Autor: Oliver Dombrowski

Die Games Convention 2006 ist vorbei. Was bleibt ist ein neuer Besucherrekord, jede Menge Merchandise in den Taschen und vor allem viele Eindrücke, die es zu verarbeiten gilt. So manch einer wird noch nächtelang von Nintendos Wii, The Burning Crusade, Metal Gear Solid 4 oder Guitar Hero 2 träumen.

Doch Moment, da war doch noch etwas! Warum tut meine Hand so weh? Schuld ist die PainStation, die völlig unscheinbar in einer hinteren Ecke des Pong.Mythos-Standes auf ihre Opfer wartete. Das Spielprinzip ist dabei klassisch leicht: Gespielt wird Pong über die altbewährten Drehrädchen. Doch hier verliert nicht derjenige, der die Meisten Tore kassiert!

Vor Spielbeginn legen beide Zocker ihre linke Hand auf die dafür vorgesehene Fläche. Zwei Knöpfe müssen dabei herunter gedrückt werden, wer diese nach Spielbeginn loslässt, verliert. Die Schwierigkeit daran? Verpasst der Spieler einen Ball, wird er mit einer von drei körperlichen Strafen malträtiert.

Diese wären zum einen starke Hitze von unten, die das Metall erhitzt. Stromschläge werden ebenfalls verteilt - aber die mit Abstand am Meisten gefürchtete Bestrafung ist die Gummi-Peitsche. Diese schlägt schnell hintereinander auf den Handrücken und sorgt damit teils für heftige Wunden. Da wird es schon um einiges schwieriger, die zwei besagten Knöpfe nicht loszulassen.Doch das ist noch nicht alles! Wer lange genug im Spiel bleibt, lernt den Schmerz-Multiplikator kennen und fürchten. Dieser kann als einer von vielen Bonus-Symbolen vom Spieler aktiviert werden, der die entsprechenden Symbole zuvor mit dem Ball treffen muss.

Den Schmerz-Multiplikator gibt es in den Ausführungen 2x und 4x, wobei die Härte und Länge der Strafe intensiver und länger wird. Wer Pech hat, verliert durch den Schmerz die Konzentration und bekommt die Bälle nur so um die Ohren geballert! In einem solchen Fall addieren sich zusätzlich die Strafen, was bedeutet, ihr müsst der Hitze, dem Strom und der Peitsche gleichzeitig standhalten.

Andere kleine Gimmicks warten ebenfalls auf ihren Einsatz. So kann nach einem längeren Spiel ein Blitzlicht die Spieler nerven, sodass diese die Kontrolle über den Ball verlieren und noch mehr einstecken müssen. Da hilft selbst die eingebaute, nach dem Spiel aktivierte Luftkühlung für die Hand nicht mehr viel.

PainStation - Schmerz und Spaß - lässt sich das verbinden? Ein brutaler Würfel sorgt für Diskussionen.

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Schon nach zwei oder drei Runden mit der PainStation erschrickt man beim Anblick seiner angeschwollenen, teils blutigen und blau geschlagenen Hand, oder dem, was davon noch übrig ist. Kein Wunder also, dass diese Monster-Maschine erst Spielern ab 18 zugängig war. Viele Zuschauer standen mit entsetzten Blicken da, andere lachten und feuerten an. Diskussionen blieben da nicht aus. Sicherlich ist die PainStation gerade wegen der Verletzungsgefahr ein sehr umstrittenes Thema. Wer ist schon scharf darauf, sich mit einer Peitsche die Pfoten blutig prügeln zu lassen? Manch einer betitelt das Gerät sogar als Einstiegsdroge zum Russisch Roulette.

Doch viele Spieler suchen nach einem neuen Reiz. Wo bleibt denn schon der spielerische Druck, wenn es um nichts weiter als virtuelles Ansehen geht? Allerdings ist es noch viel mehr, als nur den Reiz-Faktor.Gerade Menschen wie die der Jackass-Crew haben uns doch gezeigt, dass selbst Schmerz Spaß machen kann (aber nicht muss!). Auf die Frage der Moral der PainStation kann es also nur eine Antwort geben: Wer es mag spielt es, alle Anderen lassen es sein.

Woher ich das weiß? Ich habe die PainStation auf der Games Convention 2006 selbst erlebt! Das Ergebnis meiner Recherche? Hier einzusehen.

Wer mehr über die Entwicklung und Präsentation der PainStation wissen will, sollte die Homepage der fur art entertainment interfaces besuchen. Zuständig für die Entwicklung sind Volker Morawe und Tilman Reiff.

Richtig vermarktet wird die PS noch nicht, was sicherlich auch mit den hohen Produktionskosten zu tun hat. Denn auch wenn "nur" Pong gespielt wird, steckt in dem brutalen Kasten eine Menge Technik.