Peter Jackson's King Kong (Xbox 360 Review)
von Nedzad Hurabasic

Die nächste Generation des Gamings auf Konsolen wie der Xbox 360 soll große Dinge vollbringen. Was liegt da näher, als den Titanen der Filmgeschichte dafür zu reaktivieren? Noch dazu, wo sowieso am 14. Dezember das Remake des Filmklassikers veröffentlicht wird.

Die Rede ist von: King Kong. Der Riesengorilla wird von Erfolgsregisseur Peter Jackson ("Der Herr der Ringe"-Trilogie) neu verfilmt und das dazugehörige Videospiel wurde in einer speziellen Version auch für die Xbox 360 als Starttitel ausgewählt und entwickelt.

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An alle Launch-Titel werden, das ist aufgrund des riesigen Medienhypes der um den Start der ersten Next-Generation-Konsole gemacht wird kein Wunder, sehr hohe Erwartungen gesetzt. Was letztendlich davon übrig bleibt konnten wir mit einem Test überprüfen.

Am Anfang war ein Film
Und so beginnt auch das Spiel mit einem mehrminütigen Ausschnitt aus dem in zwei Wochen anlaufenden Kinofilm "Peter Jackson's King Kong". Der Clip dient als Einführung in die Handlung, kommt in bester HDTV-Qualität daher und setzt damit die Messlatte zunächst einmal recht hoch an. Zwar hat noch keiner den Streifen gesehen, doch dem Vernehmen nach hält sich die Handlung des Spiels eng an die des Films.

Ohne zu viel vorweg nehmen zu wollen, muss dennoch soviel zur Story geschrieben werden: Der Spieler schlüpft in die Rolle des Drehbuchautoren Jack Driscoll, der vom Regisseur Carl Denham für seinen neuen Film angeheuert wird.

Die Location: Skull Island. Beim Versuch die Insel mit einem Beiboot zu erreichen, stranden die Beiden in Begleitung der Hauptdarstellerin Ann Darrow, dem ersten Maat des Transportschiffs, Hayes, und dem Matrosen Jimmy auf der Insel. Wie sich aber sehr bald herausstellt, entsprechen die dortigen Geschehnisse nicht ganz dem vorgesehenen Drehbuch ...

Von dem kleinen Malheur will sich Denham nicht vom Filmen abhalten lassen. Also schultert er prompt seine Kamera und animiert seine Darstellerin zu der einen oder anderen Pose. Plötzlich durchbricht ein markerschütterndes Gebrüll die Stille ... Schon nach wenigen Metern müssen sich die Drei ihrer Haut erwehren, denn übergroße Krabben sind auf der Suche nach einer kleinen Zwischenmahlzeit. Jack darf sich zur Verteidigung eine Waffe von Hayes ausleihen und hält der kleinen Gruppe so die Biester vom Leibe. Der Spieler muss fast gänzlich ohne Interface auskommen, selbst das Fadenkreuz lässt sich in den Optionen abschalten.

Peter Jacksons King Kong - Haut der Riesen-Gorilla so richtig auf die Pauke? Der Xbox 360 Test!

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Eine Anzeige über verbleibende Munition, Lebensenergie oder gar eine Map gibt es nicht. Damit will Entwickler Ubisoft einen innovativen Weg des Spieldesigns beschreiten, was aber ziemlich gewöhnungsbedürftig ist. Schon nach wenigen Treffern segnet der Held zudem das Zeitliche, zuvor gibt es als Warnung nur einen rot eingefärbten Bildschirm und laute Atemgeräusche; sowie eine mystische Hintergrundmusik, die wohl schon auf das Jenseits vorbereiten soll. Solange sich Ann in der Nähe befindet, versucht sie die Spielfiguren notdürftig zu verarzten.

Packshot zu Peter Jacksons King KongPeter Jacksons King KongErschienen für GBA, GameCube, XBox, PC, PS2, PSP, Xbox 360 und DS kaufen: Jetzt kaufen:

Der Spieler soll durch Interaktivität ins Spielgeschehen einbezogen werden, anstatt alle Daten irgendwo ablesen zu können. Tore, die sich öffnen, wenn der Spieler herantritt? Fehlanzeige. Meist werden zwei der Charaktere benötigt, die sich gleichzeitig an zwei Pfosten abmühen, um die Tore per Seilwinde zu öffnen. Die dafür nötigen Hebel müssen in der Regel in der unmittelbaren Umgebung gesucht werden, auf die Dauer nutzt sich dieses Prozedere aber ab und wird langweilig.

Interaktives Gameplay
Ein anderer Ansatz ist das Legen von Feuer, um Hindernisse aus dem Weg zu räumen. Dabei handelt es sich meist um Dornenbüsche, die den Weg versperren und die Spielfiguren somit am Fortkommen hindern.Entweder wird dafür ein in Brand gesteckter Speer benutzt oder in der Landschaft verteilte Objekte wie Fackeln können zur Entzündung verwendet werden. Wenn sich Feinde in Reichweite des Feuers befinden, werden sie davon ebenso in Mitleidenschaft gezogen wie Jack, der sich tunlichst davon fern halten sollte. Die Umgebung der Insel ist anfangs karg, dunkles Lavagestein dominiert und so kann die neue Konsole ihre Power noch nicht wirklich ausspielen. Aufgrund des eher dunkel gehaltenen Hintergrunds, muss man sich teilweise schon ziemlich konzentrieren, um die Orientierung nicht zu verlieren.

