Was war das knuffig: Ein singender Haufen kleiner Schwabbelbällchen will durch farbenprächtig gestaltete Levels dirigiert werden, pfeift, trällert, hüpft. Die Rede ist natürlich vom letztjährigen PSP-Hit „LocoRoco“ – und das gilt als eines der fantasievollsten Spiele der letzten Jahre. Das Kreativteam um die Japano-Hüpferei holt jetzt zum nächsten Schlag aus.

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„Fürst Typ, du bist der Größte“

„Ein Patapon ist ein winziger, umherflitzender Augapfel, der bis an die Zähne mit kleinen, aber tödlichen Waffen bewaffnet ist.“ Solltet ihr dieser Tage vorstehenden Satz vernehmen, hat euch der Hausarzt entweder die falschen Medikamente verschrieben oder aber ihr blättert im offiziellen Handbuch des abgefahrenen Rhythmus-Spiels „Patapon“. Das kommt nicht nur mit der skurrilsten Bedienungsanleitung der letzten Zeit, sondern fährt auch in Punkto Gameplay reichlich sonderbare Geschütze auf.

Patapon - Augäpfel an die Macht: Das drollige Rhythmusspiel ist nicht nur für die Kleinen ein Riesenspaß.

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In kleinen Sprechblasen quasseln die Patapons munter vor sich hin.
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Doch zunächst ein paar Worte zur…äh Story: Die kleinen Patapons sind traurig. Aus ihrem Heimatland vertrieben, fristen sie in ihrem Dorf Patapolis ein hungriges und leidgeplagtes Leben. Zum Glück predigt die weise Patapon-Priesterin Meden die Ankunft des Allmächtigen, der das unterdrückte Volk in eine Zukunft voller Freude und Glückseligkeit führen soll. So weit, so Fiebertraum.

Und da kommen wir ins Spiel. Denn während man sich noch fragt, wer denn dieser ach so gütige Erlöser sein soll, schmeißen sich euch die putzigen Glubschköpfe auch schon zu Füßen. Nachdem wir unserem göttlichen Alterego in aller Eile den wenig glorreichen Namen „Typ“ gegeben haben, springen die Patapons herbei und buhlen lautstark um unsere Gunst: „Gepriesen seid ihr, Fürst Typ“. Olle Schleimer…

Trommelnd in den Tod

Natürlich lässt sich so ein Volk nicht aus dem Stand zu erneutem Glanz führen. Unser primäres Ziel lautet daher: Kampf dem Hunger. Fortan führen wir deshalb eine kleine, schlagkräftige Gruppe der mutigsten Patapons zu Felde. Die kriegerischen Winzlinge unterteilen sich in drei Kategorien: Yaripons greifen am Liebsten zum Speer, Yumipons sind Meister des Bogens und Tatepons stürzen sich blindlinks samt Axt in den Nahkampf.

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Solche Bosskämpfe fordern euch alles ab.
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Als waschechter Gott machen wir uns jedoch nicht selbst die Hände schmutzig. Einheitensteuerung? Viel zu stressig! In der ersten Reihe um den Sieg kämpfen? Wir doch nicht! Stattdessen beobachten wir unsere Schützlinge aus sicherer Entfernung, kontrollieren jedoch stets das Geschehen – und zwar mit der Macht der Musik. „Argh, wieder so ein verrückter Titel mit Japangeträller“, wird nun Mancher sagen. „Recht so“, finden wir.

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Denn wenn man mitten in der U-Bahn plötzlich in fröhliches Gesumme ausbricht oder im Takt zu wippen beginnt, ist das vielleicht peinlich, aber Spielspaß pur. Zur Erklärung: Da die gehorsamen Racker ordentlich Rhythmus im Blut haben, reagieren sie ausschließlich auf Trommellaute. Mit den Aktionstasten der PSP löst ihr daher verschiedene Töne aus: Pata, Pon, Chaka und Don.

Patatamakuhna?

Wildes drauflos hämmern fällt allerdings flach: Nur wenn ihr eine bestimmte Melodie im Takt schlagt, gehorchen die Patapons. Auf „Pata Pata Pata Pon“ setzen sich die Glubscher z.B. in Gang, mit „Pon Pon Pata Pon“ blasen die Winzlinge hingegen zum Angriff. Doch Vorsicht: Seid ihr den lustigen Musikanten zu unmelodiös stellen sie sämtliche Aktivitäten einfach ein. Frech, aber konsequent.

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Am Baum des Lebens könnt ihr gefallene Patapons wiederbeleben.
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Stimmt der Rhythmus, füllt sich ein Kombometer, der nach dem zehnten Mal den „Fever Modus“ aktiviert. Von diesem Musik-Fieber infiziert steigern sich die Patapons in einen wahren Kampfes- und Bewegungsrausch, tanzen, springen und hüpfen trällernd umher und steigern ihre Effektivität. Angriffe machen so mehr Schaden, ordnet ihr per „Chaka Chaka Pata Pon“ die Verteidigungsstellung an, wird so deutlich mehr Schaden abgeblockt.

Das macht auf Futtersuche nur wenig Sinn – schließlich laufen die Tiere der Patawelt meist panisch davon, wenn eure kulleräugige Miniarmee angestelzt kommt. Trefft ihr aber auf einen der fiesen Bossgegner, ist der „Fever Modus“ dringend notwendig. Verliert ihr zu viele Patapons im Kampf ist die Mission nämlich verloren und ihr müsst gefallene Patas am Baum des Lebens reanimieren.

Zu dumm, dass jeder Patapon wertvolle Ressourcen kostet – und die sind rar gesät. Zudem bedarf es einer Art Zauberessenz, dem so genannten „Ka-Ching“, welches ihr mühsam durch simple Jagdeinsätze beschaffen müsst. Ein (MMO)-Schelm, der da jetzt „grinden!“ denkt. Dafür könnt ihr eure Augäpfel mit erbeuteten Waffen und Rüstungen aufwerten. Wer darauf verzichtet, wird sich schnell ärgern – schon früh im Spiel zieht der Schwierigkeitsgrad stark an.

Nicht für alle Ohren

Neben dem knackigen Schwierigkeitsgrad und der umständlichen Ressourcensammlung ist der repetitive Spielverlauf noch der größte Kritikpunkt an der herrlich überdrehten Spaßgranate. Die Missionen werden zwar mit der Zeit umfangreicher und anspruchsvoller, als Spieler drückt man jedoch stets die immergleichen vier Trommelkombinationen – auf Dauer motiviert das kaum, Patapon eignet sich daher eher für kurze Spielphasen.

Patapon - Augäpfel an die Macht: Das drollige Rhythmusspiel ist nicht nur für die Kleinen ein Riesenspaß.

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Bei einem derartigen Angriff hilft nur die Verteidigungsstellung.
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Auch das eigentliche Spielkonzept, die drolligen Patapons über Musik zu steuern, ist sicherlich Geschmackssache – wer mit quakigen Japano-Sounds und piepsigen Fistelstimmen nichts anfangen kann, sollte sich – bei aller Innovation - den Griff zu Spielpackung lieber zweimal überlegen. Für alle anderen gilt aber: Kopfhörer ins Ohr, die Patapons in den „Fever Modus“ versetzen und mitpfeifen.