Perfect Dark Zero (Xbox 360 Review)
von Nedzad Hurabasic

Einer der vielleicht meisterwarteten Titel für die neue Xbox 360 ist der First Person Shooter Perfect Dark: Zero. (PDZ) Es ist der Nachfolger eines Nintendo 64-Spiels und wurde, wie das Action-Adventure Kameo: Elements of Power, von der Spieleschmiede Rare entwickelt.

Wie bei vielen anderen Spielen dieses Herstellers sind von Ankündigung bis Release einige Jahre ins Land gegangen, dafür können die Spieler aber meist mit einem außergewöhnlichen Ergebnis rechnen. Der Anspruch ist hoch, mit Perfect Dark: Zero soll das Shooter-Genre revolutioniert werden. Ob das gelingt?

Wie heißt es doch so schön? Der erste Eindruck - die ersten 30 Sekunden entscheiden über Sympathie oder Antipathie. Wenn es bei Spielen danach ginge, hätte PDZ schon kurz nach einlegen der DVD gewonnen. In prächtiger Manier flimmert das Intro über den Bildschirm, die Gesamtpräsentation kann nur als hervorragend bezeichnet werden. Vergleiche mit der Anfangssequenz einer Fernsehserie sind wohl nicht zu weit hergeholt, der Soundtrack ist vielleicht mit das Beste, was in diesem Jahr bei einem Spiel zu hören war. Doch: Schon viele Spiele haben nach einem hübschen Intro ein mieses Gameplay gezeigt. Was kann uns das Spiel abgesehen von einer 1A-Präsentation noch bieten?

Zunächst einmal haben wir die Auswahl zwischen Missionen und Kampfarena. Während die Missionen das Absolvieren der Einzelspielerkampagne oder alternativ auch im Koop-Modus zu zweit erlaubt, kann in der Kampfarena ein Multiplayerspiel per Splitscreen oder über Xbox Live gegen andere Spieler absolviert werden.

Da die Storykampagne den Mittelpunkt des Spiels bildet, konzentriert sich unser Interesse natürlich zunächst auf diesen Menüpunkt. Als Neuling haben wir bei der Missionsauswahl aber keine Wahl und müssen uns mit der Newbie-Aufgabe "Datenkern|Vernichtung" begnügen. Lediglich die Schwierigkeitsstufe ist wählbar. Bevor wir dann endlich loslegen dürfen und in die Haut der Agentin, Detektivin oder bei Bedarf auch Kopfgeldjägerin Joanna Dark schlüpfen, dürfen wir in der Waffenkammer noch die Schießprügel bestimmen, mit denen wir standardmäßig ausgerüstet sein werden.

Das Betreten der Waffenkammer ist nur vor jeder Mission möglich. Wer auf eine ausgefeilte Planung Wert legt, sollte sich also schon vorher Gedanken machen, welche Waffen und Gadgets er mitnehmen möchte. Viele Waffen können aber auch unterwegs aufgesammelt werden, wobei das Inventar nur vier Plätze bietet und große Wummen oder Raketenwerfer bis zu drei Plätze davon belegen.

Perfect Dark Zero - Die scharfe Kopfgeldjägerin kehrt zurück! Diesmal auf der Xbox 360!

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Zu Beginn des Spiels ist die Auswahl aber ohnehin recht gering und daher belassen wir es zunächst bei der Grundausstattung.

Die Geschichte von Perfect Dark: Zero spielt in einer nahen Zukunft und das Team, dem Joanna angehört, besteht aus zwei weiteren Mitstreitern: Ihrem Vater Jack Dark und der "geheimnisvollen" Chandra, die als Missionskoordinatorin stets im Hintergrund arbeitet. Gemeinsam bilden sie die Detektei "Dark Bail Bonds", die auch gerne auf Kopfgeldsuche geht. Die erste Mission führt Joanna und damit den Spieler wie schon beschrieben zum Datenkern einer wissenschaftlichen Einrichtung.

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Wie bei einem relativ komplexen Shooter zu erwarten ist, läuft die erste Aufgabe als Tutorial ab, das aber hervorragend aufgemacht ist und keine Fragen offen lässt. Die wesentlichen Steuerungsmöglichkeiten werden anhand von Praxisbeispielen vorgeführt und gleichzeitig auch visuell eingeblendet.

