!
Obwohl die technische Präsentation durchaus gefällt und auch die Schauplätze und Charakterdarstellung größtenteils der Vorlage entsprechen, gelingt es dem Spiel nicht ganz, die Kinomixtur aus faszinierender Action und charmant witziger Handlungen zu reflektieren. Zwar verfolgt ihr überwiegend die gleichen Ziele, die auch in den Kinofilmen die Story vorantreiben, doch bleibt der Humor dabei stellenweise auf der Strecke. Die zahlreichen Gefechte verlieren schnell ihren Reiz, und darüber hinaus bietet das Spiel etwas zu wenig Abwechslung.

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Das digitale Pendant von Orlando Bloom sieht dem Original verblüffend ähnlich.
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Schade ist auch die Tatsache, dass sich die spielbaren Charaktere kaum voneinander unterscheiden. Selbst die Kampfanimationen sind größtenteils identisch und lassen die klaren Grenzen zwischen den eigentlich sehr charismatischen und individuellen Filmhelden schnell verschmelzen. Glücklicherweise gibt es einige Zwischensequenzen, in denen die Charaktere zurück zu ihren ursprünglichen Verhaltensmustern finden und somit den Charme der Filmvorlage in Erinnerung rufen.