Hallo und herzlich willkommen zur späten Stunde im Midnight Channel! Der legendäre – oder besser legendär absurde – P-1 Grand Prix aus Persona 4 Arena hat noch lange nicht seinen Höhepunkt erreicht und ruft abermals die wackersten Kämpfer im beschaulichen Örtchen Yasoinaba zum großen Schlagabtausch auf. Mit noch mehr spannenden Kämpfen, noch mehr Charakter-Crossovers, noch mehr schlechten Bär-Wörtwitzen und noch mehr Fragen, die eine ordentliche Antwort verlangen. Bleiben Sie dran, kuma~!

Persona 4 Arena Ultimax - Story Trailer3 weitere Videos

Für westliche Persona-Fans war es gerade mal ein Jahr her, als sie mit dem Prügelspiel-Ableger Persona 4 Arena den Kampfring mit ihren Lieblingsfiguren aus dem 3. und 4. Teil der Persona-Rollenspiele betraten. Trotz anfänglicher Skepsis wusste der Genre-Wechsel hinsichtlich der charaktertreuen Umsetzungen positiv zu überraschen. Was hingegen nicht überraschte, war die eher als Mittel zum Zweck dienende Geschichte, wobei das Kampfspiel-Genre im Allgemeinen noch nie für komplexe und tiefgründige Inhalte bekannt war.

Persona 4 Arena Ultimax - Eine Taste, sie zu knechten...

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In Persona 4 Arena Ultimax kommen so einige Neuzugänge aus Persona 3 und Persona 4 dazu. Bogenschützin Yukari und Pop-Idol Rise sind nur einige davon.
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Zugegeben: Wenn ich die Handlung von Persona 3 und Persona 4 rekapituliere, dann war sie zwar relativ spannend, aber nicht sonderlich kreativ. Am Ende lief es eh immer darauf hinaus, dass eine bunt zusammengewürfelte Mittelschüler-Truppe die Menschheit vor einem großen Unheil bewahrt. Während die Rahmenhandlung eher grundsolide war, lag die Stärke beider Spiele hingegen deutlich bei den Charakterinteraktionen und den stetig ausbaufähigen Beziehungen, die in Form der Social Links einen essentiellen Teil des Rollenspielaspekts ausmachten.

Vieles neu und doch unverändert

Die Arena-Kampfspiel-Serie greift die Beziehungen der Charaktere zueinander auf und baut die Konstellation mit einem übergreifenden Handlungsstrang weiter aus, der die Ereignisse von Persona 3 und Persona 4 einbezieht. Der aktuelle Nachfolger Persona 4 Arena Ultimax setzt wenige Tage nach den Ereignissen von Persona 4 Arena an und ist genau wie sein Vorgänger ein Fanservice-Titel in Reinform. Wer oft in Kontakt mit Kampfspielen kommt, diesen allerdings nie bei den Persona-Spielen gesucht hat, wird hier beim Großteil der Dialoge so gut wie gar nicht verstehen, worüber sich die Charaktere unterhalten und was es mit all diesem skurrilen Ereignissen auf sich hat.

Vor allem wird hierbei und auch innerhalb des Story-Modus' vor heftigen Spoilern der Originalgeschichte nicht Halt gemacht, welche hauptsächlich die Spannung in den Vorgängern ausgemacht haben. Wer also vorhat, die Spiele in nächster Zeit nachzuholen, sollte sich diesen Reiz nicht nehmen und das Anspielen des Ablegers aufgrund der starken Bezüge zu den Originalen möglichst meiden.

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Was führt Turnierveranstalter General Kuma diesmal im Schilde?
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Die Fans können sich über das Wiedersehen weiterer neu dazugekommener Spielcharaktere freuen. Dabei wartet die Fortsetzung nicht nur mit vielen neuen Kämpfern aus der Riege des dritten Teils auf, sondern bietet darüber hinaus zwei verschiedene Story-Modi, die sich jeweils auf ein Team aus den beiden Persona-Teilen 3 und 4 konzentriert. Habt ihr diese durchgespielt, eröffnet sich euch eine weitere Route, in der ihr hinter den Geheimnissen des sogenannten P-1 Climax-Turniers und dem Strippenzieher auf die Spur kommt.