So sollte jeder Spieler schnell die richtigen Tasten finden und zuordnen können. Neben dem Einsatz verschiedener Waffenmodi und ferngesteuerten Drohnen, lernt der angehende Agent vor allem eins: Deckung suchen, wann immer es geht. Mit einem Tastendruck ("A") kann sich die Heldin hinter Fässern, Säulen oder Vorsprüngen verstecken und sich einen Überblick verschaffen. Auch praktisch um dem Beschuss feindlicher Einheiten zu entgehen.Aus sicherer Deckung heraus kann sie aber auch selbst tätig werden. Mit dem rechten Stick kann das Fadenkreuz aus der Deckung auf die Ziele positioniert werden. Erst zum Feuern verlässt die Spielfigur kurzzeitig die Deckung. Sofort nach den Schüssen begibt sie sich wieder in die Deckung zurück. Zwar ist es etwas umständlich die Ausrichtung per rechtem Stick durchzuführen und mit der rechten Schultertaste gleichzeitig zu feuern, aber es funktioniert nach einer kurzen Gewöhnungsphase sehr gut. Da sich Joanna meist einer deutlichen Überzahl an Gegnern gegenübersieht, sollte jeder Agent dieses Vorgehen beherrschen. Während der Charakter in Deckung geht, wechselt die Perspektive übrigens in die Third-Person-Ansicht, sodass der Überblick über die Situation jederzeit erhalten bleibt.

Joanna lernt in der ersten Mission, die am Ende eine kleine Überraschung bereithält, aber nicht nur den Umgang mit Waffen. Wir erfahren auch, wie elektronisch gesicherte Türen gehackt werden können und der "Cam-Spy" eingesetzt wird.Aus der Sicht der fliegenden Mini-Kamera navigieren wir durch enge Versorgungstunnel und genießen die prachtvolle Aussicht. Macht Spaß und bietet Abwechslung! Stichwort Aussicht: Perfect Dark: Zero bietet eine vollkommen durchgestylte Hochglanz-Umgebung, bei der viel Wert auf Details gelegt wurde. Vor allem die Glanzeffekte bei feuchten Oberflächen z.B. auf Beton oder Metall sorgen für ungläubiges Staunen, aber auch die Lichteffekte können sich wahrlich sehen lassen und sind ein deutliches Indiz für die Leistungsfähigkeit der Xbox 360.

Doch genug der Schwärmerei, zurück zur Reali, ehm, Virtualität. Ehe wir uns versehen ist der eher kurze erste Level geschafft und wir können uns sogleich an die nächste Aufgabe machen, bei der es eigentlich zunächst nur um die Observierung einer Zielperson geht. Bevor wir loslegen, können wir noch eine Einsatzbesprechung über uns ergehen lassen, die uns mit den notwendigen Informationen versorgt.

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Ungeduldige Naturen können diesen Punkt aber überspringen und sofort in die Waffenkammer gehen oder sich umgehend ins Getümmel stürzen. Bei der Waffenauswahl sollte auch bedacht werden, dass der Waffentyp auch die Laufgeschwindigkeit der Protagonistin beeinflusst. Joanna kann ihre Waffen aber auch verbergen und so den Anschein erwecken, harmlos zu sein. In diesem Modus kann sie auch versuchen, mit anderen unbewaffneten Charakteren eine Konversation zu beginnen und sich so Informationen zu beschaffen.

Dabei kann sie entweder bluffen, versuchen die Figuren zu bedrohen oder sie mit ihrem Charme bezirzen, das kommt auf die Gemütsverfassung der jeweiligen Gesprächspartner an.

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Wenn es aber zu Feuergefechten kommt, und das ist nach unserer Erfahrung unvermeidlich, dann kann sie sehr kratzbürstig werden. Hat der Spieler zwei gleich Waffen aufgesammelt, z.B. zwei Maschinenpistolen, dann kann er in bester "El Mariachi"-Pose beidhändig feuernd durch die Gegend rennen und die Feinde nonchalant aus dem Weg ballern. Um präziser zu feuern, kann auch der Zielmodus aktiviert werden oder bei Waffen mit Zielfernrohr auch stufenlos gezoomt werden.

Überhaupt ist das Waffenarsenal des Spiels sehr umfangreich ausgefallen und die Waffen sehen wirklich verdammt gut aus - diverse Effekte bringen die Mordwerkzeuge richtig zum glänzen.Insgesamt gibt es fünf Pistolen, 3 schwere Waffen, vier Maschinenpistolen, vier Sturmgewehre, drei Nahkampfwaffen, mehrere Wurf- und Sprengwaffen, sowie zwei Scharfschützengewehre und verschiedene nützliche Gadgets wie den Datendieb zum Hacken von Türen sowie das Explo-Kit, falls doch mal der Weg mit dem Kopf durch die Wand führt. Feinde knicken bei Treffern übrigens physikalisch korrekt ein bzw. werden umgestoßen oder, wenn die Schutzpanzer getroffen werden, fliegen diese in ihre Einzelteile zerlegt weg.

