Hach Blizzard. Nachdem Starcraft 2 schon nicht die Erwartungen der Fans und eSport-Zuschauer erfüllen konnte, scheiterten auch Heroes of the Storm und Hearthstone daran, große, einflussreiche eSport-Disziplinen zu werden. Nun hast du die Overwatch League angekündigt und drohst mit dieser damit, auch die kompetitive Overwatch-Szene in den Sand zu setzen. Warum? Aufgrund der folgenden Gründe.

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Die Kosten der Teilnahme

Verschiedenen Berichten zufolge verlangst du von Teams eine Summe von teilweise 20 Millionen Dollar um an der angeblich prestigereichen Overwatch League teilnehmen zu dürfen. Das ist eine schöne Stange Geld. Gerade für Organisationen, die sich innerhalb des eSports selbst aufgebaut haben. Eigentlich sind solche Unsummen nur von Investor-gestärkten Teams zu stemmen, was gleichzeitig sämtliche Traditionsteams im eSport eliminiert. Wer Mannschaften wie Counterlogic Gaming, Fnatic oder Team SoloMid auch in Overwatch unterstützen will, geht dementsprechend wahrscheinlich leer aus, da sich diese Teams die Teilnahme nicht leisten können. Na toll.

Der übertriebene Fokus auf Nordamerika

Bislang wurden 16 Städte angekündigt, die an der Overwatch League teilnehmen sollen. Ein Team, das die Einstiegssumme bezahlt, soll eine Stadt repräsentieren. Eigentlich gar keine so dumme Idee, da es einen lokalen Bezug im eSport etablieren soll - ein wichtiger Faktor für traditionelle Sportarten. Allerdings zieht auch hier deine Inkompetenz einen Strich durch die Rechnung, denn in deinem Amerika-zentrischen Weltbild sollen ganze 9 der 16 Weltstädte in Amerika liegen. Da Mexico und Kanada zudem zu dieser Server-Region zählen, erhöht sich die Anzahl nordamerikanischer Teams auf elf Stück - von 16 weltweit!

Overwatch - Warum die Overwatch League ein kompletter Flop wird

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I come from a land down under? Nicht bei der Overwatch League!
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Mit dabei sind Boston oder Miami. Städte, die nicht einmal eine Million Einwohner haben. Hamburg, Berlin oder Brüssel hingegen gehen beispielsweise leer aus, gerade einmal drei der 16 Städte befinden sich in ganz Europa verteilt. Der Clou? Das Mutterland des eSports, Südkorea, bekommt ein (!) repräsentatives Team, das in Seoul stationiert werden wird. Was soll das?

Keine Importrestriktionen

Koreaner können trotzdem frohlocken: Obwohl lediglich Seoul als koreanische Stadt innerhalb der Overwatch League vertreten sein wird, wird diese Liga wohl trotzdem von Koreanern überschwemmt werden. Denn in einem Fall von geistiger Umnachtung hast du, Blizzard, dich entschlossen, keine Importrestriktionen einzuführen. Dadurch könnten beispielsweise Nordamerikanische Teams eine Mannschaft voller Koreaner aufstellen, was aller Wahrscheinlichkeit nach auch passieren würde.

Das Fehlen einer Import-Regel war schon das Messer im Rücken von Starcraft 2. Aber anscheinend lernst du einfach nicht aus deinen Fehlern. Ich dachte, der Sinn hinter der Overwatch League wäre, einen lokalen Bezug zum eSport herzustellen? Offensichtlich nicht, wenn man einen so einfachen und doch wichtigen Punkt ignoriert.

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Insgesamt ist die Overwatch League jetzt schon ein Desaster. Denn hier handelt es sich nicht um einfache Probleme, die mit ein paar Handschlägen gelöst werden können, sondern um folgenschwere Entscheidungen, die der Overwatch League maßgeblich schaden werden. Schade. Denn mit Overwatch lieferte Blizzard einen der spaßigsten Titel der vergangenen Jahre. Die Entwickler des Spiels hätten sich eine florierende eSport-Szene verdient. Aber, wie so oft in dieser Szene, haben die augenscheinlich falschen Einflüsse diese Pläne vereitelt.