Mondra Diamond wurde entführt, die Solare Residenz liegt in Trümmern und der größte Raumfahrer aller Zeiten muss Licht in eine gewaltige Verschwörung bringen. Ihr habt noch keine Ahnung, um was es eigentlich geht? Solltet Ihr etwa in eurer Kindheit die Zeit mit Computerspielen vertan haben anstatt zu lesen?

Also gut, nur für Euch die Antwort auf das Rätsel: Perry Rhodan ist zurück! Seine Bühne: das gleichnamige Point&Click-Adventure. Wir haben uns zur Rettung der Galaxis im Allgemeinen und der Adventures im Besonderen aufgemacht.

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Findet Ihr nicht auch, dass die heutige Science Fiction viel zu glatt geworden ist? Viel zu greifbar? Viel zu realistisch? Schaut man zurück in die 60er Jahre, bekommt man hingegen andere Inhalte geboten: Da wurde spätestens für die 80er der Weltfrieden geplant, Mängel in der naturwissenschaftlichen Ausbildung der Autoren wurden mit viel Esoterik wettgemacht und trotz aller Aufgeschlossenheit waren die fremden Aliens meist wilde Okkupatoren.

Perry Rhodan - Vom Romanheld zur Spielikone? Wir fühlen dem potentiellen Adventure-Hit auf den Zahn.

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Vor allem die gelungenen Licht- und Schattenspiele sorgen für viel Atmosphäre.
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Ihre Feindseligkeit wurde nur von der Niedertracht der in den SciFi-Werken herrschenden Regierungen übertroffen. Doch auch wenn heutzutage soviel Ernsthaftigkeit ob des zu beinahe reinem Entertainment gewordenen SciFi-Genres etwas belustigend wirkt, haben diese Stories doch fraglos ihren ganz eigenen Charme. Da das vom Wiesbadener Studio 3d-io entwickelte Adventure inhaltlich ähnlich klassisch daher kommt, darf man also umso mehr auf den Titel gespannt sein.

Auferstanden aus Ruinen

Zu Beginn unserer Vorschaufassung steht man jedoch sogleich vor den Trümmern des Abenteuerspiels. Nun ja, zumindest vor denen der Solaren Residenz, die die Geschichte ins Rollen bringen. Denn nach einem Angriff auf den Sitz unserer Helden ist Perrys beste Freundin Mondra entführt worden.

Packshot zu Perry RhodanPerry RhodanErschienen für PC kaufen: Jetzt kaufen:

Als wäre das noch nicht genug, wird der Raumfahrer und Friedensstifter in seiner Bewegungs- und Informationsfreiheit von allen Seiten eingeschränkt. Schnell ist klar: Da steckt eine weitreichende Verschwörung dahinter. Also macht man sich in bester Point&Click-Manier auf den Weg, die vielen offenen Fragen zu beantworten.

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Viele Abschnitte sind unübersichtlich, so dass man Gegenstände dort erst mühsam suchen muss.
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„Sich auf den Weg machen“ ist dabei übrigens die treffendste Beschreibung für das weitere Vorgehen. Denn schon nach den ersten Rätseln wird klar: Hier muss mehr gelaufen werden als beim Marathon. Am einen Ende der Solaren Residenz muss kurz das Dachgeschoss für ein paar Informationen besucht werden, danach geht es wieder in die andere Richtung, um an einer Relaisschaltung einige Bürotüren zu öffnen. Diese liegen irgendwo in der Mitte zwischen beiden Orten. Gerade wenn man nur kleine Veränderungen vornimmt, nerven die weiten Strecken zwischen den Rätseleinlagen doch sehr.

Dass die Knobeleien nicht immer schlüssig sind, macht das Ganze nicht unbedingt leichter. Wer kommt schon intuitiv darauf, dass einige schwer bewaffnete Sicherheitsleute, die Perry den Zugang zu dem am stärksten verwüsteten Ort der Solaren Residenz verwehren, sich von ein paar Reinigungsrobotern völlig aus der Ruhe bringen lassen?

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Das Dialogsystem hat kaum Tiefgang und transportiert so die Story nur mittelmäßig.
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Während einen solche Einlagen zum bloßen Ausprobieren zwingen, ist der Rest des Spiels sehr gradlinig. So sind sämtliche Dialoge vorgegeben - Verzweigungen in den Gesprächen gibt es nicht. Überhaupt ist es ob der recht guten Sprecher schade, dass die Quasselpassagen selten eine große Rolle spielen. Denn zumeist dienen diese nur dazu, neue Informationen als Meta-Icons freizuspielen.

Diese tauchen wie normale Gegenstände als kleine Symbole im Inventar auf und lassen sich so weiterverwenden, zumeist als Gesprächsoptionen oder an Info-Terminals, um dort wiederum neue Häppchen zu erhalten. Und auch wenn dieses Konzept mangels Tiefgang nicht voll ausgenutzt wird, findet es sich doch ordentlich in die Spielmechanik ein. Lesefreudige Spieler freuen sich zudem über die Hintergrundinformationen in Textform, die ein Klick auf die Meta-Icons offenbart.

Doch nicht nur Textfreunde, auch Anhänger einer gelungenen Präsentation kommen in „Perry Rhodan“ auf ihre Kosten. Vor allem die atmosphärische Gestaltung der Spielabschnitte und die Effekte können sich sehen lassen. Doch auch die Darstellung der vielfältigen Charaktere ist vollauf gelungen. Allein die Animationen wirkten in unserer Version noch sehr staksig, und an vielen Stellen sorgte die nicht vorhandene Kollisionsabfrage in Verbindung mit nicht sauber getrennten Laufwegen für seltsame Verschmelzungen.

Mit vielen überflüssigen Laufwegen und unlogischen Rätseln begeht Perry Rhodan klassische Adventure-Sünden. Schade, denn im Grunde hat der Titel viel Potential.Ausblick lesen

Dabei haben die Laufwege nicht nur negativen Einfluss auf die Darstellung, auch die Bedienung leidet darunter. Zwar gibt es an vielen Stellen Markierungen, die bei Annäherung die Kamera automatisch drehen, dennoch läuft man immer wieder versehentlich in die falsche Richtung. Fehlerhafte Angaben von Seiten der NPCs erleichtern dabei die Navigation nicht gerade.

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Eine coole Brille, eine abgedrehte Einrichtung und ein hautenger Anzug sind alles, was man braucht, um in ein SciFi-Adventure zu kommen.
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So verweist einen eine Empfangsdame an den Transporter „da vorne links“, der eigentlich direkt hinter ihr steht – ärgerlich, wenngleich sinnbildlich. Denn obwohl „Perry Rhodan“ mit einer spannenden Story und einer atmosphärischen Spielwelt aufwartet, vermiesen viele schwache Rätsel und eine Menge kleinerer Patzer in der momentanen Fassung noch den Spielspaß. Und während man auf der technischen Seite bis zum Release auf Besserung hoffen kann, dürfte sich am Design der Knobeleien wohl kaum mehr viel tun.