Bedächtig rieseln die Schneeflocken gen Boden, bedecken die Straßen und Wege des kleinen Örtchens Nordberg. In der Luft steht der Duft frisch gebackener Plätzchen, die Kinder tollen, kichern, singen und packen übergroße Geschenke aus. Weihnachten ist eingekehrt, das Dorfzentrum ist hell erleuchtet vom Schein der Kerzen und Lämpchen….und brennenden Tannenbäume...

Moment – das gehört doch nun so gar nicht zum Weihnachtsfest? Stimmt, andächtige Idylle und unendliche Liebe sieht für gewöhnlich anders aus. Allerdings waren die Dorfbewohner töricht genug, einer kleinen, fiesen Gestalt Einlass zu gewähren, deren feurig-rote Augen mindestens so lichterloh brennen, wie das nordberg’sche Weihnachtsfest nach dessen Eintreffen.

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Das Kind im Manne

Aufmerksame Naturen ahnen es schon: Der Overlord ist zurück, genauer gesagt „reinkarniert“. Nachdem der erste Overlord am Ende von Teil eins alle Helden aus seinem Fantasyreich vertrieben hatte und sich so uneingeschränkte Macht sicherte, setzte sich der fiese Despot nämlich zur Ruhe. Zurück blieben seine Schergen, die nun zu Recht nach einem neuen schrecklichen Meister verlangen.

Overlord 2 - Das pure Böse kehrt zurück

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Totale Randale: Der Mino-Overlord nimmt ein lauschiges Dörfchen auseinander.
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Der findet sich just unter den Kindern Nordbergs: Statt mit den anderen Bälgern im Schnee zu tollen und Plätzchen zu naschen, verprügelt der unartige Lausbub seine Kameraden lieber mit einem Stock, verschießt Blitze aus den Händen, zeigt eine überraschend morbide Freude am Piesacken kleiner Haustiere und ist rein zufällig auch für den brennenden Tannenbaum im Dorfzentrum verantwortlich.

Soviel abgrundtief böse Energie muss gebündelt werden, nach ausgiebigem Reifeprozess ist der neue Herrscher über alles Schlechte geboren. Natürlich sind wir nicht die gesamte Zeit als unreifer Hosenscheißer unterwegs – der erste Level gilt lediglich als Einleitung, um den – zugegebenermaßen recht simpel erdachten – Story-Übergang zur Fortsetzung zu schlagen. Schon in der nächsten Mission ist der neue Overlord zur vollen…ähem, Boshaftigkeit herangewachsen – natürlich stilecht mit rotem Umhang und gezacktem Fieslingshelm.

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An bestimmten Schreinen können wir unsere Haut verlassen und als Scherge weiterspielen.
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Trotz des Personalwechsels auf dem Herrscherthron, schlägt „Overlord 2“ spielerisch keine allzu weiten Haken. Im Grunde bleibt das Spielprinzip gleich, lediglich im Detail legen die Entwickler frische Ideen nach. Noch immer kämpft ihr euch durch teils riesige Areale, in denen ihr möglichst clever von euren Schützlingen Gebrauch machen solltet, um die zahlreichen Rätsel zu lösen, die das Leveldesign parat hält.

Schlagt mich Meister!

Die Schergen, diese kleinen, stinkenden, rotzfrechen und äußerst kampfstarken Helferlinge sind also ebenfalls wieder mit an Bord – eine ebenso logische wie kluge Entscheidung, gehörten diese doch zum spaßigsten Aspekt im ersten Overlord. Neben allerlei bissigen Kommentaren haben die Gnome auch neue Fähigkeiten dazu gelernt. Die giftimmunen Grünen beherrschen jetzt etwa eine mächtige Meuchelattacke, die sie jedoch nur hinter dem Gegner anwenden können.

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Trügerische Idylle: Auf dieser Insel warten monströse Spinnen auf den Overlord.
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In speziellen Fällen dürfen die Schergen auch die Tiere des Waldes zähmen und so auf dem Rücken eines hungrigen Wolfsrudels in die Schlacht reiten. Das erhöht nicht nur die Kampfkraft der kleinen Stinker, sondern hat auch noch einen nützlichen Nebeneffekt: Mit einem beherzten Satz können die Wölfe selbst Orte erreichen, die für die Stummelbeinchen unserer Schergenarmee für gewöhnlich unerreichbar wären.

„Overlord 2“ wird durch solche Elemente noch einmal deutlich taktischer. Obendrein bekommen wir es mit weitaus mehr Fabelwesen auf unseren „Feldzügen des Bösen“ zu tun, die zudem auf ein breites Spektrum an Fähigkeiten zurückgreifen. Im Zauberwald der Elfen treffen wir etwa auf eine kleine Scharr fetter Feen, in die sich unsere Schergen Hals über Kopf verknallen. Das Dumme: Statt zu kämpfen, schweben unsere Helfer auf Wolke sieben und lassen sich von umstehenden Gegnern gleichgültig dahinmeucheln.

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Love is in the Air: Unsere Schergen verknallen sich auf den ersten Blick in diese fetten Feen - und reagieren fortan nicht mehr auf Befehle.
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Wie im Vorgänger ist also Micromanagement das oberste Gebot in „Overlord 2“. Leider - und das ist ebenfalls wie im Vorgänger – spielt die Steuerung da nicht immer ganz mit. Die Kamera macht zu oft, was sie will, auch die Wegfindung der Schergen ist nicht immer optimal. Es lässt sich also schon jetzt sagen, das „Overlord 2“ zwar die Stärken des ersten Teils erbt, wohl aber auch manche Schwächen.