Konsequente Fortsetzung des Prügelablegers, die mit erfreulich variantenreichen Charakteren und netten Herausforderungen für zwischendurch aufwartet.Fazit lesen

Jeder einzelne spielbare Teilnehmer des Grand Prix hat sein eigenes Moveset mitsamt spezifischer Persona-Fähigkeiten, deren Kombos sich für eingefleischte Prügelspielfans verständlich in kürzester Zeit erschließen lassen. Wer ähnliche Genrevertreter wie Street Fighter ausgiebig gezockt hat, wird hier mit den Tastenkombinationen schnell vertraut. Ebenso bekannt dürften die sehr ansehnlichen, gezeichneten 2D-Charaktere und -Hintergründe wohl hingegen Kennern der BlazBlue-Reihe vorkommen. Das ist allerdings auch kein Wunder, stand mit Ark Systems Works das gleiche Entwicklungsstudio unter der Leitung des Persona-Teams hinter dem Spieldesign. In Sachen Design bietet die Ultimax-Fassung gegenüber der vorigen Version eine weitere interessante Neuerung.

Wer sich bereits mit den Charakteren einigermaßen vertraut gemacht, kann nämlich das Herausforderungsniveau etwas anheben, indem er zu den alternativen Schatten-Versionen jener Figuren greift. Diese verteilen nicht nur weniger Schaden, sondern müssen zudem auch ohne Persona, ohne den Erwachen-Modus und ohne Burst-Angriff auskommen. Dafür haben sie mehr HP und können auch ihre SP schneller regenerieren.

Herausforderung leicht gemacht

Ebenso viel Abwechslung bieten verschiedene Modi wie der Arcade-Modus, eine Versus-Option für zwei Spieler, eine Kategorie für die reine Highscore-Jagd und den Golden-Arena-Modus. Letzterer greift das Level-System der Rollenspielvorlagen auf und gibt euch zwischen den durchweg folgenden Kämpfen die Möglichkeit, gewonnene Punkte in einzelne Statuseigenschaften und Persona-Fertigkeiten zu investieren. Dank jeder Menge an freischaltbaren Inhalten seid ihr für eine Weile gut beschäftigt. Ob euch die Herausforderungen bei der Stange halten, wird wohl auch stark von eurer eigenen Spielweise abhängen.

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Junpei, der Spaßvogel des Persona-3-Teams, ist diesmal auch am Start und holt einmal mehr mit seinem Baseballschläger zum Rundumschlag aus.
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Theoretisch könntet ihr euch dank der Auto-Kombo-Option das Kämpfen sehr leicht machen. Durch das wiederholte Drücken der Viereck-Taste ist es möglich, eine komplette Kombo auszuführen. Dabei müsst ihr nicht mal präzise den Zeitpunkt abpassen, um den Gegner nach einer Angriffskette schutzlos eurer Superattacke auszusetzen. Jene Möglichkeit richtet sich zwar sich eindeutig an Anfänger, so wirklich als praktisch erweist sie sich im Kampf allerdings nicht. Was nicht bedeutet, dass sie nicht funktioniert. Im Gegenteil. Sie funktioniert sogar so gut, dass ihr sogar den Arcade-Modus auf Schwer allein mit der Nutzung jener Taste schafft.

Leider lässt sich diese Funktion aber auch nicht deaktivieren und ist gerade im Versus-Modus eher ein hinderliches Ärgernis. Mit der Auto-Kombo verursacht ihr bei eurem Gegner etwas weniger Schaden als mit normaler Ausführung, doch im fairen Verhältnis steht dieser bei dauerhafter Nutzung gegenüber normalen Angriffsketten nicht. Es liegt bei euch, wie ihr das vor allem in den Mehrspielerkämpfen handhabt und ob ihr in Kauf nehmen wollt, dass dadurch der Spielspaß irgendwann auf der Strecke bleibt.

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Wie schon im ersten Teil lassen sich unter anderem mächtige Sofortkills im Falle eines Match-Siegs aktivieren.
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Sieht man von dieser überflüssigen Option ab, ist Persona 4 Arena Ultimax ein gut funktionierendes Kampfspiel, das viel Variation hinsichtlich der charakterspezifischen Kampfstile, Kombos und Kontermöglichkeiten bietet. Diese unterschiedlichen Fähigkeiten für sich zu entdecken macht Laune und motiviert auch im Falle der perfekten Beherrschung um ein Vielfaches. Jedoch würden die Duelle nur halb soviel Spaß machen, wäre da nicht wieder der treibende Soundtrack von Atsushi Kitaijoh, der bereits zu den vorigen Persona-Titeln seine markanten rockigen und poplastigen Kompositionen beisteuerte. Unterm Strich können Persona-Fans, die schon mit dem ersten Arena-Ableger ihren Spaß hatten und immer ein glückliches Händchen (oder auch Fäustchen) bei Kampfspielen bewiesen haben und die Charaktere der Persona-Reihe über alles lieben, bei diesem mehr als soliden Titel wirklich nicht viel falsch machen. Fernab vom Fanservice funktioniert das Spiel aber auch als ein eigenständiges, gelungenes Prügelspiel für Zwischendurch.