Bei einigen Missionen kommen auch ein Jetpack und ein Hovercraft zum Einsatz und erweitern das ohnehin schon sehr abwechslungsreiche Gameplay um weitere interessante Features. Außerdem gibt es auch spezielle Projektile, die die Gegner "verrückt" machen und dazu führen, dass sie sich gegen ihre Freunde richten. Nette Idee, die auch zu lustigen Ergebnissen führt. Im Multiplayer-Modus führt das übrigens dazu, dass die betroffenen Spieler nicht mehr zwischen Freund und Feind unterscheiden können.Natürlich passiert es auch einmal, dass Joanna selbst den einen oder anderen Treffer einstecken muss, aber ihre Gesundheit erholt sich recht schnell selbstständig wieder und daher stellt das meist kein allzu großes Problem dar. Unterwegs lassen sich auch defensive Körperpanzer aufsammeln, was durch einen weißen Umriss um den Gesundheitsbalken visualisiert wird. Sollte der Spieler doch einmal scheitern, muss er vom Anfang des Levels oder von einem Checkpoint bei der Hälfte beginnen.

Generell sind die KI-Feinde zwar clever genug, auch einmal vor dem Feuer des Spielers in Deckung zu gehen. Meist stirbt man jedoch, weil im ersten Versuch schlichtweg der Durchblick gefehlt hat und nicht, weil die Feinde sich besonders geschickt angestellt haben. Angezeigt wird mit blassen, blauen Pfeile auch, wohin der Spieler als nächstes gehen muss. Die Anzeige wird jedoch erst eingeblendet, wenn sich die Spielfigur für einige Sekunden nicht bewegt und sozusagen ratlos rumsteht.In den teilweise riesigen Außenarealen kann dieses Feature aber schon mal ganz nützlich sein, falls man sich auf dem falschen Weg wählt oder nicht weiter weiß. Obwohl das Gameplay größtenteils linear aufgebaut ist, gibt es häufig mehr als einen Weg, um sein Ziel zu erreichen. Während des gesamten Spiels unterstützt der hervorragende Soundtrack das Spielgeschehen in verschiedenen Facetten. Dramatische Szenen werden genauso gut unterstützt, wie Schleichpassagen, in denen die Musik die Spannung noch erhöht.

Wer noch mehr Spannung benötigt als der Singleplayer-Teil bieten kann, darf sich am Koop-Modus versuchen. Dieser ermöglicht es, alle Missionen auch zu zweit zu spielen. Und er ist einer der gelungensten Kooperationsmodi, die es derzeit gibt. Denn beide Spieler laufen nicht ständig nur nebeneinander her, sondern können und müssen teilweise auch an verschiedenen Orten des Levels gleichzeitig sein, was per Splitscreen ermöglicht wird und das Spiel so unheimlich abwechslungsreich macht.Das Ganze funktioniert übrigens auch online, das heißt, der Partner muss nicht neben einem sitzen. Zur Absprache kommt da das Headset gerade recht. Well done! Wer sich lieber am Multiplayer-Modus erfreuen möchte, hat die Gelegenheit, sich per "Deathmatch" oder "Darkops" auszutoben, die beide verschiedene Modi anbieten - natürlich auch online gegen andere Zocker.In den teilweise riesigen Außenarealen kann dieses Feature aber schon mal ganz nützlich sein, falls man sich auf dem falschen Weg wählt oder nicht weiter weiß. Obwohl das Gameplay größtenteils linear aufgebaut ist, gibt es häufig mehr als einen Weg, um sein Ziel zu erreichen. Während des gesamten Spiels unterstützt der hervorragende Soundtrack das Spielgeschehen in verschiedenen Facetten. Dramatische Szenen werden genauso gut unterstützt, wie Schleichpassagen, in denen die Musik die Spannung noch erhöht.

Wer noch mehr Spannung benötigt als der Singleplayer-Teil bieten kann, darf sich am Koop-Modus versuchen. Dieser ermöglicht es, alle Missionen auch zu zweit zu spielen. Und er ist einer der gelungensten Kooperationsmodi, die es derzeit gibt. Denn beide Spieler laufen nicht ständig nur nebeneinander her, sondern können und müssen teilweise auch an verschiedenen Orten des Levels gleichzeitig sein, was per Splitscreen ermöglicht wird und das Spiel so unheimlich abwechslungsreich macht.Das Ganze funktioniert übrigens auch online, das heißt, der Partner muss nicht neben einem sitzen. Zur Absprache kommt da das Headset gerade recht. Well done! Wer sich lieber am Multiplayer-Modus erfreuen möchte, hat die Gelegenheit, sich per "Deathmatch" oder "Darkops" auszutoben, die beide verschiedene Modi anbieten - natürlich auch online gegen andere Zocker.