Davon abgesehen bietet Path of Exile mit seinen bisher rein textliche präsentierten Quests (das soll sich ändern) auf den ersten Blick ein recht gewöhnliches Spielsystem. Mit den Maustasten aktiviert man eine Vielzahl von Skills und fertigt untermalt von satten Kampfgeräuschen und einem atmosphärischen Soundtrack auf diese Weise einen gehörigen Batzen böser Angreifer ab.
Zwischendurch sammeln wir allerlei Items ein, identifizieren seltene Gegenstände und passen immer wieder die Ausrüstung an. Eine zusammenhängende Handlung gibt es zwar auch irgendwie, an der Umsetzung einer kohärenten Geschichte muss aber noch kräftig gefeilt werden.
Erst wenn es an die Details geht, ergeben sich doch einige interessante Kniffe. Meine Figur erlernt ihre Fertigkeiten nämlich nicht auf direktem Wege, sondern durch eingesammelte "Gems". Diese setzt ihr in die Slots der Rüstungsteile und Waffen ein und schaltet sie somit frei. Während ihr Monster verkloppt, erhalten alle genutzten Steinchen ebenfalls Erfahrungspunkte und damit steigern sich eure Talente proportional zur Nutzung. Selbstverständlich ist es deswegen möglich, die einmal in Gegenstände eingepflanzten Gems auch wieder herauszunehmen, wenn ihr diese ersetzt.
Man schnetzelt sich halt so durch. Was auch sonst?Wäre ja blöd, wenn ihr plötzlich ohne aktive Fähigkeiten dasteht. Da mit wachsenden Anforderungen auch die notwendigen Skills mitwachsen, erscheint das Balancing auf dem "normalen" Schwierigkeitsgrad im jetzigen Status des Spiels recht gelungen, höchstens einen Tick zu leicht.
Die zweite Seite der Charakterausbildung nehmt ihr tatsächlich manuell vor, indem ihr beim Levelaufstieg verdiente Punkte in passive Erweiterungen investiert. Ich packe beim Kämpfer also einige Zähler in den Bereich "Stärke", verbessere die Einhandattacken oder steigere den Rüstungswert. Dieser Skill-Baum für passive Boni ist jedoch unglaublich groß - und exorbitant unübersichtlich. Hier den richtigen Weg einzuschlagen, ist nicht leicht. Respec-Möglichkeiten wird es trotzdem nur sehr wenige geben, betonen die Entwickler. Man könne sich ja neue Charaktere anlegen...
Ein recht cooles Feature sind dagegen die selbst aufladbaren Tränkeflaschen für Mana und Energie. Während man die zufallsgenerierten Levels auf der Jagd nach wertvollem Gut durchkämmt, füllt sich mit jedem erledigten Widersacher ein Teil der kostbaren Lebensspender automatisch wieder auf und macht so die Suche nach neuen Fläschchen obsolet. Weniger gelungen ist dagegen das Map-System, das noch einen sehr unfertigen Eindruck hinterlässt und nur mit Mühe und Not halbwegs einsetzbar ist.
Und anschließend geht's raus zum Schnetzeln.Das PvP-System lässt sich im Moment noch gar nicht beurteilen, weil es schlichtweg noch nicht implementiert ist. Die "Kiwis" versprechen jedoch demnächst eine teambasierte Arena vorzustellen, später sollen noch etliche Modi sowie ein Online-Ranking folgen. Zentrale Idee ist laut Wilson, „ein faires, kompetitives Schlachtfeld“ anzubieten, das nicht durch unethische Mikrotransaktionen ad absurdum geführt wird".
von Grinding Gear Games
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