Die Gerüchte um einen Aufkauf von Obsidian Entertainment durch Microsoft haben nun ein neues und stichhaltiges Argument erhalten: Offenbar ist ihr letztes Spiel, das anspruchsvolle Pillars of Eternity 2: Deadfire massiv gefloppt.

Pillars of Enternity 2: Deadfire verkaufte sich ziemlich schlecht

Zwar ist Pillars of Enternity 2: Deadfire von Obsidian Entertainment erst seit Mai dieses Jahres raus, aber 110.000 verkaufte Exemplare sind dennoch eine enorm niedrige Zahl, falls diese stimmen. Genannt hat sie Dylan Holmes, der eigenen Angaben zufolge 1000 Dollar in das Spiel investierte: "Wir haben jetzt eine Ahnung, wie schlecht sich Deadfire verkauft hat. Ich habe 1000 Dollar in die Entwicklung investiert und habe gerade die erste Dividende erhalten. Für alle Verkäufe vom Launch bis September - der Zeitraum, in dem Spiele das meiste Geld reinholen - erhielt ich 192,67 Dollar."

Für den Break-even, also die Gewinnschwelle, ab der das Studio Gewinn gemacht hätte, müssten aber mindestens 580.000 Exemplare à 50 Dollar verkauft werden, führt Holmes weiter aus. Anhand der Dividende rechnete er aus, dass sich Pillars of Enternity 2: Deadfire offenbar wohl nur rund 110.000 Mal verkauft haben muss. Zum Vergleich: Pillars of Enternity verkaufte sich rund 1,2 Millionen Mal. Die aktuellen Verkäufe von Deadfire sind also weit ab vom Ziel, das seiner Meinung nach aber ohnehin von Anfang an unrealistisch wirkte.

Auch Entwickler-Veteran Chris Avellone, der Obsidian Entertainment im Juni 2015 nach einem Disput mit dem Management verließ, meldete sich zu Wort und wandte sich direkt an Xbox-Chef Phil Spencer:

"Wenn ihr wirklich einen Deal mit Obsidian Entertainment aushandelt, würde ich an eurer Stelle auf die Verkaufszahlen von Pillars of Eternity 2: Deadfire schauen. Gute Entwickler, schlechtes Management. Stellt die Entwickler ein, feuert die Leute an der Spitze."

Allerdings muss man auch erwähnen, dass sich Avellone und Obsidian Entertainment nicht im Guten trennten. Wie der Designer über Twitter und auch in Interviews durchscheinen ließ, ging es dabei um finanzielle und rechtliche Angelegenheiten. Er warf dem Management etwa vor, dass sie ihn mit Knebelverträgen davon abhalten wollten, über die Arbeitssituation zu sprechen.

Was diese Zahlen aber vor allen Dingen ebenfalls quasi bestätigen, ist ein bevorstehender Aufkauf des Independent-Entwicklers durch Microsoft. Die Bestätigung könnte bereits an diesem kommenden Wochenende auf dem XO18-Event in Mexiko erfolgen. Schon im September hieß es, dass die Verhandlungen zu 90 Prozent abgeschlossen sein sollten. Interessant ist das auch insofern, da beide bereits vor einigen Jahren gemeinsam an einem Xbox-exklusiven Titel gearbeitet haben, der nach Unstimmigkeiten 2012 eingestellt wurde.

Pillars of Eternity 2: Deadfire ist bereits für PC erhältlich und erscheint voraussichtlich 2018 für Nintendo Switch, PS4 & Xbox One. Jetzt bei Amazon kaufen bzw. vorbestellen.