Und das, obwohl das Gameplay absolut linear ist. Abweichungen vom vorgegebenen Pfad sind zu keiner Zeit möglich. Das macht das Gameplay teilweise vorhersehbar und leider auch etwas eintönig. Zwar darf Jack ab und zu die Waffen wechseln und kleinere Rätsel lösen - doch wirklich spannend wird es nur selten. Beispielsweise dann, wenn große Raubsaurier die Bühne betreten. Oder wenn man in die Haut von King Kong schlüpfen darf.

Das ist aber laut Ubisoft nur zu etwa einem Viertel der gesamten Spielzeit möglich und bis zum ersten Einsatz des acht Meter großen Riesenaffen vergehen etliche Missionen.

Sobald der Spieler endlich die Rolle von Kong übernehmen darf, ändert sich das Gameplay grundlegend. Es wird rasanter, schneller und abwechslungsreicher. Wir dürfen klettern, Schwingen, auf Pfeiler klettern, blockierte Wege freiräumen und uns mit allerlei Widersachern auseinander setzen, die Jack mit einem Biss töten würden. Von diesen Gegnern sind die Schlimmsten und am schwersten zu Besiegenden natürlich die V-Rex-Dinos (besser bekannt als T-Rex). Dem Gorilla stehen dabei eine ganze Reihe von Möglichkeiten zur Verfügung. Neben einfachem Schlagen und Stößen, kann er seine Gegner auch Greifen und Wegwerfen. Außerdem kann und muss er die Saurier auch töten, indem er Techniken wie "Kieferknacker" oder "Überwurf" einsetzt. Zudem kann er sich in den Wut-Modus versetzen, in dem für eine kurze Zeit seine Schläge weitaus vernichtender sind, als normal.

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King Kong ist hervorragend animiert, aus der Nähe betrachtet sind auch kleinste Kratzer zu sehen, das Fell wirkt sehr realistisch. Hier lässt die neue Konsole erstmals so richtig ihre Muskeln spielen. Auch die Darstellung des V-Rex ist überaus gelungen, zumal die Erde bebt, wenn er sich durch die Umgebung tankt und somit noch eindrucksvoller erscheint.

Ein weiteres interaktives Feature des Spiels ist die "Nahrungskette". Jack kann sich zunutze machen, dass sich alle Spezies der Insel gegenseitig fressen. So können größere Gegnergruppen umgangen werden, indem ein Mitglied der Horde aus der Entfernung zur Strecke gebracht wird.

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In der Zeit, in der sich die verbliebenen Tierchen auf das erlegte Wesen stürzen, kann Jack sich vorbeischleichen.

Es ist ein nützliches Feature, das hilft Munition zu sparen, mit der man haushalten sollte. Nachschub ist rar gesät, oft genug ist der Spieler auf den Einsatz von Speeren oder Knochenteilen angewiesen, weil die Munition ausgegangen ist. Wirklich effektiv lassen sich die Feinde damit aber nicht bekämpfen. Wenn der Speer gegen Feinde eingesetzt wird, splittert die Spitze und zeigt somit deutliche Gebrauchsspuren. Ärgerlich ist neben der teilweise unübersichtlichen Umgebung auch das Laufen über dünne Stege.

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Sonderlich gelungen ist das Design an diesen Wegpunkten nicht, sodass schon kleinste Ungenauigkeiten zum Absturz führen können. Obwohl der Spieler jederzeit selbst den Spielstand sichern kann, wählt aber das Spiel den neuen Startpunkt aus.

Grafisch ist Peter Jackson's King Kong ein zweischneidiges Schwert. Zum einen sind viele Szenarien zu eintönig und glänzen nicht gerade durch üppige Details. Dafür wirken aber einige Lichteffekte umwerfend gut und lassen die Fähigkeiten der neuen Konsole aufblitzen. Auch die Dinos sehen sehr gut aus, die Animationen lassen spontane Vergleiche zu "Jurassic Park" ziehen.

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Geil! Warum aber vielerorts die Landschaft langweilig, ja geradezu öde gestaltet ist, bleibt ein Rätsel.

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Der Fluch einer Filmumsetzung, die notorisch unter Zeitdruck hergestellt werden? Die Soundkulisse ist durchgängig prächtig geraten. Die Vertonung ist sehr gut, aber nicht lippensynchron. Der Soundtrack hält sich bedächtig im Hintergrund, passt sich aber der jeweiligen Stimmung gut an. Die Soundeffekte sind ebenso prächtig: Das Brüllen von Kong oder des V-Rex ist ohrenbetäubend und markerschütternd und lässt, die richtige Sound-Anlage vorausgesetzt, das ganze Haus erzittern.

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Der Fluch einer Filmumsetzung, die notorisch unter Zeitdruck hergestellt werden? Die Soundkulisse ist durchgängig prächtig geraten. Die Vertonung ist sehr gut, aber nicht lippensynchron. Der Soundtrack hält sich bedächtig im Hintergrund, passt sich aber der jeweiligen Stimmung gut an. Die Soundeffekte sind ebenso prächtig: Das Brüllen von Kong oder des V-Rex ist ohrenbetäubend und markerschütternd und lässt, die richtige Sound-Anlage vorausgesetzt, das ganze Haus erzittern.